Stormarn
Badminton

Trittau verbessert sich auf Nichtabstiegsplatz

Nikolaj Persson bildet mit Ary Trisnanto das mittlerweile immer konstantere zweite Herrendoppel  des TSV Trittau.

Nikolaj Persson bildet mit Ary Trisnanto das mittlerweile immer konstantere zweite Herrendoppel des TSV Trittau.

Foto: Thomas Jaklitsch / HA

Der Badminton-Bundesligist feiert beim TSV Freystadt überraschend seinen ersten Auswärtssieg. es folgt der Monat der Wahrheit.

Bad Vilbel/Freystadt.  Dass sie sogar in der 700 Kilometer von der Heimat entfernten Oberpfalz Unterstützung durch einen Fan bekommen würden, hätten die Badminton-Spieler des TSV Trittau nicht gedacht. Groß war die Überraschung, als auf der Tribüne ein Gast mit TSV-Halstuch gesichtet wurde – und der Mann aus Bergedorf entpuppte sich auch noch als echter Glücksbringer. Beim TSV Freystadt feierten die Stormarner mit 5:2 ihren ersten Auswärtssieg der laufenden Bundesliga-Saison und merzten damit die tags zuvor erlittene 3:4-Niederlage beim SV Fun-Ball Dortelweil aus.

„Wir sind zufrieden mit dem Doppelspieltag“, sagte Sabina Persson, die erst in der Nacht gegen 3 Uhr zurück in Trittau war. Das eine oder andere „Aber“ fand sich in den Ausführungen der Abteilungsleiterin jedoch auch nach diesem Drei-Punkte-Spieltag und dem Sprung auf einen sicheren Nichtabstiegsplatz wieder, denn zwei weitere Zähler wären möglich gewesen und auch die drei direkten Konkurrenten der Trittauer punkteten wieder.

Matthew Clare verliert im Mixed die Nerven

Zwei Punkte verlor der TSV im ersten Spiel beim SV Fun-Ball Dortelweil, der sich somit auf Platz sieben setzte und nun die beste Ausgangsposition hat. Die vermeidbare 3:4-Pleite war es denn auch, die Persson nach dem Überraschungssieg in Freystadt noch beschäftigte. „Das Spiel hat einen bitteren Beigeschmack, denn das Mixed hätten wir nicht verlieren dürfen“, haderte sie. Kilasu Ostermeyer und Matthew Clare gewannen den ersten Satz und glichen nach zwei verlorenen Durchgängen zum 2:2 aus. Den fünften Satz entschieden die Gastgeber für sich. „Matthew hat den Kopf verloren“, sagte Persson später. „Er wurde hektisch und hat die Gegner dadurch aufgebaut.“ Offenbar hatte der 21-Jährige mit seinen Nerven zu kämpfen. „Am nächsten Tag haben wir ihn im Mixed draußengelassen und dann ist er in seiner Coaching-Rolle richtig aufgegangen“, berichtete Persson – kein Vorwurf also an den Briten.

Im Damendoppel sammelte Ostermeyer dagegen ein Erfolgserlebnis an der Seite der lange verletzten Fee Teng Liew, die Jessica Hopton ersetzte. Im zweiten Doppel bestätigten Ary Trisnanto und Nikolaj Persson ihre aufsteigende Form und Priskila Siahaya gewann ihr umkämpftes Einzel nach fünf Sätzen – um am nächsten Tag ihr Meisterstück zu liefern.

