Stormarn
FUSSBALL

Oststeinbeker SV dreht 0:2-Rückstand

Oststeinbeks Nicklas Frers (M.) setzt sich gegen die Bergstedter Abwehrspieler John Limberg (l.) und Daniel Beyrau durch.

Oststeinbeks Nicklas Frers (M.) setzt sich gegen die Bergstedter Abwehrspieler John Limberg (l.) und Daniel Beyrau durch.

Foto: Thomas Jaklitsch / Thomas JAKLITSCH

Landesligafußballer gewinnen beim SV Bergstedt mit 4:2. Trainer Simon Gottschling ist mit der Leistung aber nicht zufrieden.

Hamburg.  Als zwei kurze und ein langgezogener Pfiff die Landesliga-Partie zwischen dem SV Bergstedt und dem Oststeinbeker SV beendeten, war an der Reaktion der Spieler nicht zu erkennen, welche Mannschaft gewonnen hatte. „Das habe ich mich auch gefragt“, sagte Oststeinbeks Kapitän Dave Fehlandt auf die Frage, warum keiner der Stormarner Fußballer sichtbar über den 4:2 (2:2)-Sieg jubelte. „Ich glaube, uns ist einfach ein riesiger Stein vom Herzen gefallen.“

Mannschaft besteht ersten Charakter-Test

Der Auswärtssieg ist ein besonderer für den OSV, denn er beendete die erste richtig kritische Phase einer Mannschaft, die zwei Jahre lang von Erfolg zu Erfolg eilte, zweimal hintereinander aufstieg. Nun stoßen die Stormarner aufgrund der stärkeren Gegner fußballerisch an ihre Grenzen und sehen sich dadurch ganz neuen, auch mentalen, Herausforderungen ausgesetzt. Jetzt müsse die Mannschaft Charakter beweisen, hatte Trainer Simon Gottschling jüngst gefordert.

Für’s Erste hat das Team diesen Test bestanden. Nicht erst in Bergstedt, auch schon in der vorangegangenen Trainingswoche. „Die Köpfe waren unten, diese Situation war ungewohnt für uns“, sagte Fehlandt. „Wir mussten noch mehr zusammenhalten und haben im Training richtig Gas gegeben. Das war bestimmt ein Grund dafür, dass wir das Spiel noch drehen konnten.“

Den Stormarnern fehlte die etatmäßige Innenverteidigung

Zunächst knüpfte der OSV in Bergstedt nämlich an jene Leistungen an, die zu den drei Pleiten in Folge geführt hatten. Dass mit Josef Oshoffa und Revin Köksal die komplette Innenverteidigung fehlte und durch einen etatmäßigen Mittelfeldspieler (Morad Sbou) und einen Stürmer (Adrian Voigt) ersetzt werden musste, erschwerte die Aufgabe gegen anfangs gnadenlose Gastgeber zusätzlich. Nach einem von Voigt verlorenen Kopfballduell vermochte Rechtsverteidiger Maximilian Grünberg gegen Bergstedts Angreifer Nils Burmann nicht mehr entscheidend eingreifen – der Ball trudelte ins Netz (8. Minute). Nur zwei Minuten später reichte dem SVB erneut ein langer Ball, um Oststeinbeks Viererkette zu knacken. Max Selch vollstreckte zum 2:0.

Gäste von frühen Gegentoren geschockt

Die geschockten Gäste brauchten gut zehn weitere Minuten, um sich zu ordnen. Auch danach lief längst nicht alles rund im Spiel des auch vor der Innenverteidigung auf mehreren Positionen umgebauten OSV, doch es zeichnete sich ab, dass die Partie kippen könnte. Die ersten beiden Chancen vergab Agit Aydin noch (22., 25.), dann verwerte Kapitän Fehlandt eine starke Vorarbeit von Marc Oldag zum Anschlusstreffer (28.). Acht Minuten später brachte erneut Oldag einen Freistoß gefährlich an den Fünfmeterraum, wo Voigt unbedrängt den Ausgleich köpfen durfte (36.). Fehlandt: „Es war wichtig, nicht mit einem Rückstand in die Halbzeit zu gehen.“Kurz vor und nach der Pause vergab der OSV weitere Möglichkeiten, die viel zu passiven Bergstedter kamen dagegen nur noch zweimal (57., 58.) gefährlich vor den gegnerischen Kasten.

Der OSV sicherte den letztlich völlig verdienten Sieg durch den Treffer des eingewechselten Maximilian Kochsiek, der in der 65. Minute nach einem Angriff über Aydin und Grünberg nur noch einschieben musste, sowie durch ein Eigentor von Bergstedts Daniel Beyrau (74.). Auch danach bestimmte der OSV die Partie, spielte entgegen Gottschlings Ankündigung, fortan defensiver aufzutreten, stürmisch wie eh und je. Gegen Bergstedt war das die richtige Lösung.

Neben dem ausbleibenden Jubel über den Schlusspfiff verwunderte der phasenweise ruppig-negative Umgang der Oststeinbeker untereinander. Ein Warnsignal? Gottschling sieht das nicht so. „Das ist okay, so sind die Jungs eben. Wir haben nicht diese zwei, drei Leitwölfe. Und wir haben das Spiel ja gedreht, obwohl uns wichtige Leute gefehlt haben.“ Trotzdem wolle er dem Sieg nicht zu viel Bedeutung beimessen, sagte der Coach. „Bergstedt war heute nicht gut.“

Obwohl die Wende nach dem 0:2-Rückstand gelungen ist, hat der OSV noch nicht die Wende in seiner bislang holperigen Saison geschafft, betonte Gottschling. „Wir haben noch viel zu tun. Wir können uns über den Sieg freuen, aber mit der Leistung bin ich noch nicht zufrieden.“

Oststeinbeker SV: Joost – Tarik Sbou, Morad Sbou, Voigt, Grünberg – Oldag, Örün (69. Sejdi), Fehlandt, Aydin – Frers, Youssef Sbou (59. Kochsiek)

Tabelle Landesliga Hansa: 1. ASV Hamburg 4 Spiele/17:5 Tore/12 Punkte, 2. SC Condor 4/12:8/10, 3. VfL Lohbrügge 4/16:6/9, 4. FC Voran Ohe 4/12:9/9... 7. Oststeinbeker SV 4/8:8/6...