Stormarn
Handball

Handballer bilden Spielgemeinschaft

Der 2. GHG-Vorsitzende Rüdiger Albert (M.) ist sich mit den Schwarzenbekern Torben Höhn (l.) und Jan Schmidtchen einig.

Der 2. GHG-Vorsitzende Rüdiger Albert (M.) ist sich mit den Schwarzenbekern Torben Höhn (l.) und Jan Schmidtchen einig.

Foto: Henrik Bagdassarian / HA

GHG Hahnheide und TSV Schwarzenbek starten mit 17 Teams unter neuem Namen in die kommende Spielzeit.

Trittau/Lütjensee.  Die Nachricht kommt überraschend, scheint aber für beide Beteiligten der richtige Schritt zu sein: Für die kommende Saison bilden die Handballer der GHG Hahnheide und des TSV Schwarzenbek eine neue Spielgemeinschaft. Betroffen sind 17 Mannschaften (sechs von der GHG, elf vom TSV) – von den Minimix bis zu den Damen- und Herrenteams beider Clubs.

„Wir wollen langfristig gewährleisten, dass unsere Mannschaften – quer durch alle Altersklassen – im Spielbetrieb konkurrenzfähig bleiben. Das wäre nur der Fall, wenn jedes Team über einen Kader von 14, 15 Spielern verfügt“, sagt Rüdiger Albert, 2. Vorsitzende der GHG Hahnheide. „Genau das ist zurzeit selten der Fall. Wenn eine Mannschaft aber leistungsorientierten Handballsport betreiben möchte, bei einem neunköpfigen Kader aber noch zwei, drei Ausfälle verkraften muss und mit einer Notbesetzung hoch verliert, sitzt der Frust tief.“

Auf einen Namen haben sich beide Parteien noch nicht geeinigt. „Diesbezüglich sind wir gerade in der Findungsphase“, sagt Schwarzenbeks stellvertretender Abteilungsleiter Torben Höhn. „Einige kreative Köpfe sind damit beschäftigt, bis Anfang März werden wir etwas Passendes gefunden haben.“

404 könnte beim neuen Namen eine Rolle spielen

Der neue Name der Spielgemeinschaft könnte aber die Ziffern 404 beinhalten, soviel verrät Albert. „Die 404 ist die Bundesstraße, die Trittau und Schwarzenbek über 17 Kilometer verbindet“, sagt der Stormarner. Er kennt sich mit Spielgemeinschaften aus. Denn die Große Handball Gemeinschaft Hahnheide ist bereits ein Zusammenschluss aus zwei Vereinen: dem TSV Lütjensee und dem TSV Trittau. Die GHG hat zurzeit 155, die Handballsparte des TSV 237 Mitglieder.

„Mit einer Erweiterung der Spielgemeinschaft werden wir Kräfte bündeln, sowohl im Spielbetrieb als auch in der Organisation“, sagt Albert. „Gemeinsam können wir unsere Angebote ausbauen und bessere Trainingsmöglichkeiten anbieten.“ Die Gefahr eines Identifikationsproblems der Jugendlichen und Erwachsen mit ihrem Heimatverein befürchtet Höhn nicht. „In der weiblichen Jugend haben wir bereits gemeinsam eine Art Spielgemeinschaft gebildet – und sehr gute Erfahrungen gemacht“, erzählt der Schwarzenbeker.

Zunächst hatte die weibliche C-Jugend des TSV ein Gastspielrecht beantragt, um in der entsprechenden Altersklasse die Mädchen der GHG Hahnheide zu unterstützen. In der darauffolgenden Spielzeit waren es die jungen Stormarnerinnen, die – mittlerweile in die weibliche B-Jugend aufgestiegen – im Trikot des TSV Schwarzenbek auf Torejagd gingen.

Bis Mitte April muss die Spielgemeinschaft beantragt werden

Beide Parteien sind sich einig, unterschrieben ist allerdings noch nichts. „Es sind lediglich noch ein paar administrative und organisatorische Dinge zu klären“, sagt Schwarzenbeks Abteilungsleiter Jan Schmidtchen. „Wir haben noch ein paar Wochen Zeit, die neue Spielgemeinschaft müssen wir bis Mitte April beim Handballverband Schleswig-Holstein beantragen.“

Einen weiteren Vorteil eines Zusammenschlusses sieht Höhn in dem Angebot der Spielstätten. „Mit den beiden Hallen in Lütjensee und Trittau sowie den beiden Sportstätten in Schwarzenbek sind wir hervorragend aufgestellt“, sagt der 42 Jahre alte Lauenburger.

Ein Problem hatten sowohl die Stormarner als auch die Lauenburger in der Vergangenheit. Beide galten als Talentschmiede, konnten aber die von ihnen ausgebildeten Leistungsträger nicht lange halten. „Das wird sich in den kommenden Jahren hoffentlich ändern, wenn einige unserer leistungsorientierten Jugendmannschaften den Sprung in die Schleswig-Holstein-Liga geschafft haben“, sagt Albert.

Etablierte Angebote beider Partner bleiben bestehen

Etablierte Handballveranstaltungen wie in Lütjensee der Fielmann-Cup oder das Himmelfahrtsturnier bleiben feste Termine. Auch das mehrtägige Handball-Camp, das der TSV unter der Leitung des ehemaligen Weltklasse-Torhüters Goran Stojanovic (120 Länderspiele für Jugoslawien) anbietet, bleibt im Programm.

Albert, Höhn und Schmidtchen sind sich einig: „Wir haben Lust, gemeinsam etwas zu bewegen“, sagt Albert. „Ein weiterer Vorteil ist, dass bei uns Ehrenämtlern durch die Zusammenlegung die Verantwortung auf mehrere Schultern verteilt wird.“