Stormarn
Fussball

SSC Hagen verspielt schon wieder eine Führung

Brian Techen (l., SSC Hagen Ahrensburg) und Dion Peemöller vom SSV Pölitz im Kampf um den Ball.

Brian Techen (l., SSC Hagen Ahrensburg) und Dion Peemöller vom SSV Pölitz im Kampf um den Ball.

Foto: Thomas Jaklitsch / Thomas JAKLITSCH

Ahrensburger unterliegen in Verbandsliga beim SSV Pölitz. Tremsbüttel gewinnt Auswärtsspiel, Aufsteiger Hamberge verliert erneut deutlich.

Pölitz. Wo seine Mannschaft leistungsmäßig wirklich steht, kann Jan-Christian Hack auch nach dem vierten Verbandsliga-Spieltag noch nicht genau einschätzen. „Es macht großen Spaß, mit den Jungs zu trainieren und ihnen beim Fußball zuzuschauen – jedenfalls mindestens 45 Minuten pro Spiel“, sagte der Trainer des SSV Pölitz lachend nach dem 4:2 (1:2) gegen den SSC Hagen Ahrensburg, bei dem die Pölitzer wieder ihre beiden Gesichter zeigten.

Völlig verdient gingen die Gäste im Kreisduell durch Tore von Lucas Schaare (14. Minute) und Manuel Horn (38.) mit 2:0 in Führung. Ein Elfmeter-Geschenk der Ahrensburger nutzte Marcel Noeske kurz vor der Pause noch zum Anschlusstreffer (44.). „Die Jungs haben selbst gemerkt, dass das nicht alles war, was sie können“, sagte Hack. Mit dem 2:2 durch Tobias Tretau kurz nach Wiederbeginn (47.) kippte die Partie plötzlich. Die Ahrensburger waren konsterniert, der SSV dagegen spielte sich „in einen Rausch“, wie Hack es später ausdrückte. Nico Ploog (71.) und Felix Dankert nach einem Konter in der Nachspielzeit (90.+5) machten Pölitz’ dritten Sieg im vierten Spiel perfekt, nun trennt die Stormarner sogar nur noch ein Punkt von der Tabellenspitze. Hack mahnte: „Wir müssen aufarbeiten, was die Gründe für diese ständigen Leistungsschwankungen sind und warum wir in jedem Spiel in Rückstand geraten.“

Hamberge erwartet im Training eine Standpauke

Konträr dazu stellt sich die Grund-Problematik beim SSC Hagen dar. In jedem Saisonspiel gingen die Ahrensburger nämlich in Führung, holten von zwölf möglichen aber nur vier Punkte und hinken zu diesem frühen Zeitpunkt ihren Ansprüchen erst mal hinterher. „Das ist zu wenig. Wir werden nach Erklärungen suchen müssen“, sagte Trainer Carsten Holst, der Parallelen zur 2:3-Auftaktniederlage beim SV Hamberge sah. „Wir haben zurecht geführt, den Ball gut laufen lassen. Das 1:2 muss man eigentlich wegstecken können. Bedingt durch den Ausgleich haben wir die Linie verloren und in diese Unsicherheitsphase fiel das 2:3.“

Während Holst noch nicht verraten wollte, was er seinen Spielern im nächsten Training sagen wird, machte Hamberges Chefcoach Matthias Beeck nach dem 1:4 (0:1) gegen den Leezener SC kein Geheimnis aus dem Inhalt seiner Ansprache, die das Team am morgigen Mittwoch erwartet: „Wir trainieren gut, aber in den Spielen bleiben die Grundtugenden auf der Strecke. In der Verbandsliga geht es eben deutlich körperbetonter zur Sache als noch in der Kreisliga. Wenn das nicht alle Spieler umsetzen, werden wir in dieser Klasse nichts erreichen, dann wird das keine angenehme Saison für uns. Das werde ich der Mannschaft so deutlich sagen.“ Beeck dachte auch an die Anhänger: „Auch die Zuschauer, die uns wieder zahlreich unterstützt haben, waren zutiefst enttäuscht, dass von zu wenigen Spielern Gegenwehr kam.“

Eine Woche nach dem 0:9-Debakel bei Eintracht Groß Grönau geriet der Aufsteiger auch im Heimspiel gegen Leezen zeitweise unter die Räder. Zunächst blieb es lange beim frühen Führungstreffer der Gäste durch Marc Kuhlmann (1.). Im zweiten Durchgang aber machten Marvin Engler (50.) und Michael Wulf mit einem Doppelpack (51., 57.) innerhalb von nur sieben Minuten alles klar. Yannick Lütjohann (65.) traf für die Gastgeber zum Endstand.

Tremsbüttels Dietl ärgert sich über Umstellung – und trifft

Im Auswärtsspiel des VfL Tremsbüttel bei Borussia Möhnsen coachte Marc Mandel seine Mannschaft zum 1:0 (0:0)-Erfolg – und musste sich dabei auch gegen eigene Spieler durchsetzen. Um Möhnsens Topscorer Hendrik Siel auszuschalten, zog Mandel seinen Offensivspieler Blentin Nazeraj auf die Außenverteidiger-Position. Kay Dietl rückte dafür ins Mittelfeld vor. „Er war ein bissen angefressen, hätte lieber als Linksverteidiger gespielt“, plauderte Mandel aus dem Nähkästchen. Der Plan ging auf. Während Nazeraj mit seiner Schnelligkeit Siel in Schach hielt, setzte Dietl seine Zweikampfstärke auch in der Offensive ein – und erzielte in der 60. Minute das goldene Tor.

Mandel lobte auch seine gesamte Abwehrreihe, sprach gleichwohl von einem glücklichen Sieg. „Möhnsen war gut eingestellt, hat offenbar aus den ersten Niederlagen gelernt. Sie haben phasenweise extrem Druck gemacht. In dieser Form können sie die Klasse halten.“ Umso wichtiger war der Sieg für den VfL, der in dieser Spielzeit ebenfalls den Abstiegskampf ausgerufen hat.

Es gab aber auch eine schlechte Nachricht für die personell derzeit gebeutelten Tremsbütteler: Leistungsträger Johann Frey legt aus beruflichen Gründen eine Fußballpause ein.