Stormarn
Fussball

Drei Stormarner Clubs kämpfen um den Aufstieg

Preußen Reinfeld mit Paul Treichel (l. hier im Hinspiel gegen Oldenburg) will in die Oberliga.

Preußen Reinfeld mit Paul Treichel (l. hier im Hinspiel gegen Oldenburg) will in die Oberliga.

Foto: Thomas Jaklitsch / Thomas JAKLITSCH

An diesem Wochenende geht die Fußballsaison in den Landes-, Verbands- und Kreisligen weiter. Fünf Vereine wechselten den Trainer.

Reinfeld. Nachdem der SV Eichede vergangenen Sonntag wieder in die Oberliga-Saison einstieg, rollt der Fußball ab diesem Wochenende auch in den unteren Spielklassen – mit hervorragenden Aussichten für Vereine aus Stormarn. Welche Clubs aufsteigen können, wer noch um den Klassenerhalt kämpft und wo die Trainer ausgetauscht wurden – eine Abendblatt-Übersicht.

Landesliga: Reinfeld will hoch, SV Eichede II die Klasse halten

„Wir wollen Meister werden!“ Zum Ende der Winterpause erneuert Preußen Reinfelds Trainer Michael Clausen die Kampfansage an den drei Punkte entfernten Tabellenführer Oldenburger SV. Auch der drittplatzierte FC Phönix Lübeck hat noch Chancen, zumal sich der Club massiv verstärkt hat. „Es wird auf die Nerven ankommen und auf die Spiele gegen die vermeintlich leichten Gegner“, glaubt Clausen. Im ersten Pflichtspiel des Jahres beim Landesliga-Siebten Eidertal Molfsee müssen die Stormarner ohne Benedikt Decker und Benjamin Pirch (privat beziehungsweise beruflich verhindert) sowie die verletzten Timo Schwartz und Mark Heinze auskommen.

Beim SV Eichede II fehlen aktuell sogar fünf Spieler, womit Coach Paul Kujawski derzeit nur auf einen 16-Mann-Kader zählen kann. „Wir bekommen ja aber auch oft Unterstützung aus der ersten Mannschaft, daher ist das in Ordnung“, sagte Kujawski, dessen Team um den Klassenerhalt kämpft. Nur vier Punkte trennen die Steinburger von den Abstiegsplätzen.

Verbandsliga: Pole Position im Titelrennen für den SSC Hagen

Während die Reinfelder vor der Saison zumindest zum erweiterten Kreis der Landesliga-Spitzenclubs zählten, kam der Höhenflug des SSC Hagen Ahrensburg in der Verbandsliga Süd völlig überraschend. Die Mannschaft von Trainer Carsten Holst überwinterte mit 36 Punkten aus 18 Partien an der Tabellenspitze. Allerdings befinden sich mit dem Breitenfelder SV (ebenfalls 36 Punkte), dem Büchen-Siebeneichener SV (34 Punkte/17 Spiele) und dem Sereetzer SV (33/17) drei Konkurrenten im Windschatten. Es zeichnet sich ein bis zuletzt spannendes Titelrennen ab. „Der Wille und Teamgeist ist bei uns da, aber wer sich am Ende durchsetzt, ist völlig offen“, sagt Holst. „Es wird sehr wichtig, wie man aus den Startlöchern kommt.“ Zehn Partien sind noch zu absolvieren, sechsmal tritt der SSC dabei zu Hause an. Allerdings muss Holst auf Spielmacher Lucas Schaare (wohnt bis Saisonende in Mailand) und bis auf Weiteres auch auf die verletzten Kai und Rico Pohlmann verzichten. Neu im Team sind die Winterneuzugänge Manuel Horn und Erol Siegert.

Für den VfL Tremsbüttel geht es um den Klassenerhalt. Der Vorsprung auf den Relegationsplatz beträgt nur zwei Zähler. Der Trainer zeigt sich nach einer gelungenen Vorbereitung optimistisch: „Wir haben extrem viel im körperlichen Bereich gearbeitet, weil wir darüber noch einige Punkte mehr holen können“, sagte Marco Schier, der aus dem Vollen schöpfen kann. „Wir haben 27 Leute. 75 Prozent davon haben eine Trainingsbeteiligung von mehr als 80 Prozent. Damit kann man sehr zufrieden sein.“

Auch der SSV Pölitz, der zwei Zähler mehr verbucht als die Tremsbütteler, ist noch nicht gerettet. Das Team von Jan-Christian Hack startete bereits vergangenen Sonnabend mit dem Nachholspiel beim SSV Güster (1:4) in das neue Jahr. An diesem Wochenende hat der SSV aber noch mal spielfrei.

Fernab aller sportlichen Ziele bewegt sich der VfL Oldesloe. Bei einem Rückstand von elf Zählern ist der Abstieg praktisch besiegelt, zumal die Winter-Vorbereitung unter dem neuen Trainer Andreas Haese nicht optimal verlief. Nur zwei Testspiele fanden statt. Abteilungsleiter Jens Schenk: „Wir beschäftigen uns jetzt mit dem Aufbau für die nächste Saison in der Kreisliga.“

Kreisliga: Hamberge ganz oben, Union/Grabau zittert

Neben dem VfL Oldesloe wechselten in der Winterpause auch vier Stormarner Kreisligisten ihren Übungsleiter. Bei JuS Fischbek ersetzt Kapitän Bahattin Altinalana bis Saisonende den gefeuerten Marc Mandel. Wer im Sommer übernimmt, will der Verein im April bekanntgeben. Beim Bargfelder SV sind nach dem Rücktritt von Frank Hellbig dessen früherer Co-Trainer Jan von Bergen sowie der neu verpflichtete Björn Hermes verantwortlich.

Zwei weitere neu installierte (aber schon bekannte) Trainer treffen gleich am Sonntag aufeinander, wenn der Tabellenvierte SC Elmenhorst die abstiegsbedrohte SG Union/Grabau empfängt. Marius Kuhlke, früherer Coach des VfL Oldesloe, will mit dem SCE einen Platz in den Top fünf verteidigen. „Wir sind dabei, uns zu finden, um in der neuen Saison oben mitzuspielen“, sagte er. Für seinen ersten Gegner geht es um den Klassenerhalt. Dafür holte die Spielgemeinschaft Karsten Drube zurück. Der hatte seine Trainer-Laufbahn eigentlich schon beendet. „Ich wollte meinen alten Verein und die Spieler in dieser Situation nicht hängen lassen“, sagte er. Im Sommer teilt sich die SG wieder in die Stammvereine TSV Grabau und SC Union Oldesloe auf. Ob der Verein aus der Kreisstadt ein eventuelles Kreisliga-Startrecht übernehmen dürfte, ist übrigens noch fraglich.

Deutlich weiter oben in der Tabelle hat der TuS Hoisdorf bei einem Rückstand von fünf Zählern noch kleine Chancen auf den Titel. „Ich weiß nicht, ob der Verein den Aufstieg will. Wir unterhalten uns diesen Monat darüber“, sagte Trainer Yilmaz Ince. Als Tabellenführer der Kreisliga Süd-Ost überwinterte Aufsteiger SV Hamberge. Ist der direkte Durchmarsch möglich? Trainer Andreas Möller hält sich noch bedeckt: „Wir haben keinen Druck und werden einfach gucken, wie weit wir gehen können.“