Stormarn
BADMINTON

Trittau gewinnt Kellerduell in Neumünster

Foto: Thomas Jaklitsch / HA

Stormarner Bundesligaclub setzt sich bei Schlusslicht BW Wittorf mit 4:3 durch. In zwei Wochen folgt das nächste wichtige Spiel.

Neumünster.  Fast schien es, als wollte Ary Trisnanto vor dem allerletzten Ballwechsel in einem der wichtigsten Bundesliga-Spiele des TSV Trittau überhaupt die Situation noch mal richtig zelebrieren. Beim Stand von 11:9, 11:5, 10:6 griff der 28-Jährige zum Wischer, nahm ein wenig Schweiß vom Hallenboden auf. Danach trocknete er seine rechte Hand mit einem Tuch, bis er seinem Gegner Rafal Hawel endlich signalisierte, wieder bereit zu sein – bereit dazu, mit einem Smash den Dreisatz-Sieg im abschließenden Einzel zu sichern und damit den 4:3-Triumph der Stormarner bei BW Wittorf perfekt zu machen.

Durch den Erfolg im stimmungsvollen Kellerduell hat der TSV den achten Rang, der den sicheren Klassenerhalt bedeutet, zunächst gefestigt und den Vorsprung auf das Schlusslicht auf zwei Punkte ausgebaut. Dass sie zwar schwächer als in den vorangegangenen Jahren, aber immer noch besser sind als ihr Lokalrivale, das bewiesen die Trittauer, obwohl sie mal wieder auf mehrere Leistungsträger verzichten mussten.

Abteilungsleiterin Persson machte sich große Sorgen

Neben den Brüdern Jonathan und Joachim Persson fiel kurzfristig erneut Gergely Krausz aus. Der Ungar war zwar angereist, hatte von einer leichten Verletzung beim Einspielen aber zu starke Schmerzen. „Ich hatte sehr große Sorgen, ob wir überhaupt einen Punkt holen“, verriet Abteilungsleiterin Sabina Persson später.

Vor rund 200 Zuschauern, die auf der engen Tribüne eine bemerkenswerte Atmosphäre entfachten, zeichnete sich sofort ein spannendes Kellerduell ab. Im ersten Herrendoppel endeten zwei Sätze erst mit dem Entscheidungs-Ballwechsel. Die Wittorfer punkteten gegen David Jones/Matthew Clare jeweils zum 15:14 und brachten ihr Team in Führung. Trittaus Damendoppel tat sich parallel überraschend schwer, drehte einen 0:2-Satzrückstand aber noch zum fest eingeplanten Sieg. Nach dem souveränen Auftritt von Priskila Siahaya im Dameneinzel ging es im zweiten Herrendoppel in den Entscheidungssatz, wo sich Trisnanto und Nikolaj Persson von einem deutlichen Rückstand zu spät erholten und 9:11 unterlagen – 2:2. Für die erneute Trittauer Führung sorgte Krausz-Ersatz David Jones, der sich dank einer starken Leistung glatt durchsetzte. Im Mixed blieben Jessica Hopton/Clare chancenlos, weshalb das abschließende Herreneinzel zum Höhepunkt des Tages wurde. Nach einem durchwachsenen Start drehte Trisnanto rechtzeitig auf und sicherte sich den ersten Satz. Sein Gegner wirkte – auch aufgrund einiger Unstimmigkeiten mit dem Schiedsrichter – schnell entnervt, das Publikum wurde immer leiser. Schließlich durften sich die Trittauer über ihren zweiten Auswärtssieg in Folge freuen.

Der Triumph in Neumünster war eminent wichtig, entscheidend aber noch lange nicht. „Wir können uns noch nicht sicher sein“, warnte Sabina Persson, die in Gedanken schon beim nächsten „sehr richtungsweisenden“ Spiel war. In zwei Wochen ist Tabellennachbar BC Wipperfeld zu Gast an der Heinrich-Hertz-Straße (Sonnabend, 23. Februar, 15 Uhr). „Ich hoffe, dass bis dahin irgendein Einzelspieler wieder fit wird“, sagte die Abteilungsleiterin.

Einen Tag vor Trittaus Partie in Neumünster feierte die zweite Mannschaft des TSV (Zweite Bundesliga Nord) ein 6:1 beim BC Beuel II und verbesserte sich auf den dritten Platz. Der Rückstand auf Tabellenführer BC Hohenlimburg verringerte sich auf vier Punkte. Grundlage für den deutlichen Sieg waren die drei erfolgreichen Fünf-Satz-Matches, in denen Jones/Daniel Seifert, Marina Korsch/Hopton sowie Jones im Einzel Nervenstärke bewiesen. Alexander Mernke/Rasmus Zander setzten sich nach vier Durchgängen durch, Korsch und Mernke gewannen ihre Einzel glatt. Die einzige Niederlage erlaubten sich Zander/Hopton im Mixed.

BW Wittorf – TSV Trittau, Herrendoppel 1: Mairs/Durkin – Jones/Clare 11:4, 15:14, 15:14; Damendoppel: Küspert/Williams – Ostermeyer/Hopton 11:6, 11:5, 6:11, 5:11, 6:11; Dameneinzel: Cheah – Siahaya 8:11, 7:11, 9:11; Herrendoppel 2: Pietryja/Geiss – Trisnanto/N. Persson 12:10, 6:11, 6:11, 11:5, 11:9; Herreneinzel 1: Bednorsch – Jones 5:11, 8:11, 9:11; Mixed: Mairs/Williams – Clare/Hopton 12:10, 11:7, 11:4; Herreneinzel 2: Hawel – Trisnanto 9:11, 5:11, 6:11