Stormarn
Auszeichnung

Verband ehrt Stormarns Leichtathleten des Jahres

Stormarns Leichtathleten des Jahres 2018 (v. l.): Wilhelm Kraatz (TSV Bargteheide), Jennifer Fentroß (VfL Oldesloe), Miriam Stefaniak (Ahrensburger TSV), Tim Rummelhagen (LG Reinbek-Ohe) und Beate Kuhlwein (SV Großhansdorf).

Stormarns Leichtathleten des Jahres 2018 (v. l.): Wilhelm Kraatz (TSV Bargteheide), Jennifer Fentroß (VfL Oldesloe), Miriam Stefaniak (Ahrensburger TSV), Tim Rummelhagen (LG Reinbek-Ohe) und Beate Kuhlwein (SV Großhansdorf).

Foto: Henrik Bagdassarian / HA / A .Laible

Wilhelm Kraatz und Beate Kuhlwein werden bei den Erwachsenen ausgezeichnet. Tim Runnelhagen und Miriam Stefaniak beste Jugendliche.

Hoisdorf.  Beate Kuhlwein war mit dem Procedere bestens vertraut. Denn zum dritten Mal in Folge hat der Kreis-Leichtathletik-Verband (KLV) die 45-Jährige vom SV Großhansdorf als Sportlerin des Jahres geehrt. Wilhelm Kraatz (75) vom TSV Bargteheide dagegen nahm beim traditionellen Frühshoppen des KLV – diesmal im Landhaus Hoisdorf – die Auszeichnung als bester Leichtathlet das erste Mal entgegen. Die Kategorie „Jugend-Sportler des Jahres“ ging an Tim Rummelhagen (16) von der LG Reinbek-Ohe.

Der KSV-Vorsitzende Manfred Hamann zeichnete zudem Miriam Stefaniak (15) vom Ahrensburger TSV als „Stormarns größtes Nachwuchstalent“ aus und honorierte mit einer Sonderehrung für herausragende Leistungen die Damenmannschaft des TSV Trittau und Jennifer Fentroß (27) vom VfL Oldesloe. Die Abendblatt-Regionalausgabe Stormarn stellt die Preisträger noch einmal vor.

Beate Kuhlwein sammelte vergangenes Jahr Medaillen wie am Fließband. Einmal goldenes (800 Meter) sowie dreimal silbernes Edelmetall (400 Meter, Mehrkampf, 800 Meter in der Halle) räumte die 45 Jahre alte Großhansdorferin allein bei den Deutschen Meisterschaften der Senioren in Mönchengladbach (Nordrhein-Westfalen) ab. Zehn Titel gewann sie zudem bei Landes-, einen bei Bezirks- und zwei weitere bei Kreismeisterschaften. „2018 war ein grandioses Jahr, auch weil ich von Verletzungen verschont geblieben bin“, sagt die 45-Jährige. Das erste Wochenende im Juni bleibt ihr in besonderer Erinnerung: Am Sonnabend absolvierte Kuhlwein fünf Wettkämpfe bei den in Lübeck ausgetragenen Bezirksmeisterschaften (ein gewonnener Titel), tags drauf die gleiche Anzahl bei den Landestitelkämpfen in Flensburg (fünf Titel).

Wilhelm Kraatz vom TSV Bargteheide startete im Alter von 45 Jahren in der Leichtathletik noch einmal voll durch. Zunächst als Zehnkämpfer, ehe er sich verletzungsbedingt nur noch auf die Wurfdisziplinen beschränkte. Eine Entscheidung, die der heute 75 Jahre alte Bargteheider nicht bereut hat: Vergangenes Jahr sicherte sich Kraatz in der Altersklasse M75 mit neuem Kreisrekord in Zella-Mehlis (Thüringen) den deutschen Meistertitel im Wurf-Fünfkampf. Bei den norddeutschen Titelkämpfen stand er im Diskus-, Hammer- und Speerwurf am Ende ganz oben auf dem Treppchen. Sportlicher Höhepunkt waren für ihn mit drei Top-15-Platzierungen aber die Weltmeisterschaften der Senioren im spanischen Málaga. In Bargteheide leitet Kraatz eine Leichtathletik-Trainingsgruppe für Jedermann. „Dabei steht die ganzheitliche Fitness im Fokus“, sagt der 75-Jährige.


Tim Rummelhagen zählt zweifelsohne zu den großen Hoffnungsträgern unter den Leichtathleten Stormarns. In Hamburg sicherte sich der 16-Jährige den norddeutschen Meistertitel der Jugend U18 über 110 Meter Hürden. Dabei steigerte das Talent der LG Reinbek-Ohe seine Bestzeit um mehr als eine halbe Sekunde.

Jennifer Fentroß, die vergangene Saison noch das Trikot des VfL Oldesloe trug, wechselte zum Jahresbeginn zum LAC Lübeck. „Es war ein Abschied mit einem weinenden Auge, beim VfL hatte ich eine wirklich tolle Zeit. Letztendlich habe ich aber eine neue Herausforderung gesucht“, sagt die 27 Jahre alte Wurfspezialistin, die sich in den vergangenen Jahren auch als Übungsleiterin engagierte. 2018 überzeugte Fentroß bei den norddeutschen Hallenmeisterschaften der Leichtathleten in Hamburg mit einem zweiten Platz im Kugelstoßen der Frauen.

Miriam Stefaniak hatte vergangenes Jahr eigentlich allen Grund zur Freude. Die Norm für die deutschen Meisterschaften im Blockwettkampf Wurf hat die 15-Jährige vom Ahrensburger TSV locker erfüllt. Pech, dass 2018 kein Verein die Titelkämpfe ausrichten wollte und sie deshalb ersatzlos gestrichen wurden. „Es hätte der sportliche Höhepunkt für Miriam sein sollen, danach war bei ihr etwas die Luft raus“, sagt Coach Heiner Bock.

Die Damen des TSV Trittau waren vielleicht selbst am meisten überrascht. Karen Lastovka, Claudia Rogatty, Kathrin Gräfnitz, Maren Schneider, Melanie Wingerath und Nicola Moritz gewannen bei den deutschen Titelkämpfen in Zella-Mehlis im Mannschafts-Fünfkampf in der Altersklasse W35-45 die Goldmedaille. „Ich hoffe auf eine gewisse Vorbildfunktion, mit der wir Kinder und Jugendliche zum Sporttreiben motivieren“, sagt Wingerath.

Die gute Nachricht: Mit 1689 Sportlern bleibt der KLV Stormarn hinter dem Kreisleichtathletikverband Nordfriesland in der Rangliste der mitgliederstärksten Verbände in Schleswig-Holstein auf dem zweiten Platz.

Die schlechte Nachricht: Durch die Vereinswechsel von John Schlegl (ehemals Ahrensburger TSV/jetzt HSV), Sabrina Schröder (VfL Oldelsoe/LAV Bayer Uerdingen/Dormagen), Ole Grammann (SV Großhansdorf/LAV Bayer Uerdingen/Dormagen) und Bennet Vincken (LG Reinbek-Ohe/HSV) gingen in den vergangenen drei Jahren vier Ausnahme-Talente verloren. Mit Jennifer Fentroß fehlt zudem seit Jahresbeginn eine sichere Medaillenanwärterin bei den Frauen.

Vor der am kommenden Wochenende in Hamburg beginnenden Hallensaison ist zu befürchten, dass Teilnehmer aus Stormarn bei der Vergabe von Medaillen in nächster Zeit kaum eine Rolle spielen werden.