Stormarn
Springreiten

Delingsdorf: 40.000 Besucher beim Turnier auf Erdbeerhof

Jordi Sander (PS Granderheide) war im Dauereinsatz, präsentierte vier Pferde in acht Prüfungen.

Jordi Sander (PS Granderheide) war im Dauereinsatz, präsentierte vier Pferde in acht Prüfungen.

Foto: Henrik Bagdassarian / HA

Stormarns Spring- und Dressurreiter in hochkarätigen Prüfungen gut platziert. Teilnehmer loben gute Organisation auf dem Erdbeerhof.

Delingsdorf..  Beim vom Norddeutschen und Flottbeker Reitverein auf dem Erdbeerhof Glantz in Delingsdorf ausgetragenen dreitägigen Erdbeer-Cup war Jordi Sander im Dauereinsatz. Der 35 Jahre alte Berufsreiter stellte vier Pferde des zurzeit verletzten Jörg Kreutzmann (RFV Trittau) in acht Springprüfungen vor. In einer Zwei-Phasen-Springprüfung der Klasse S* für siebenjährige Pferde sicherte sich Sander (PS Granderheide) mit Cesanto Rang drei. Bei einer M**-Aufgabe wurde er mit dem jungen Holsteiner Hengst Fünfter. Die gleiche Platzierung holte Sander mit der neunjährigen Holsteiner Stute Carioka in einer S*-Springprüfung.

„Carioka ist ein vielversprechendes Pferd, das sich in Delingsdorf hervorragend präsentiert hat“, sagt Sander. Die Stute stellte er anschließend erstmals in einer S**-Prüfung vor und verfehlte nur knapp eine Platzierung. Mit dem Holsteiner Pferd Briana verpasste Sander in einer S***-Springprüfung – für viele Zuschauer der sportliche Höhepunkt des dreitägigen Reitsportspektakels – aufgrund eines Abstimmungsfehlers zwischen den Hindernissen vier und fünf ein besseres Ergebnis als Rang 14. „Briana sprang über weite Phasen sehr spektakulär. Sie gab mir das Gefühl, keinen Fehler machen zu wollen“, sagt Sander. In Granderheide hat der selbstständige Berufsreiter zurzeit zehn Pferde – alle auf S-Niveau - in Beritt. Der 35-Jährige will kommendes Jahr in die Leistungsklasse eins aufsteigen. „Bei der Quantität und Qualität der Pferden rechne ich mir gute Chancen aus“, sagt Sander.

Anne Tuschke bewältigte Parcours fehlerfrei

Dabei überlässt er nichts dem Zufall: „Um den Standard zu halten, bin ich weiterhin auf der Suche nach guten, jungen Nachwuchspferden.“ Linn Hamann vom RV Ahrensburg-Ahrensfelde, die zweite Starterin aus Stormarn bei der Drei-Sterne-Prüfung, belegte mit der Holsteiner Stute Chrystal Clear Platz 17. Siegerin der anspruchsvollsten Springprüfung des diesjährigen Erdbeer-Cups war Anne Tuschke. Die Springreiterin des RFV Wilhelminenhof Ladelund bewältigte mit der Holsteiner Stute Billie Jean im Stechen als einzige von zwei Teilnehmerinnen den Parcours fehlerfrei. Mit vier Fehlerpunkten im entscheidenden Durchgang wurde Nele Kortsch (RFV Marienhof-Schulendorf) mit dem Oldenburger Wallach Cumberland Zweite – vor Kai Rüder (TRSG Holstenhalle Neumünster) mit Cross Keys, der den dritten Platz belegte.

Ihre Platzierung Nummer 74 bei einer S-Dressur – neben bisher zehn weiteren Siegen – sicherte sich beim Erdbeer-Cup Raika-Marie Rosch vom RV Ahrensburg-Ahrensfelde. Die 24 Jahre alte Dressurreiterin erreichte bei einer S*-Prüfung mit dem selbst ausgebildeten Pferd Herzog den fünften Platz (68,413 Prozent) – vor Marie-Theres Bahn (PS Granderheide) mit Skywalk, die sich mit Rang acht ebenfalls noch mit einer Platzierung belohnte.

Für Rosch und ihr 17 Jahre altes Dressurpferd kommen, wie sie dem Abendblatt sagt, „nur noch wenige ausgewählte Turniere infrage, bei denen das ganze Drumherum stimmt.“ Genau das scheint für sie in Delingsdorf der Fall zu sein. „Der Erdbeer-Cup ist ein aufwendig gestaltetes Turnier mit einer ganz besonderen Atmosphäre“, sagt Rosch. Mit dem erzielten Ergebnis ist sie zufrieden. „Es ist weniger die Platzierung als die Prozentzahl, die für mich ausschlaggebend ist“, sagt Rosch, die an der Universität Hamburg Geografie und Englisch auf Lehramt studiert. Mit einem Lächeln fügt sie hinzu: „In diesem Jahr war die Prüfung zudem auch für Berufsreiter freigegeben, da kann ich mit Platz fünf doch mehr als zufrieden sein.“

Enno Glantz: „Rekordverdächtige Besucherzahlen“

Ein um zwei Plätze besseres Ergebnis erreichte Sarah Wilke bei einer weiteren S*-Dressuraufgabe. Die Pferdesportlerin des RFV Bargteheide und der Oldenburger Wallach Brooklyn Rave erhielten für ihre Darbietung im Viereck 68,289 Prozent und belegten am Ende Rang drei. In der hochkarätigsten Dressurprüfung – einer Drei-Sterne-Aufgabe – sicherte sich Elisabeth Morell vom PS Granderheide (65,633 Prozent) den fünften Platz. Christin Schütte vom RV Sottrum gewann mit Briatore vor Rainer Schwiebert vom RV Rehagen-Hamburg mit Helenenhof’s Catoo (69,357).

Das hochwertigste Stormarner Dressur- und Springturnier bietet Gastgeber Enno Glantz anlässlich seines traditionellen Hoffestes seit 2014 an der Hamburger Straße an. Der Eintritt ist frei, eine genaue Angabe der Besucher daher nur vage möglich. „Die Menschenmenge am letzten Turniertag war aufgrund des hervorragenden Wetters rekordverdächtig“, sagt der Erdbeerkönig aus Delingsdorf. „40.000 Gäste haben uns an den drei Tagen sicherlich auf unserer Anlage besucht.“

Die Jüngsten vergnügten sich beim Mitmachzirkus, Ponyreiten, Bungee-Trampolin oder einem XXL-Kicker. Die Landmaschinenausstellung ließ die Herzen von Traktoren-Fans jeglichen Alters höher schlagen. Andere genossen nach einem ausgedehnten Bummel über den Kunsthandwerkermarkt ein leckeres Stück Erdbeerkuchen. Für die von allen Seiten gelobte Organisation der Veranstaltung hat Glantz eine ganz einfache Erklärung parat, als er sagt: „Dass wir alles – von der Parkplatzsituation bis zum Catering – in Eigenregie organisieren, scheint bei den Besuchern gut anzukommen.“