Stormarn
Karate

Die Europameisterschafts-Dritte aus Reinbek

Pauline Sattler (TSV Reinbek) ist Deutsche Vizemeisterin in der Altersklasse U 16.

Pauline Sattler (TSV Reinbek) ist Deutsche Vizemeisterin in der Altersklasse U 16.

Foto: Henrik Bagdassarian / HA

Karatekämpferin Pauline Sattler will Stormarns Sportlerin des Jahres werden. Die 15-Jährige kann viele Erfolge vorweisen.

Reinbek.  Sportlich hat Pauline Sattler im vergangenen Jahr gleich mehrfach für Furore gesorgt. Bei den in Erfurt (Thüringen) ausgetragenen Deutschen U-16-Meisterschaften wurde die 15 Jahre alte Karatekämpferin der TSV Reinbek im Sommer in der Gewichtsklasse bis 54 Kilogramm Vizemeisterin. Mit einer Bronzemedaille im Gepäck kehrte sie im November vom Europa-Cup im Wado-Karate – den inoffiziellen Europameisterschaften in diesem Karatestil - aus Portugal zurück.

Für Pauline war es die erste Teilnahme an europäischen U-16-Wettkämpfen. Die Zweite folgte kurz darauf: In der Karate-Youth-League im italienischen Venedig ging es für sie Mitte Dezember eigentlich nur darum, weiter internationale Erfahrung zu sammeln. Auf einen glänzenden 10:0-Erfolg in Runde eins folgte eine unglückliche 0:1-Niederlage im zweiten Durchgang. „Es war für mich auf jeden Fall mehr drin“, sagte Pauline kurz nach ihrer Rückkehr dem Abendblatt.

Landestrainer lobt ihre Leistungssteigerung

Manchmal tat sich die 15-Jährige im zurückliegenden Jahr schwer, die eigene Leistung im Vergleich zu anderen Top-Karatesportlerinnen ihrer Altersstufe richtig einzuordnen. Coach Timo Stieger-Fleischer hat damit keinerlei Probleme. „Ab und zu kam bei ihr die Frage auf, ob das sportliche Niveau der Gegnerinnen allgemein schwächer geworden ist“, sagt der Landestrainer von der TSV Reinbek. Lächelnd fügt er hinzu: „Ich habe Pauline beruhigt und ihr geantwortet, dass sie sich in ihrer Leistung einfach enorm gesteigert hat und mittlerweile auch international gut mithalten kann.“

Für die 15-Jährige geht es in diesem Jahr mit international besetzten Turnieren Schlag auf Schlag weiter. „Das Programm für die kommenden Monate ist proppevoll“, sagt Stieger-Fleischer. An diesem Wochenende kämpft Pauline mit einigen Vereinskameraden bei einem international besetzten Turnier in der Arena auf dem Nürburgring. Die Erfolgschancen der Reinbeker sind aber eher niedrig anzusetzen. „Nach lediglich drei Trainingseinheiten vor dem Saisonauftakt dürfte keiner zu 100 Prozent fit sein“, sagt Stieger-Fleischer, der seinen Schützlingen zum Jahresende eine Pause gegönnt hatte.

In diesem Jahr sind viele Wettkämpfe geplant

Eine Woche später tritt Pauline beim Champions-Cup im österreichischen Hard an. Weitere Stationen sind die Berlin-Open und der Internationale Banzai-Cup, der ebenfalls in der Hauptstadt ausgetragen wird. Zudem stehen Starts bei den Deutschen Meisterschaften der Junioren in Erfurt (Thüringen) sowie in der Karate-Youth-League in Zypern, Kroatien und Italien auf dem Programm. Internationales Parkett ist Pauline von klein auf gewöhnt. Drei Jahre lebte sie mit der Familie in Budapest, besuchte dort die Internationale Schule. Vater Sebastian verschlug es aus beruflichen Gründen in die Hauptstadt Ungarns.

Pauline muss sich umstellen. Bei den nationalen Titelkämpfen und einigen europäischen Wettbewerben wird sie ihre Kämpfe nun in der Altersklasse U18 bestreiten. „Als jüngerer von zwei Jahrgängen ist das sicherlich eine Herausforderung“, sagt die 15-Jährige und lacht. „Aber wer sich weiter entwickeln will, darf damit keine Schwierigkeiten haben.“

Auf der Matte kennt sie keine Nervosität

Ihren Kampfstil beschreibt Pauline als eher passiv. „Ich warte lieber auf den entscheidenden Moment, um mit einem geschickten Konter zum Erfolg zu kommen“, sagt die blonde Reinbekerin, schränkt aber gleichzeitig ein: „Ob ich meine Taktik umsetzen kann, hängt jedoch immer vom Stil der jeweiligen Gegnerin ab.“ Mit Lampenfieber hat die junge Reinbekerin kein Problem. „Vor einem Kampf bin ich zwar leicht angespannt“, erzählt sie. „Sobald ich aber die Matte betrete, ist jegliche Nervosität wie weggeblasen.“

Mit Niederlagen geht Pauline auf unterschiedliche Weise um. „Wenn ich aufgrund von dummen, eigenen Fehlern einen Kampf verliere, habe ich daran schon länger zu knabbern“, sagt sie. „Wenn ich aber vernünftig gekämpft habe und dennoch verliere, ist die Welt viel schneller wieder in Ordnung.“

Die junge Sportlerin kann sich über Fördergeld freuen

Pauline hat gleich doppelten Grund zur Freude. Die 15-Jährige wurde nicht nur von einer aus Funktionären des Kreissportverbands Stormarn (KSV) und Sportjournalisten zusammengesetzten Jury für die Wahl zur Stormarner Sportlerin des Jahres nominiert. Die Sparkassen-Stiftung Stormarn und der KSV unterstützen die Reinbekerin in diesem Jahr auch mit 1000 Euro Fördergeld. Dieses wird am Freitag, 15. Februar, in den Räumen der Sparkasse Holstein in Bad Oldesloe anlässlich der Ehrung für die Sportler des Jahres überreicht.

Als Leser können Sie bei der Sportlerwahl mitmachen und gewinnen. Die Teilnahme ist ganz einfach. Wählen Sie in jeder Kategorie einen Kandidaten aus, notieren die Namen in Druckbuchstaben auf einer frankierten Postkarte und senden diese an den Kreissportverband (KSV) Stormarn, Lübecker Straße 35, 23843 Bad Oldesloe. Die Teilnahme ist ebenfalls per E-Mail (info@ksv-stormarn.de) oder auf der Internetseite des KSV (www.ksv-stormarn.de) möglich. Einsendeschluss ist 31. Januar 2019. Unter allen Teilnehmern werden attraktive Preise verlost.