Stormarn
Tischtennis

Sieker Lenn Laubach ist nach Drittliga-Debüt „happy“

Bei Lenn Laubach spielt die Zunge mit. Der 24-Jährige zeigte bei seinem ersten Drittligaeinsatz eine couragierte Leistung.

Bei Lenn Laubach spielt die Zunge mit. Der 24-Jährige zeigte bei seinem ersten Drittligaeinsatz eine couragierte Leistung.

Foto: Thomas Jaklitsch / HA

Der 24-Jährige kommt beim 0:6 gegen Spitzenreiter 1. FC Köln erstmals für die erste Tischtennismannschaft des SV Siek zum Einsatz.

Siek.  Normalerweise ist er als Zuschauer in der Halle, wenn die erste Tischtennismannschaft des SV Siek um Punkte in der 3. Bundesliga Nord kämpft. Diesmal war Lenn Laubach mittendrin statt nur dabei: Weil den Siekern im Heimspiel gegen den Tabellenführer 1. FC Köln neben dem chilenischen Spitzenspieler Juan Lamadrid auch Valentin Nad Nemedi fehlte, kam Laubach zu seinem Debüt in der ersten Mannschaft. „Ich bin froh, dass ich die Chance bekommen habe, das einmal erleben zu dürfen“, sagte der 24-Jährige, der sich gegen Björn Helbing tapfer wehrte, letztlich aber deutlich mit 0:3 unterlag.

Die Sieker verloren damit wie erwartet mit 0:6, das lag aber keineswegs nur an den Ersatzleuten Lenn Laubach und Till Rahberger. „Beide haben ihre Sache gut gemacht“, lobte Spielertrainer Wang Yansheng. „Selbst in Bestbesetzung hätten wir wahrscheinlich kein besseres Ergebnis erreicht, dafür ist Köln zu stark.“

Debütant zufrieden mit eigener Leistung

Auch Debütant Laubach war mit sich zufrieden: „Etwas Bammel hatte ich vor dem Spiel ja schon. Schließlich habe ich noch nie vor so vielen Zuschauern gespielt“, sagte der 24-Jährige. „Ich habe nur gehofft, dass ich vor Nervosität nicht jeden Ball verschlage.“ Davon war Laubach, der sonst in der zweiten (Oberliga Nord-Ost) oder dritten Mannschaft (Landesliga) spielt, weit entfernt: Im Doppel wurden er und Partner Rahberger, der bereits vergangene Saison zweimal in der Drittligamannschaft ausgeholfen hatte, für ihre couragierte Leistung gegen den polnischen Ex-Meister Jakub Kosowski und Robin Malessa sogar mit einem Satzgewinn belohnt. „Damit haben wir gar nicht gerechnet, deshalb bin ich total happy. Im Einzel hatte ich mir fünf Punkte pro Satz zum Ziel gesetzt. Das hat auch zweimal geklappt.“

Laubach ist ein Eigengewächs. Mit zehn Jahren hat er beim SV Siek mit dem Tischtennis begonnen. Damit spielt er ebenso lange für die Stormarner wie Wang, für den am Saisonende in Siek Schluss ist (wir berichteten). Bei seinem drittletzten Heimauftritt für die Stormarner traf der 57 Jahre alte Altmeister auf einen einstigen Weggefährten: Lennart Wehking, der selbst einmal eine Saison in Siek gespielt hatte. Wang war zwei Sätze lang ebenbürtig, brach dann aber doch etwas ein. „Mein Gegner hat sein Spiel im dritten Satz umgestellt und mich mit langen Schlägen auf die Rückhand und mit kurzen Bällen auf die Vorhand in Bewegung gehalten. Da fehlte dann am Ende die Schnelligkeit“, sagte Wang.

Konkurrenz goutiert die Leistung der Sieker

„Respekt, zu welchen Leistungen er im Alter von fast 58 Jahren noch fähig ist. Ich musste schon ans Limit gehen, um das Match noch so deutlich zu gewinnen“, sagte Wehking. An seine Zeit in Siek hat der 33-Jährige, der mittlerweile Leistungssportreferent des Niedersächsischen Tischtennis-Verbands ist, immer noch gute Erinnerungen. „Wir hatten damals eine tolle Mannschaft, sind in der Zweiten Bundesliga Dritter geworden. Ich habe hinter Wang an Position zwei gespielt, habe mir viel von ihm abschauen können. Dass ich den Verein nach einem Jahr schon wieder verlassen habe, lag vor allem daran, dass ich damals schon in Köln gewohnt habe und es angenehmer ist, 500 Meter statt 500 Kilometer zu den Heimspielen zu fahren.“

Er komme jedoch immer wieder gerne zurück. „Siek zählt zu den beliebtesten Spielorten, und so denke nicht nur ich“, sagte Wehking. „Was Halle, Licht, Publikum und die Menschen betrifft, ist der Verein zweitligareif. Einen SV Siek ohne Wang kann ich mir allerdings noch nicht so richtig vorstellen.“

Ende Januar sollen die Neuzugänge feststehen

Sieks Verantwortliche müssen nicht nur einen Nachfolger für Wang finden, sie wollen auch den Chilenen Juan Lamadrid ersetzen. „Er hat die Erwartungen in vielerlei Hinsicht leider nicht erfüllt“, sagte Hallensprecher Thomas Hansen-Siedler. Der Chilene, der sich derzeit in seiner Heimat aufhält und wahrscheinlich nur noch für die letzten Saisonpartien Ende März und Mitte April nach Deutschland zurückkehrt, ist nach dem Südkoreaner Kim Doyub schon der zweite Fehlgriff der Sieker hintereinander. „Das nächste Mal müssen wir wieder einen Treffer landen. Das Problem ist, dass wir bei einer Verpflichtung immer ein gewisses Risiko eingehen, weil wir Spieler, die ins Budget passen, in der Regel nicht persönlich kennen, sondern sie meist auf Empfehlung kommen.“

Als Glücksfall entpuppt sich dafür immer mehr Valentin Nad Nemedi, der in Siek schon längst zum Publikumsliebling geworden ist und kürzlich sogar das serbische Top-12-Turnier gewonnen hat. „Er musste in zwei Tagen elf schwere Matches absolvieren, hat sich dabei etwas verletzt“, sagte Sieks Betreuer Izet Beganovic. „Deshalb hat er gegen Köln ausgesetzt.“ Um ihn und Daniel Cords herum wollen die Sieker eine neue Mannschaft aufbauen. Hansen-Siedler: „Bis Ende Januar sollen die Neuzugänge feststehen.“

Ergebnisse, Doppel: Till Rahberger/Lenn Laubach (SV Siek) – Jakub Kosowski/Robin Malessa (1. FC Köln) 4:11, 11:6, 6:11, 7:11; Wang Yansheng/Daniel Cords – Lennart Wehking/Björn Helbing 8:11, 11:5, 9:11, 6:11; Einzel: Wang – Wehking 8:11, 11:3, 5:11, 6:11; Cords – Gianluca Walther 8:11, 6:11, 8:11; Rahberger – Malessa 7:11, 4:11, 10:12; Laubach – Helbing 6:11, 6:11, 4:11