Stormarn
FUSSBALL

Reinfeld feiert ersten Sieg in der Oberliga

Reinfelds Philipp Bosbach (vorn) schirmt den Ball vor dem Eutiner Moritz Achtenberg ab.

Reinfelds Philipp Bosbach (vorn) schirmt den Ball vor dem Eutiner Moritz Achtenberg ab.

Foto: Thomas Jaklitsch / Thomas JAKLITSCH

Aufsteiger gewinnt Heimspiel gegen Eutin 08 mit 2:0. Am Sonntag sollen gegen Schlusslicht Eckernförder SV die nächsten Punkte folgen.

Reinfeld.  Als Schiedsrichter Marcel Colmorgen (Eintracht Groß Grönau) das erste Oberliga-Heimspiel des SV Preußen Reinfeld in der Vereinsgeschichte abpfiff, reckte Trainer Michael Clausen erleichtert beide Fäuste in die Luft. „Wir haben mit Leidenschaft die Null verteidigt und nach vorne versucht, Akzente zu setzen.“ So fasste er wenig später die ersten 90 Oberliga-Minuten am Bischofsteicher Weg zusammen. Weil auch noch das nötige Glück dazu kam, reichte es für den Aufsteiger zu einem 2:0 (1:0)-Sieg gegen Eutin 08.

Eutins Torwart befördert sich den Ball selbst ins Tor

Beim Führungstreffer in der 28. Minute profitierten die Reinfelder von einem groben Patzer von Eutins Schlussmann Nikolas Wulf, der den Ball nach einer von Vjekoslav Taritas getretenen Ecke ins eigene Tor beförderte. Ein kurioses Tor: Eigentlich hielt der Schlussmann den Ball schon sicher in den Händen, ließ ihn dann jedoch fallen und über die Torlinie kullern. „Der Torwart war sich wohl zu sicher, denn eigentlich war die Ecke schlecht geschossen“, sagte Clausen. Eutins Coach Dennis Jaacks, der vorletzte Saison noch Trainer beim SV Eichede war, sah das ähnlich: „Das war extrem bitter, weil die Situation eigentlich völlig harmlos war und der Torwart nicht einmal unter Gegnerdruck stand. Der nächste Reinfelder stand ja ein paar Meter entfernt.“ Das 2:0 erzielte Dennis Lie (52. Minute) und wurde von Abwehrmann Benedikt Decker mit einer Balleroberung eingeleitet.

Auch die Gäste hatten gute Chancen, scheiterten fünf-, sechsmal am starken Jonas Marschner zwischen den Reinfelder Pfosten. Jaacks: „Es ist zum Verzweifeln, da waren Abschlusssituationen aus wenigen Metern und zentraler Position dabei, die eigentlich sitzen müssen.“

Reinfelds Torjäger Rönnau noch im Urlaub

„Eutin hatte natürlich wie erwartet Feldvorteile, sie haben die spielerisch reifere Mannschaft“, sagte Clausen. „Aber wir haben gezeigt, wie wir in der Oberliga bestehen können: Unser Weg muss über Kompaktheit, Zweikampfstärke und Leidenschaft gehen. Und nach vorne haben wir die Qualität, um jeden Gegner in Verlegenheit zu bringen“, sagte Clausen.

Dabei fehlte den Stormarnern wie schon bei der 2:4-Niederlage zum Auftakt beim SV Todesfelde Kristof Rönnau, der noch im Urlaub weilte. Zum nächsten Heimspiel am Sonntag gegen den Mitaufsteiger und aktuellen Tabellenletzten Eckernförder SV (15 Uhr, Bischofsteicher Weg) ist der Toptorjäger jedoch wieder zurück. Ob er gleich in der Startformation stehen wird, ließ der Coach noch offen. Clausen: „Wir haben jetzt in zwei Spielen gezeigt, dass wir in der Oberliga dazugehören können. Da gibt es vielleicht gar keine große Notwendigkeit, zu wechseln.“

Beide Mannschaften vergeben zahlreiche Chancen

Allerdings: Der kaltschnäuzige Rönnau hätte möglicherweise die eine oder andere Möglichkeit genutzt, denn vor allem die erste Halbzeit war geprägt von vergebenen Chancen auf beiden Seiten. Clausen: „Auch wir hätten neben diesem Glückstor noch den einen oder anderen Treffer mehr erzielen können.“ Zunächst schoss der quirlige Taritas aus spitzem Winkel knapp vorbei (4. Minute). Kurz nach dem Führungstreffer verpasste der vielseitige Philipp Bosbach, der zunächst im Sturm spielte, und später nach der Einwechselung von Paul Treichel auf die Sechser-Position rückte, das mögliche 2:0. Die beiden Eutiner Lion Glosch und Robin Kelting hatten sich auf Höhe der Mittellinie gegenseitig umgerannt: So kamen zunächst Taritas, Lie und dann Bosbach an den Ball. Der 20 Jahre alte Neuzugang, der vom Bezirksligisten TuS Recke zu den Stormarnern gewechselt war, rannte mit dem Spielgerät allein auf Wulf zu, verfehlte dann aber das Tor deutlich.

Im Vergleich zum Spiel in Todesfelde sah Clausen dennoch eine Steigerung: „Wir waren gleich von Beginn an im Spiel und in der Abwehrarbeit sehr viel konsequenter. Das hat mir gefallen“, sagte er. „Jetzt wollen wir gegen Eckernförde die nächsten drei Punkte holen.“

SV Preußen Reinfeld: Jonas Marschner – Vogel, Böckelmann, Grimm, Decker – Witten (67. Treichel), Jonathan Marschner – Lie, Hackbarth (46. Schecke), Taritas (86. Heinze) – Bosbach