Stormarn
Triathlon

Weltmeister aus Ahrensburg wird auch Europameister

Udo van Stevendaal auf dem Weg zu seinem ersten Europameisterschafts-Titel.

Udo van Stevendaal auf dem Weg zu seinem ersten Europameisterschafts-Titel.

Foto: Ha / HA

Triathlet Udo van Stevendaal gewinnt in Weert (Niederlande) den Senioren-Titel über die olympische Distanz.

Grosshansdorf.  Es könnte das Jahr des Udo van Stevendaal werden: Der Senioren-Weltmeister im Duathlon ist jetzt auch Europameister im Triathlon geworden. Der Ausdauerathlet des SV Großhansdorf setzte sich bei den Titelkämpfen in Weert (Niederlande) in der Altersklasse 50-54 über die olympische Distanz durch.

Sein Sieg war für van Stevendaal eine große Überraschung: Als er nach 2:03,43 Stunden die Ziellinie überquerte, war er fest davon überzeugt, Zweiter zu sein. „Ich wusste, dass ich zwischendurch in Führung lag. Aber dann hat mich beim abschließenden Laufen ein Belgier überholt, den ich anhand seiner Startnummer meiner Altersklasse zugeordnet habe“, sagt van Stevendaal.

Deshalb konnte er es zunächst gar nicht glauben, als ihm im Ziel zugerufen wurde, dass er Europameister ist. Später habe er herausgefunden, dass der Konkurrent eine falsche Nummer hatte (statt der 696 die 969) und einer jüngeren Klasse angehört, so van Stevendaal.

„Erstmals Europameister zu werden, ist etwas ganz Besonderes“, sagt er. „Ich wäre aber auch als Zweiter sehr glücklich gewesen.“ Denn selten fühlte sich der in Ahrensburg lebende Ausdauerathlet so schlecht vorbereitet wie in dieser Saison. „Ich habe deutlich weniger trainieren können als in den vergangenen Jahren“, sagt er. Grund waren ein grippaler Infekt sowie ein Sturz mit dem Rennrad im Trainingslager auf Teneriffa, die eine längere Pause zur Folge hatten. „Deshalb kam schon der WM-Titel in Pontevedra überraschend“, so van Stevendaal. „Aber vielleicht bin ich jetzt in einem Alter, in dem weniger manchmal mehr ist und man die Regeneration nicht unterschätzen darf.“

Bettina Lange aus Bargfeld belegt zweiten Platz

Nach dem Schwimmen lag er noch auf Position 17. Aber dann spielte er seine großen Stärken aus: Van Stevendaal gelang nicht nur die beste Zeit mit dem Rad, er war auch der schnellste Läufer im Feld der 66 Teilnehmer aus 13 Nationen.

Anfang Juni schon Welt- und Europameister zu sein – das lässt für die noch junge Saison einiges erwarten, zumal van Stevendaal ja auch nicht als Frühstarter bekannt ist und ihm seine größten Erfolg bislang meist in der zweiten Jahreshälfte gelungen sind.

Zweimal startet er noch bei Deutschen Meisterschaften – am 11. August in Bremen über die Sprint-Distanz und am 17. August in Beilngries (Bayern) über die olympische Distanz. Ende August/Anfang September folgt dann noch die Sprint-WM in Lausanne (Schweiz). Van Stevendaal setzt sich jedoch nicht unter Druck. Er sagt: „Ab jetzt genieße ich nur noch. Alles, was jetzt noch an Erfolgen kommt, ist Zugabe.“

Auch für die Bargfelderin Bettina Lange und ihren Mann Jens Krohn (beide TSV Bargteheide) waren die Europameisterschaften ein großer Erfolg: Lange wurde bei den Seniorinnen 50-54 in 2:16,26 Stunden hinter der Britin Anita Howe (2:15,33 Stunden) Vize-Europameisterin, Krohn belegte bei den 60- bis 64-Jährigen in 2:21,21 Stunden einen respektablen sechsten Rang.