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Carsten Holst bleibt bis 2020 beim SSC Hagen Trainer

Carsten Holst ist seit September 2017 Cheftrainer am Hagen. Der SSC ist seine neunte Station.

Carsten Holst ist seit September 2017 Cheftrainer am Hagen. Der SSC ist seine neunte Station.

Foto: Thomas Jaklitsch

59-Jähriger folgt Bitte seiner Verbandsligafußballer, lobt deren Entwicklung – und benennt erstmals den Landesliga-Aufstieg als Ziel.

Ahrensburg.  Die finale Besprechung dauerte nur wenige Minuten, dann war es abgemacht: Carsten Holst bleibt – entgegen seiner ursprünglichen Planung – über die laufende Saison hinaus Chefcoach des SSC Hagen Ahrensburg. Bei der Sitzung mit Abteilungsleiter Günter Feigl und dessen Stellvertreter Andreas Schnettker sagte Holst zu, die Fußballmannschaft bis zum 30. Juni 2020 zu trainieren.

Am Ende war die Vereinbarung nur noch Formsache, obwohl sich der 59-Jährige eigentlich in die zweite Reihe zurückziehen und Sportlicher Leiter werden wollte. Das hatte er im vergangenen April angekündigt. „Mannschaft und Spartenleitung haben sich dafür ausgesprochen, dass ich Trainer bleibe. Und es stimmt ja alles, also kann ich ruhig noch ein Jahr dranhängen“, sagt Holst, für den der SSC Hagen die neunte Trainerstation ist. „Was das soziale Klima und die Entwicklungs-Fähigkeit der Spieler angeht, hatte ich vorher vielleicht zwei vergleichbare Clubs.“

Herbstmeister statt graue Maus

Das schlägt sich in dieser Saison auch in den Ergebnissen nieder. In der extrem ausgeglichenen Verbandsliga Süd überwintert der Tabellenneunte von 2017 und 2018 völlig überraschend auf Rang eins – Herbstmeister statt graue Maus. Die bisherige Zurückhaltung in der Zielsetzung hat Holst mit seiner Vertragsverlängerung aufgegeben. „Unser Anspruch muss jetzt sein, nächste Saison in der Landesliga zu spielen“, sagt er. Abteilungsleiter Feigl sieht das auch so, stellt aber klar: „Wir müssen nicht aufsteigen. Wenn wir in der Verbandsliga bleiben, ist das auch in Ordnung.“

Wichtiger als die Ligazugehörigkeit sei für die Abteilung, solide zu arbeiten und mit der ersten Herrenmannschaft attraktiven Fußball zu bieten, so Feigl. „Die Aufstiegs-Chance hat sich durch die Leistungen einfach ergeben. Wenn ich an Spiele wie das 4:0 beim Eichholzer SV denke – das war ja traumhaft. Wenn ein Trainer so etwas schafft, will man ihn natürlich halten.“

Holst gibt das Lob an die Mannschaft weiter: „Wir sind sowohl mental als auch körperlich stabiler und in unseren Leistungen konstanter geworden. Kleine Rückschläge haben wir gut weggesteckt und Spiele, die wir klar dominiert haben, konsequent zu Ende gespielt.“ Das jüngste Beispiel dafür ist die letzte Partie des vergangenen Jahres, als die Schlossstädter im Kreisderby beim VfL Oldesloe mit 7:2 gewannen. Der SSC Hagen hat die meisten Tore der Liga geschossen (55), die zweitwenigsten kassiert (25) und dadurch mit Abstand das beste Torverhältnis – was noch wichtig werden könnte.

Hohe Leistungsdichte bei den Liga-Konkurrenten

„Die Liga ist sehr eng. Am Ende werden wahrscheinlich Kleinigkeiten entscheiden“, sagt Holst. Der Tabellenzweite Breitenfelder SV lauert punktgleich hinter Ahrensburg, die Verfolger Büchen-Siebeneichener SV (zwei Punkte Rückstand) und Sereetzer SV (drei Punkte Rückstand) sind ebenfalls in Schlagdistanz, zumal beide Clubs eine Partie weniger absolviert haben. Auch der SV Todesfelde II rechnet sich bei sechs Zählern Rückstand noch Chancen auf den Titel aus. Mit der Mischung aus erfahrenen Spielern und den frisch aus der Jugend aufgerückten Talenten wähnt der Coach seine Mannschaft für den nervenaufreibenden Titelkampf gerüstet. „Ich sehe keine Anzeichen, dass irgendetwas schlechter werden sollte.“

Auch der Abgang des offensiven Mittelfeldspielers Lucas Schaare, der für ein halbes Jahr nach Mailand zieht, bereitet Holst kein Kopfzerbrechen. In Manuel Horn (kommt vom WSV Tangstedt) hat der SSC einen direkten Ersatz mit Hagener Vergangenheit verpflichtet. „Er ist technisch und kämpferisch stark und passt menschlich zu 100 Prozent in das Team“, sagt der Trainer.

Neues A-Junioren-Team soll näher an die Herren rücken

Zweiter Neuzugang ist der 34-jährige Erol Siegert, der vom TSV Wandsetal kommt und ebenfalls früher in Stormarn aktiv war. Mit seiner Ruhe am Ball soll Siegert das defensive Mittelfeld verstärken. Holst: „Dadurch, dass wir so eine gute Mischung haben, werden wir beide schnell integrieren.“

Doch während die Ligamannschaft die Tabellenspitze stürmte, lief es an anderer Stelle alles andere als rund am Hagen. Die A-Jugend-Mannschaft wurde nach wochenlangen Querelen abgemeldet – für den SSC, der sich in erster Linie als Ausbildungsverein versteht, eine Katastrophe. Auch hier will Holst anpacken – gemeinsam mit seinem Vorgänger. Michael Schmal, aktuell B-Junioren-Trainer, rückt kommende Saison in den A-Junioren-Bereich auf und mit der Mannschaft näher an das Herrenteam heran. Es soll gemeinsame Trainingszeiten geben, Schmal und dessen früherer Co-Trainer Holst wollen eng zusammenarbeiten.

Zunächst aber geht es um den Aufstieg der Herren in die Landesliga. Das Projekt beginnt am 22. Januar mit dem Trainingsauftakt am Hagen. Im ersten Punktspiel des Jahres wartet am 10. März der Tabellenzehnte Rapid Lübeck.