Stormarn
Ausdauersport

Favoritensieg beim 24. Bargteheider Schülertriathlon

Julia Bröcker ist fit für die Deutschen Meisterschaften. Der Teamwettkampf war für sie ein Trainingseinheit unter Wettkampfbedingungen.

Julia Bröcker ist fit für die Deutschen Meisterschaften. Der Teamwettkampf war für sie ein Trainingseinheit unter Wettkampfbedingungen.

Foto: Thomas Jaklitsch

Julia Bröcker und Lasse Fitschen gewinnen den Teamwettkampf. Kommendes Wochenende starten beide bei den Deutschen Meisterschaften.

Bargteheide.  Bis zum zweiten Wechsel lieferten Julia Bröcker (VfL Oldesloe) und Hjørdis Mick vom ausrichtenden TSV Bargteheide ein packendes Kopf-an-Kopf-Rennen, doch dann spielte die Jüngere der beiden ihre läuferische Stärke aus. Auf dem letzten Lauf-Kilometer holte Julia (16) den entscheidenden Vorsprung heraus, den ihr Staffelpartner Lasse Fitschen (TSV Bargteheide) anschließend sogar noch vergrößerte. Ohne sich völlig zu verausgaben, gewann die favorisierte Paarung beim 24. Bargteheider Schüler-Triathlon den sportlichen Höhepunkt – den Teamwettkampf der Jugend und Junioren. In 34:48 Minuten siegten Julia und Lasse klar vor den beiden Bargteheidern Hjørdis Mick und Luca Negel (37:10 Minuten).

Julia Bröcker peilt bei DM Top-15-Platzierung an

Wichtiger als der Sieg war für Julia Bröcker die Erkenntnis, dass die Form stimmt. „Für uns war es im Grunde nur eine kurze Trainingseinheit unter Wettkampfbedingungen“, sagte die 16-Jährige. Denn am kommenden Wochenende stehen für die beiden Triathlon-Talente die Deutschen Jugend-Meisterschaften in Grimma (Sachsen) an. Bröcker, derzeit das wahrscheinlich größte Talent im Kader der Schleswig-Holsteinischen Triathlon-Union, startet dort in der weiblichen A-Jugend. Auf einen Großteil ihrer dortigen Gegnerinnen ist sie schon vor einer Woche beim DTU-Cup in Jena getroffen, bei dem sie Fünfte wurde. „Aber das war ein anderer Wettkampf über andere Distanzen“, sagte sie. „Für Grimma ist das Ziel eine Top-15-Platzierung, schließlich gehöre ich noch dem jüngeren Jahrgang an.“

Beim Schülertriathlon startete sie zwar für ihren Heimatverein – allerdings im orange-schwarzen Einteiler des TSV Bargteheide, für deren Damenmannschaft sie seit dieser Saison dank eines Zweitstartrechts Wettkämpfe in der Zweiten Bundesliga bestreitet. Bei ihrem Debüt wurde sie gleich Zweite in der Einzelwertung. Ob sie dem Team über dieses Jahr hinaus erhalten bleibt, ist fraglich. Zum kommenden Schuljahr wechselt die Oldesloerin auf das Sportgymnasium nach Potsdam.

472 Kinder und jugendliche in 14 Wettbewerben am Start

„So wie Julia vor einigen Jahren bei uns ihren ersten Triathlon absolviert hat, waren auch in diesem Jahr wie viele Kinder ohne Wettkampferfahrung dabei“, freute sich Organisator Stephan Schott. „Wer weiß, vielleicht schlägt eines von ihnen mal eine ähnlichen Weg ein wie sie oder Lasse, der als sechsjähriger Buttje bei uns angefangen hat und nun auch zu den Deutschen Meisterschaften fährt.“

Mit 472 Kindern und Jugendlichen haben die Bargteheider ihr Ziel von 500 Teilnehmern nur knapp verpasst. Nicht nur deshalb zog Schott nach fast sieben Stunden Triathlon mit insgesamt 14 Wettkämpfen ein positives Fazit: „Das Wetter war gut, dank der 130 Helfer hat alles gut geklappt, es gab keine Unfälle“, sagte er. „Außerdem haben wir von vielen Eltern wieder ein positives Feedback bekommen, das freut mich immer ganz besonders“, so Schott. „Denn man kann eine ähnliche Veranstaltung auch mit einem Drittel des Aufwands anbieten. Aber es sind die vielen Kleinigkeiten, die uns so Besonders machen von anderen abheben.“

So werden bei der Siegerehrung nicht nur die Erstplatzierten geehrt. Jeder Teilnehmer hat auf der großen Bühne vor der Tribüne seinen Auftritt, wird namentlich genannt und bekommt seine Medaille um den Hals gehängt. Schott: „Nicht umsonst lautet unser Motto: ,Jeder Finisher ist ein Sieger.’“

Stephan Schott gibt Leitung des Wettkampfes ab

Lob gab es auch vom Vereinsvorsitzenden Ekke Wehnsen, der den Abteilungschef zu einer „tollen Veranstaltung“ beglückwünschte. „Dank des Schülertriathlons ist unser Stadion zumindest einmal im Jahr richtig voll“, sagte Wehnsen.

Einziger Wermutstropfen: In der Nacht vor dem Wettkampf wurden die Scheiben des Radladers, in dem die Absperrungen für die Radstrecke transportiert wurden, zerstört. Schott: „Das ist schade. Aktuell wissen wir noch nicht, ob dieser Schaden von einer Versicherung übernommen wird.“

Für Stephan Schott war es übrigens der letzte Schülertriathlon in verantwortlicher Position. Nach fünf Jahren gibt er die Gesamtleitung an Katja Hempel ab. „Mir wird das vom Volumen zu viel“, sagte Schott, der im Frühjahr zum stellvertretenden Vereinsvorsitzenden gewählt wurde. „Wir haben zwar eine gut laufende Organisationsstruktur, mit etwa 20 Leuten, die alle wissen, was sie tun müssen. Trotzdem bleibt immer noch eine Menge Arbeit – sodass in den letzten Wochen die gesamte Familie mithelfen muss.“