Badminton

Trittaus Strategie gegen den Bundesliga-Abstieg

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Arne Bachmann

Foto: Thomas Jaklitsch / Thomas JAKLITSCH

Badminton-Bundesligist startet mit Heimspiel gegen TV Refrath in die Rückrunde. Zweite Mannschaft kämpft um Titel.

Trittau.  Vier Wochen dauerte die Winterpause, jetzt beginnt für den TSV Trittau mit dem Heimspiel gegen den Tabellenvierten TV Refrath (Sonntag, 15 Uhr, Heinrich-Hertz-Straße) die heikelste Phase seit Jahren: In der Badminton-Bundesliga geht es nur noch um den Klassenerhalt. Nach der ersten Saisonhälfte belegen die Stormarner den Relegationsplatz.

Mageren zwei Siegen stehen sieben Niederlagen gegenüber. Dem Pech aus einigen Partien, als Kleinigkeiten zu einem Punktgewinn fehlten, folgte in der Winterpause ein Schock: Joachim Persson, der in Bestform stärkste Einzelspieler im Team, verletzte sich bei einem Sturz auf einer Treppe schwer am Fuß und wird in dieser Saison wahrscheinlich nicht mehr zum Einsatz kommen.

Den Stormarnern fehlen mehrere Leistungsträger

Gegen die Refrather, die auf viele Akteure aus ihrer Meistermannschaft von 2017 bauen können, fehlen weitere Leistungsträger. Gergely Krausz ist bei einem Turnier in Estland im Einsatz. Matthew Clare und Jessica Hopton sind aus Studien-Gründen verhindert. David Jones steht nur dann zur Verfügung, wenn er bei einem anderen Turnier das Finale verpasst – und Jonathan Persson laboriert weiterhin an einer hartnäckigen Verletzung an der Patella-Sehne, soll sich eigentlich schonen. Möglicherweise wird der 24-Jährige, der auf die Olympia-Teilnahme 2020 hinarbeitet, trotzdem spielen. Sicher im Kader stehen Ary Trisnanto, Nikolaj Persson, Priskila Siahaya und Kilasu Ostermeyer. Aus der zweiten Mannschaft dürfte Daniel Seifert aufrücken, um im Doppel anzutreten. Auch die Schottin Ciara Torrance könnte helfen, durch einen Einsatz im Mixed die Einzelspezialistin Siahaya entlasten.

Stichwort Hilfe aus der „Zwoten“: Im Kampf gegen den Sturz aus dem Oberhaus fährt Trittau eine Doppelstrategie. Für den Fall, dass es in Liga eins nur für den Relegations-Rang reicht oder das Team gar noch auf den letzten Platz abrutscht, hofft der Verein auf den Meistertitel in der Zweiten Bundesliga Nord mit der Reserve – und verstärkt diese ab sofort mit namhaften Akteuren. So reisen Ary Trisnanto und Nikolaj Persson zum Auswärtsspiel bei der SG EBT Berlin am Sonnabend. Derzeit belegt der TSV II zwar Rang fünf, bläst nun aber zur Attacke. Spitzenreiter RW Wesel ist nur vier Punkte entfernt. „Das ist noch machbar, denn in der Hinrunde sind wir oft mit einem geschwächten Kader angetreten, haben dadurch einige Punkte eingebüßt“, sagt Abteilungsleiterin Sabina Persson.

Zweite Mannschaft will Meister in der Zweiten Bundesliga Nord werden

Den Vorschlag, mit der zweiten Mannschaft anzugreifen, machte deren Kapitän Rasmus Zander, der in seiner Funktion als Kassenwart der Abteilung bestens um die finanziellen Folgen eines Abstiegs Bescheid weiß. In Berlin verzichtet er sogar auf einen Einsatz, um Platz für die stärkeren Trisnanto und Persson zu schaffen.

Ziel und erste Option bleibt aber der direkte Klassenerhalt mit der ersten Mannschaft. Die noch sieglosen Wittorfer, die mit einem Punkt Rückstand Letzter sind, muss der Final-Four-Teilnehmer von 2017 und 2018 unbedingt hinter sich lassen. Der BC Wipperfeld hat einen Punkt Vorsprung auf den TSV, Fun-Ball Dortelweil ist zwei Zähler entfernt. Beide Teams will der TSV angreifen.

Dafür muss die Mannschaft gegenüber der enttäuschenden Hinrunde vor allem zwei Dinge verbessern: eine funktionierende Formation in den Doppeln etablieren und die engen Begegnungen seltener mit 2:5 verlieren und stattdessen häufiger mindestens ein Match mehr gewinnen, um durch eine 3:4-Niederlage wenigstens einen Punkt zu sammeln.

Ein Beispiel für so einen ärgerlichen Verlauf war auch das Hinspiel gegen Refrath. Nur Siahaya und Jonathan Persson punkteten damals. Sämtliche der drei knappen Matches, die über vier Sätze gingen, verloren die Stormarner. Das soll am Sonntag anders werden, trotz der enormen Personalsorgen. „Gegen Refrath müssen wir mindestens einen Punkt holen“, sagt Sabina Persson. „Man weiß ja nie, mit welcher Besetzung der Gegner kommt.“ Mindestens ein Leistungsträger der Mannschaft aus Bergisch-Gladbach ist an diesem Wochenende ebenfalls in Estland im Einsatz und somit für die Bundesliga-Partie fraglich.

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