Stormarn
Triathlon

Lange und van Stevendaal sind Deutsche Meister

Siegererhrung der Altersklasse 50: Udo van Stevendaal und Bettina Lange stehen gemeinsam auf der obersten Stufe des Siegespodests.

Siegererhrung der Altersklasse 50: Udo van Stevendaal und Bettina Lange stehen gemeinsam auf der obersten Stufe des Siegespodests.

Foto: HA

Die beiden Ausnahme-Triathleten vom TSV Bargteheide und SV Großhansdorf setzen sich in Bremen über die Sprint-Distanz durch.

Bargteheide..  Es war wohl eine der erfolgreichsten Fahrgemeinschaften seit langem, die da auf der A1 von Bremen aus Richtung Norden unterwegs war. Bettina Lange vom TSV Bargteheide saß am Steuer ihres weißen VW Bulli, daneben Udo van Stevendaal (SV Großhansdorf). Dahinter hatte es sich Matthias Heineke (Altrahlstedter MTV) bequem gemacht. Alle drei hatten eine Goldmedaille von den Deutschen Triathlon-Meisterschaften über die Sprintdistanz (750 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren, fünf Kilometer Laufen) im Gepäck. Zudem war noch die in ihrer Altersklasse siebtplatzierte Bargteheiderin Elke Andersen dabei. Entsprechend gelöst war die Stimmung an Bord.

Udo van Stevendaal gewinnt seinen achten nationalen Titel

Bei Udo van Stevendaal war die Laune besonders gut: Er hatte vor dem Wettkampf zwölf Tage mit dem Training aussetzen müssen, deshalb nicht unbedingt mit seinem achten deutschen Meistertitel gerechnet. „Für mich war es sogar ein perfektes Rennen“, sagt der in Ahrensburg lebende Ausdauersportler. „Das passiert nur ganz selten – in den vergangenen 19 Jahren vielleicht fünf- oder sechsmal. Meistens ist es so, dass es in zwei der drei Disziplinen gut klappt – und man in einer nicht so zufrieden ist.“ Van Stevendaal war aber noch aus einem anderen Grund euphorisiert: Fast über den gesamten Wettbewerb lieferte er sich ein packendes Duell mit Oliver Degenhardt (Wassersportvereinigung Cassel) um den Titel in der Altersklasse M50 – zunächst ohne es zu wissen.

Vorsprung im Ziel beträgt lediglich vier Sekunden

„Ich bin erst beim Wechsel auf die Laufstrecke auf ihn aufmerksam geworden, da lag er etwa 50 Meter vor mir“, sagt van Stevendaal. Beide kannten sich schon von den Europameisterschaften über die olympische Distanz in Weert (Niederlande). Dort hatte van Stevendaal Anfang Juni als Sieger am Ende zwei Minuten Vorsprung auf seinen zweitplatzierten Konkurrenten. „Diesmal hat er es mir nicht so leicht gemacht“, sagt van Stevendaal lachend. Lediglich vier Sekunden trennten beide im Ziel, das der Stormarner nach 1:02,10 Stunden erreichte. Van Stevendaal benötigte gut einen Kilometer, um auf Degenhardt aufzulaufen. „Dann habe ich mich hinter ihm etwas erholt und mir eine Taktik überlegt.“ Zunächst habe er erwogen, es auf einen Zielsprint ankommen zu lassen, sagt der 51-Jährige, aber dann doch zweimal versucht, den Gegner vorzeitig abzuschütteln – vergeblich. „Einen guten Kilometer vor dem Ziel habe ich aber gehört, dass er etwas schwerer atmet und es bei einer kleinen Rampe noch einmal versucht.“ Diesmal mit Erfolg: Van Stevandaal lief den am Ende entscheidenden kleinen Vorsprung heraus.

„Das sind Wettkampfe, wie ich sie liebe – Mann gegen Mann und nicht gegen einen virtuellen Gegner, der vielleicht fünf Minuten vor mir in einer anderen Gruppe gestartet ist“, so der Ahrensburger.

Am Sonnabend stehen die nächsten Deutschen Meisterschaften an

Für Udo van Stevendaal war es in diesem Jahr schon der dritte große Titel nach seinen Siegen bei der WM im Duathlon und der EM über die Olympische Distanz – und zwei weitere Erfolge sind noch möglich. An diesem Sonnabend startet er in Beilngries (Bayern) bei den Deutschen Meisterschaften über die Olympische Distanz, Ende des Monats bei der WM in Lausanne. Van Stevendaal: „Von Titeln oder Medaillen will ich vor einem Wettkampf nicht sprechen, aber ich werde versuchen, die bestmögliche Leistung abzurufen. Und die Form scheint ja zu stimmen.“

Das gilt auch für Bettina Lange, die in der Altersklasse W50 in 1:09,22 Stunden sogar mit fast viereinhalb Minuten Vorsprung vor Antje Ungewickell (TuS Neukölln Berlin) gewann. Fast noch wichtiger war, dass sie in der Frauen-Gesamtwertung als Sechste vorn platziert war. „Das ist eine Bestätigung, dass ich immer noch gute Wettkämpfe abliefern kann“, sagte die Bargfelderin.

Bettina lange gewinnt trotz Schmerzen beim Laufen

Lange, bekannt als erstklassige Schwimmerin, stieg altersklassenübergreifend als Dritte aus dem Wasser. „Mit zwei anderen bin ich schon vor der ersten Boje auf die erste Startgruppe aufgeschwommen, die immerhin fünf Minuten Vorsprung hatte“, sagt die Stormarnerin. Auf dem flachen Radkurs verbesserte sie sich sogar auf den zweiten Platz. Dass sie diesen am Ende nicht halten konnte, war indes keine Überraschung. Lange leidet seit dem Frühjahr an Ischiasbeschwerden, die sich vor allem beim Laufen bemerkbar machen. „Je schneller und länger ich laufe, desto größer werden die Schmerzen“, sagt sie. Deshalb verzichtet sie seit kurzem auf Wettkämpfe über längere Distanzen.

Die Schmerzen beeinträchtigen sie aber auch im Training: „Ich habe den Umfang reduziert, Intervall- und Tempoläufe sind kaum möglich“, sagt Lange. „Umso schöner ist es, dass ich trotzdem noch Titel gewinnen kann.“ Trotzdem will sie jetzt der Ursache auf den Grund gehen – zuvor aber noch die WM abwarten und dort nach Möglichkeit wieder aufs Siegertreppchen.