Stormarn
Neuwahl

Führungswechsel beim den Fußballern vom SSV Pölitz

Jens Elschenbroich war neun Jahre lang Vorsitzender der Fußballsparte des SSV Pölitz.

Jens Elschenbroich war neun Jahre lang Vorsitzender der Fußballsparte des SSV Pölitz.

Foto: HA

Jens Elschenbroich leitete die Sparte neun Jahre lang. Zum Abschied zieht er eine Erfolgsbilanz – und kritisiert den Verband.

Pölitz.  Nach neun Jahren ist Schluss: Auf der Jahreshauptversammlung der Fußballabteilung des SSV Pölitz am heutigen Freitag (19 Uhr, Zum Sportzentrum) wird sich der Vorsitzende Jens Elschenbroich von den Mitgliedern verabschieden. In seine Amtszeit fiel unter anderem der Bau des Kunstrasenplatzes.

„Ich habe fast das Maximum erreicht“, sagt Elschenbroich rückblickend. In erster Linie führt er private und berufliche Gründe für seinen ursprünglich schon für das vergangene Jahr geplanten Rückzug an. Anders als 2018 habe er den Übergang nun in Vorgesprächen geregelt, wird den Mitgliedern einen Kandidaten für seine Nachfolge präsentieren. „Meine Arbeit muss eigentlich nur weitergeführt werden“, sagt er.

Mit hohen Gebühren belastet der Verband seine Vereine

Allerdings sorgt Elschenbroich selbst auch für einige Misstöne. In einem online sowie im Vereinsheft „Kiek in“ veröffentlichten Grußwort an die Mitglieder beklagt er Drangsalierungen seitens des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbands (SHFV), die nur schwer zu ertragen seien. Er kritisierte zudem den Kreisfußballverband Stormarn (KFV) und einen gesellschaftlichen Werteverlust, der sich auch in Pölitz zeige – eine kleine Abrechnung zum Abschied.

Auf Abendblatt-Nachfrage präzisierte Elschenbroich seine Kritikpunkte: „Der SHFV erhebt für viele Kleinigkeiten immer höhere Gebühren, auch für sogenannte Dunkelverarbeitungen wie zum Beispiel automatisierte Passwechsel. Das belastet Vereine extrem.“ Auch die Rolle des Verbands in einem drei Jahre zurückliegenden Fall, als ein Vereinsvertreter von GW Siebenbäumen einen Pölitzer Spieler rassistisch beleidigt hatte, jedoch verbandsseitig nicht sanktioniert wurde, kritisierte Elschenbroich nochmals als ein Beispiel für „permanente Ungerechtigkeiten, gegen die wir nicht ankommen“. Dem KFV wirft Elschenbroich vor, schon seit Jahren nicht mehr handlungsfähig zu sein. „Ausschüsse sind teilweise gar nicht mehr besetzt.“

Solidarität und Respekt nehmen ab

Im eigenen Verein bemängelt Elschenbroich vor allem fehlendes Solidaritätsgefühl einiger Mitglieder. „Ich bin jeden Tag damit konfrontiert, dass wieder etwas kaputtgegangen ist. Respekt vor dem Vereinseigentum oder abends mal die Heizung herunterdrehen – das wird weniger. Ich erlebe das als gesellschaftliche Entwicklung.“ All das habe dazu beigetragen, „dass meine Akkus aufgeladen werden müssen“.

Trotzdem blicke er zufrieden und stolz zurück, sagt Elschenbroich, der dem SSV erhalten bleibt. Unter anderem wird er als Projektleiter für die Kernsanierung und Erweiterung des Vereinsheims verantwortlich zeichnen. Dafür bekommt der Verein vom Land 45.000 Euro zur Verfügung gestellt.