Priskila Siahaya gewinnt ihr siebtes Einzel in Folge

Zu Saisonbeginn hatte die Indonesierin noch etwas geschwächelt, nun gewann sie in Freystadt schon ihr siebtes Einzel in Folge und bezwang dabei die bislang ungeschlagene Kristin Kuuba, die in der laufenden Saison überhaupt erst einen Satz abgegeben hatte. Gegen Siahaya führte die Estin im entscheidenden fünften Durchgang schon mit 10:7, dann drehte Siahaya das Match doch noch und erhöhte damit nach den Siegen der drei Doppel sowie von Gergely Krausz im ersten Herreneinzel auf den nicht für möglich gehaltenen Zwischenstand von 5:0. Einen 6:1-Erfolg, der einen weiteren Punkt gegen den Abstieg gebracht hätte, verpasste dann Ary Trisnanto, der sein Einzel knapp in fünf Sätzen verlor, trotz einer 9:7-Führung im letzten Durchgang. Persson: „Ary und Nikolaj trainieren derzeit nur noch Doppel. Das ist beiden in ihren Einzel-Matches anzumerken. Ich würde es begrüßen, wenn sie ihr Training entsprechend anpassen.“

Trittau (zehn Punkte) steht nun als Achter ganz knapp vor dem BC Wipperfeld, der punktgleich den Relegationsplatz belegt, und Schlusslicht BW Wittorf, das nur einen Zähler zurückhängt. Auf beide Verfolger treffen die Stormarner im Februar, der zum Monat der Wahrheit werden könnte.

Zunächst steht am 10. Februar in Neumünster das Landes-Derby gegen BW Wittorf an. „Gegen Wittorf erwartet uns ein Hexenkessel. Es geht um sehr, sehr viel“, sagte Persson. Gegen Wipperfeld (23. Februar) kann der TSV dann wieder auf die Unterstützung des eigenen Publikums setzen.

Aus der erhofften Rettung durch den Meistertitel der zweiten Mannschaft in der Zweiten Bundesliga Nord wird wohl nichts. Das Team gewann 5:2 gegen den Horner TV, unterlag im Anschluss aber 3:4 bei Tabellenführer BC Hohenlimburg, der auf die viertplatzierten Stormarner einen Vorsprung von fünf Punkten hält. Die Entscheidung fiel in den beiden Herrendoppeln. Sowohl David Jones/Daniel Seifert als auch Alexander Mernke/Alexander Strehse verloren in fünf Sätzen. „Jetzt wird es schwer, Hohenlimburg noch einzuholen“, sagte Sabina Persson. Ob der Club aus Hagen den Aufstieg anstrebt, ist allerdings noch offen.

SV Fun-Ball Dortelweil – TSV Trittau, Herrendoppel 1: Benz/Heinz – Krausz/Clare 11:9, 11:4, 11:13, 11:4; Damendoppel: Yap/Horbach – Ostermeyer/Liew 9:11, 10:12, 11:8, 8:11; Herrendoppel 2: Malkov/Nikolov – Trisnanto/N. Persson 11:9, 9:11, 6:11, 8:11; Herreneinzel 1: Malkov – Krausz 9:11, 11:5, 11:9, 11:9; Dameneinzel: Yap – Siahaya 11:8, 6:11, 11:7, 11:13, 7:11; Mixed: Lang/Horbach – Clare/Ostermeyer 10:12, 11:7, 11:8, 11:13, 11:8; Herreneinzel 2: Nikolov – N. Persson 11:5, 11:1, 11:2
TSV Freystadt – TSV Trittau, Herrendoppel 1: Hadmadi/Flynn – Krausz/Clare 2:11, 11:13, 13:11, 11:8, 5:11; Damendoppel: Kuuba/Moore – Ostermeyer/Liew 11:5, 10:12, 9:11, 11:5, 11:13; Herrendoppel 2: Gerberich/Waffler – Trisnanto/N. Persson 11:6, 8:11, 7:11, 5:11; Herreneinzel 1: Hadmadi – Krausz 3:11, 11:3, 14:15, 6:11; Dameneinzel: Kuuba – Siahaya 7:11, 11:7, 5:11, 11:7, 11:13; Mixed: Flynn/Moore – N. Persson/Ostermeyer 15:13, 11:5, 11:7; Herreneinzel 2: Schmidt – Trisnanto 6:11, 14:12, 7:11, 11:9, 11:7