Stormarn
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Elmenhorster will Stormarns Fußballchef werden

Michael Süpke (29) aus Elmenhorst könnte an diesem Sonnabend der jüngste Vorsitzende in der 69-jährigen Geschichte des Kreisfußballverbands Stormarn werden.

Michael Süpke (29) aus Elmenhorst könnte an diesem Sonnabend der jüngste Vorsitzende in der 69-jährigen Geschichte des Kreisfußballverbands Stormarn werden.

Foto: Thomas Jaklitsch / Thomas JAKLITSCH

Michael Süpke ist einziger Bewerber für Nachfolge des Verbandsvorsitzenden Jörg Lembke. Gleich fünf Vorstandsmitglieder treten ab.

Elmenhorst.  Der Kreisfußballverband (KFV) steht vor einem Führungswechsel: Beim Verbandstag an diesem Sonnabend (18. Mai) in der Oldesloer Festhalle beenden fünf Vorstandsmitglieder ihre ehrenamtliche Arbeit, neben Heino Wagner (2. Vorsitzender), Uwe Klopp (Vorsitzender Spielausschuss), Björn Guske (Vorsitzender Schiedsrichterausschuss), Heinz Wollgramm (Vorsitzender Kreisgericht) auch Jörg Lembke, der seit zwölf Jahren an der Spitze des Kreisfußballverbands steht. Zu seinem Nachfolger wird Lembke den Vereinsvertretern Michael Süpke vorschlagen. Der gebürtige Oldesloer ist der einzige Bewerber für den Posten.

Wer ist Süpke, wie tickt der der 29 Jahre alte Verwaltungsfachangestellte, der der jüngste Vorsitzende in der fast 70-jährigen Geschichte des KFV werden könnte – das Abendblatt hat ihn getroffen. Michael Süpke engagiert sich in seinem Umfeld. „Ich möchte dort, wo ich lebe, und in den Bereichen, die mir wichtig sind, etwas mitgestalten“, sagt er. Deshalb ist der Leiter der Einwohnerdienststelle in Hamburg-Langenhorn, der seit drei Jahren mit seiner Frau Lea im Elmenhorster Ortsteil Mönkenbrook lebt, als Gemeindevertreter auch politisch aktiv.

Fußball ist seine große Leidenschaft

Und nun will er auch im Fußball, seiner großen Leidenschaft, eigene Ideen und Vorstellungen umsetzen. Ein Bandscheibenvorfall hat ihn schon früh dazu gezwungen, seine aktive Laufbahn als Torwart (u. a. beim Rümpeler SV, VfL Oldesloe, SSV Pölitz) zu beenden. Deshalb wechselte er die Seiten, machte im Jahr 2013 den Schiedsrichterschein, pfeift seitdem für den WSV Tangstedt und half in verschiedenen Funktionen im Verein und Verband mit. Süpke: „Als Schiedsrichter sieht man den Fußball noch einmal aus einem ganz anderen Blickwinkel.“

Vorsitzender des KFV zu werden, sei nie sein Plan gewesen, so Süpke. „Als Jörg Lembke vor zwei Jahren angekündigt hat, auf dem Verbandstag 2019 aus beruflichen Gründen nicht mehr zu kandidieren, habe ich begonnen, mich mit dem Thema auseinander zu setzen.“ Nach längerer Überlegung entschied er sich schließlich für die Bewerbung.

Um sich mit dem bevorstehenden Aufgabenfeld vertraut zu machen, wurde er vor einem Jahr als Beisitzer und Hospitant in den Verbandsvorstand berufen. Seitdem ist Süpke überall dabei, sogar bei Präsidiumssitzungen des Schleswig-Holsteinischen Fußball-Verbands (SHFV) in Malente, um zu lernen und wichtige Kontakte zu knüpfen. „Ich sehe den Verbandsvorsitzenden nicht nur als Repräsentanten, sondern auch als Bindeglied und Vermittler und den Vorstand sowie die jeweiligen Ausschüsse als Berater und Dienstleister für den Fußballsport im Kreis. Mein Ziel ist eine Zusammenarbeit mit allen Funktionären und Vereinsvertretern, die durch einen offenen Austausch gekennzeichnet ist“, sagt Süpke.

Süpke will trotz des Personalwechsels Kontinuität

Im Falle seiner Wahl wolle er den Kreisfußballverband keineswegs auf den Kopf stellen. „Dort ist gute Arbeit geleistet worden, der Fußball im Kreis funktioniert ja. Aber es gibt neue Herausforderungen, die wir bewältigen müssen. Die neuen Medien, die Zunahme an Ganztagsschulen und die große Bandbreite an anderen Sportarten machen es dem Fußball bei der Mitgliedergewinnung nicht gerade leicht“, sagt Süpke. Auch der Jugendbereich sowie Frauen- und Mädchenfußball lägen ihm am Herzen.

Mit Lembke, Wagner, Klopp, Guske und Wollgramm verliert der KFV-Vorstand weit mehr als 100 Jahre Ehrenamtserfahrung. Dennoch stehen Süpke Mitstreiter mit hoher Fachkompetenz zur Seite. Klaus Unger, Vorsitzender des SV Siek und als Leiter des Kreisjugendausschusses ohnehin schon langjähriges Mitglied im Vorstand des Fußballverband, soll sein Stellvertreter werden.

Weitere Posten sollen neu besetzt werden

Nachfolgekandidat für Uwe Klopp ist der bereits seit vielen Jahren für den Kreispokalwettbewerb verantwortliche Marco Bergemann vom TSV Grabau. Für den Vorsitz des Kreisgerichts stellt sich Harald Berndt (TSV Bargteheide), Gewaltpräventionsbeauftragter des KFV, zur Wahl. Den Posten des Schiedsrichterausschuss-Vorsitzenden würde Julian Weigert vom TuS Hoisdorf übernehmen.

Während des Verbandstags, der Sonnabend um 14 Uhr beginnt, wird Michael Süpke mit einem Auge auch immer die Ergebnisse des letzten Bundesliga-Spieltags im Blick haben. „Ich bin seit frühester Kindheit Fan von Bayern München“, sagt der 29-Jährige. Hin und wieder sei er sogar in der Allianz-Arena, um sich Spiele seiner Mannschaft anzusehen – zuletzt beim 3:3 Ende November gegen Fortuna Düsseldorf. Süpke: „Sollten ich zum Vorsitzenden gewählt und die Bayern Deutscher Meister werden, wäre das ein perfekter Nachmittag.“

Ich möchte dort, wo ich lebe, und in den Bereichen, die mir wichtig sind, etwas mitgestalten