Stormarn
Turnsport

Emma Kastien ist zum zweiten Mal Kreismeisterin

Scheut kein Risiko: Emma Kastien (SV Großhansdorf) turnt während einer Bodenübung eine Schraube.

Scheut kein Risiko: Emma Kastien (SV Großhansdorf) turnt während einer Bodenübung eine Schraube.

Foto: Picasa/Privat / HA

18 Jahre alte Turnerin vom SV Großhansdorf siegt in Leistungsklasse 1 mit großem Vorsprung. Im Oberligateam t sie eine Leistungsträgerin.

Grosshansdorf.  Emma Kastiens Augen strahlen, als sie von ihrem gelungenen Auftritt bei den Kreismeisterschaften erzählt. „Am Boden habe ich eine nahezu perfekte Übung hingelegt“, sagt die 18 Jahre alte Turnerin des SV Großhansdorf. Mit der Darbietung am Balken und Barren bei den von ihrem Verein organisierten Titelkämpfen sei sie ebenfalls zufrieden gewesen. Lediglich am Sprung lief nicht alles nach Plan.

„Ich hatte mir fest vorgenommen, einen Tsukahara zu turnen“, sagt die junge Ahrensburgerin. Zu einem Überschlag seitwärts mit einer Vierteldrehung und Salto rückwärts gehockt kam es jedoch erst gar nicht. „Nach dem Absprung verlor ich den Halt und bin mit den Händen über den Sprungtisch gerutscht“, sagt Kastien. In dieser Situation machte sich das jahrelange Training bezahlt. „Den weiteren Bewegungsablauf habe ich dennoch kontrolliert und bin anschließend sicher gelandet.“

Am Sonnabend ist Wettkampftag in der Oberliga

In der Leistungsklasse 1 verwies die 18-Jährige in der Gesamtwertung des Jahrgangs 2001 mit 52,50 Punkten Florentina Kruske (42,94) und Julia Kalski (38,50) vom TSV Bargteheide mit deutlichem Abstand auf die Plätze zwei und drei. Kastien feierte bereits den zweiten Erfolg bei einer Kreismeisterschaft. Mit sieben Gold-, drei Silber- sowie zwei Bronzemedaillen lag der SV Großhansdorf in der Vereinswertung der kreisinternen Titelkämpfe am Ende vorn.

In der Leistungsklasse 1 standen in ihren jeweiligen Jahrgängen Sofia Freire Mendes (Jg. 2005), Emma Biemann (2004) und Selina Julian (2002) ganz oben auf dem Treppchen. Jule Maxeiner (2008) gelang gleiches Kunststück in der LK 2. Annika Estedt (2009) und Isabell Fölsch (2008) holten goldenes Edelmetall in der LK 3. Viel Zeit zum Verschnaufen bleibt Emma Kastien allerdings nicht. Für die dunkelhaarige Turnerinnen und ihre Teamkolleginnen steht am Sonnabend, 25. Mai, der erste Wettkampftag in der Oberliga auf dem Programm. „Acht Mädchen haben uns im vergangenen Jahr aus den unterschiedlichsten Gründen verlassen, deshalb kann das Ziel für die kommende Saison erneut lediglich der Klassenerhalt sein“, sagt Eike Biemann.

Für den Turnsport eine Spätstarterin

Bereits in der abgelaufenen Saison kämpften die Stormarnerinnen mit einer ausgedünnten Personaldecke erfolgreich um den Ligaverbleib. In den Planungen der Trainerin spielt Kastien dabei eine entscheidende Rolle. Biemann: „Mit ihrer mentalen Stärke kann Emma die Mannschaft mitreißen. Wenn sie ein Ziel vor Augen hat, erreicht sie dieses in der Regel auch.“ Im Turnsport ist Kastien eine Spätstarterin. „Ich war zehn Jahre alt, als ich durch meine Zwillingsschwester Greta die Leidenschaft fürs Turnen entdeckte“, sagt sie. Angst vor einer Übung kennt die 18-Jährige allgemein nicht. „Ich scheue keine Risiken“, sagt sie. „Wenn ich sie aber eingehe, dann bewusst und gut überlegt“.

Zurzeit steht die Kreismeisterin unter einer Doppelbelastung. Neben dem Training investiert sie noch viel Zeit und Kraft für die Schule. Die schriftlichen Abiturprüfungen in den Fächern Mathematik, Sport und Englisch liegen zwar hinter ihr, die mündliche Prüfung im Fach Geografie steht aber noch an. „Da habe ich ein gutes Gefühl“, sagt Kastien. Vor einem Gremium selbstbewusst aufzutreten, bereite ihr keine Probleme.

Nach dem Abitur soll es nach Afrika gehen

Pläne für die Zeit nach dem Abitur hat sie schon geschmiedet. „Ich würde gern mehrere Monate durch Afrika reisen“, sagt Kastien. „Eine Ausbildung zum Safari-Guide reizt mich ungemein, gleichzeitig möchte ich mich aber auch sozial engagieren.“ Ihre Sportlehrerin hätte diesen Weg beschritten und ihr dazu geraten. „Später würde ich noch ein paar andere Dinge des Lebens kennenlernen, bevor ich mich endgültig für einen Berufszweig entscheide.“

Vor einem halben Jahr begann Kastien parallel mit dem Tennissport, da das Sportprofil in der Schule neben Turnen eine weitere Sportart erforderte. In der praktischen Prüfung erreichte Kastien im Turnen mit 15 Zählern die volle Punktzahl, im Tennis waren es immerhin noch 13.

Zweiter Platz beim Hans-Behnke-Pokal

Auch wenn ihr der Umgang mit Ball und Schläger beim THC Ahrensburg gefällt, kann sie sich ein Leben ohne Turnen zurzeit nicht vorstellen. „Es ist das Gefühl der Schwerelosigkeit, das mich dabei am meisten fasziniert“, sagt sie. „Zudem sind Körperbeherrschung und Körperspannung Dinge, die mit zunehmendem Alter immer wichtiger werden.“

Den sportlich emotionalsten Moment erlebte Kastien vergangenes Jahr beim Hans-Behnke-Pokal, um den Stormarns Turnerinnen einmal im Jahr in Trittau wetteifern. „Über den zweiten Platz bei einem derart renommierten Wettkampf habe ich mich unglaublich gefreut, zumal im Jahr zuvor bei mir überhaupt nichts lief“, sagt Kastien.

Trittau und Bargteheide holen jeweils fünf Titel

Bei den Kreistitelkämpfen war nicht nur der SV Großhansdorf erfolgreich. Turnerinnen des TSV Trittau und des TSV Bargteheide sicherten sich in der Sporthalle des Emil-von-Behring-Gymnasiums jeweils fünf Kreismeistertitel. Für Trittau waren in der LK 1 Lara Franke (2007) und Jill Steuber (2006) erfolgreich. In der LK 2 erhielt Malin Peemöller (2005) ebenso wie in der AK 6 Leonie Spitzkowski (2013) und AK 7 Sophie Linnea Seufer die höchste Wertung.

Für Bargteheide räumten jeweils eine Goldmedaille ab: Emily Abel (2006) in der LK 2, Marja Baum (2007) in der LK 3 sowie Ronja Rössner (2011) in der A K8, Jette Ungewitter (2010) in der AK 9 und Emilia Jentges (2009) in der AK 10. Eine weitere Goldmedaille sicherte sich in der LK 2 mit Rebecca Stamme eine Turnerin des VfL Oldesloe.

Es ist das Gefühl der Schwerelosigkeit, das mich beim Turnen am meisten fasziniert
Emma Kastien,SV Großhansdorf