Stormarn
Triathlon

Ammersbeker startet in zweites Profijahr

Foto: HA

Das Abendblatt stellt die Kandidaten für die Wahl zum Sportler des Jahres vor. Heute: Der Triathlet Lennart Sievers aus Ammersbek.

Ammersbek.  Eine Triathlon-Saison ist lang und kräftezehrend. Jede Menge Schweiß fließt aber schon in der sogenannten Off-Season, in der ein Ausdauerathlet sich die Grundlagen für die kommende Wettkampfperiode erarbeitet. Lennart Sievers, Stormarns einziger Triathlonprofi, stieg vor fünf Wochen intensiv in die Vorbereitung ein.

Der 20 Jahre alte Ammersbeker, der in der Bundesliga für das Triathlon Team DWS Darmstadt startet, trainiert gut 22 Stunden pro Woche. 20 bis 25 Kilometer Schwimmen, rund 60 Kilometer Laufen und im Schnitt 180 Kilometer auf dem Rennrad stehen dabei auf dem Programm. Hinzu kommen noch Kraft- und Athletiktraining.

Der Fokus liegt weiterhin auf dem Sport, das Studium läuft nebenher

Vor Kurzem zog der 20-Jährige in die Nähe des Olympiastützpunkts nach Saarbrücken, um an der dortigen Universität Wirtschaft und Recht zu studieren. „Es wird nicht leicht werden, die Herausforderungen des Leistungssports mit den Ansprüchen eines Studiums zu kombinieren“, sagt Sievers.

Deshalb setzt der Stormarner Prioritäten: „Der Fokus liegt weiterhin auf dem Triathlonsport, das Studium werde ich bestmöglich nebenbei absolvieren“, sagt der blonde Ausdauerathlet und lacht. „Auch wenn ich dafür zwei oder der Semester mehr benötige. Ein Tag hat leider nicht mehr als 24 Stunden.“

Vor dem Saisonstart gibt es eine zentrale Leistungsüberprüfung in Saarbrücken

Die sportliche Aufbauphase läuft noch bis März, dann folgt vor Saisonbeginn in Saarbrücken eine zentrale Leistungsüberprüfung der Deutschen Triathlon Union. Sievers schloss den Test, bei dem es auch um die Vergabe der Startplätze für die Welt- und Europameisterschaften geht, Anfang dieses Jahres in der Altersklasse U23 als bundesweit viertbester, altersübergreifend als achtbester Triathlet ab.

„Die Entscheidung, mich nach dem Abitur ein Jahr voll und ganz auf den Triathlonsport zu konzentrieren, habe ich bisher keine Sekunde bereut“, sagte Sievers damals dem Abendblatt. „Hätte ich gleichzeitig ein Studium oder eine Ausbildung begonnen, wäre ein derartiger Leistungssprung sicherlich nicht möglich gewesen.“

Im Oktober ist Sievers bei den U-23-Europameisterschaften in der am Roten Meer gelegenen israelischen Hafenstadt Eilat gestartet. Er beendete den Wettkampf auf dem 24. Rang. Eine Woche später bestritt der blonde Triathlet auf der portugiesischen Insel Madeira das Euro-Cup-Finale und belegte Platz 39. Beide Wettkämpfe gingen über die olympische Distanz (1500 Meter Schwimmen, 40 Kilometer Radfahren, 10 Kilometer Laufen). Mit den Resultaten war der Ammersbeker nicht ganz zufrieden. „Als Flachländer habe ich auf dem Rennrad noch Defizite in den Bergen, dass wurde in Israel deutlich“, sagt Sievers. „Auf Madeira war dagegen von Beginn an der Wurm drin. In beiden Wettkämpfen habe ich aber wichtige Erfahrungen gesammelt.“

Mit seinen Auftritten in der Bundesliga ist Sievers zufrieden

An seinen Auftritten in der Bundesliga in diesem Jahr gibt es dagegen nichts auszusetzen – im Gegenteil: Die mecklenburgische Ostseeinsel Rügen war Austragungsort des Bundesliga-Saisonfinales über die Sprint-Distanz (750 Meter Schwimmen/20 Kilometer Radfahren/fünf Kilometer Laufen). Sievers beendete als zweitschnellster Schwimmer eines 80 Mann starken Teilnehmerfeldes – unter ihnen auch einige internationale Top-Triathleten – die erste Disziplin. Am Ende belegte er einen starken achten Rang. „Ziel war eine Top-Ten-Platzierung, das habe ich erfüllt“, sagt Sievers zufrieden. Mit seinem Verein beendete der 20-Jährige die Bundesligasaison – wie im Vorjahr – ebenfalls auf Platz acht. „Auch damit hat unser junges Team die zum Saisonstart gesteckte Vorgabe erfüllt.“

Sven Harms, Geschäftsführer des Radsport Zentrums Hamburg, hat vor knapp vier Jahren das Potenzial des Stormarners erkannt. Er überzeugte Sievers, den Triathlonsport professioneller zu betreiben. Mit viel Herzblut, aber auch der Auflage, mit allen Konsequenzen an die Aufgabe heranzugehen, übernahm der ehemalige Triathlonprofi das Training des Ammersbekers. Ein Jahr lang konzentrierte sich der junge Ammersbeker voll und ganz auf den Triathlonsport.

„Ich wollte das Leistungspotential steigern und mich in der internationalen Triathlonszene etablieren. Der Plan ist aufgegangen“, sagt der blonde Ausdauerathlet und lächelt. „Vor allem im Wasser und auf der Laufstrecke haben sich meine Zeiten deutlich verbessert.

Das Training am Olympiastützpunkt in Saarbrücken ist der nächste Schritt in seiner Entwicklung. „Jeden Tag mit sieben, acht Top-Triathleten auf dem gleichen hohen Level zu trainieren, spornt mich noch weiter an“, sagt Sievers. „Du hinterfragst weniger, wenn morgens um 5.45 Uhr der Wecker klingelt. Du weißt, wofür du es machst.“

Als Leser können Sie bei der Sportlerwahl mitmachen und gewinnen. Die Teilnahme ist ganz einfach. Wählen Sie in jeder Kategorie einen Kandidaten aus, notieren die Namen in Druckbuchstaben auf einer frankierten Postkarte und senden diese an den Kreissportverband (KSV) Stormarn, Lübecker Straße 35, 23843 Bad Oldesloe. Die Teilnahme ist ebenfalls per E-Mail (info@ksv-stormarn.de) oder auf der Internetseite des KSV (www.ksv-stormarn.de) möglich. Einsendeschluss ist 31. Januar 2019. Unter allen Teilnehmern werden attraktive Preise verlost.

Die Nominierten:

Bei den Männern hat eine aus Funktionären des Kreissportverbands und Sportjournalisten zusammengesetzte Jury den Tischtennis-Senioren-Weltmeister Wang Yansheng vom SV Siek, den in der Bundesliga erfolgreichen Triathlonprofi Lennart Sievers aus Ammersbek und Karatekämpfer Sascha Veldung (TSV Reinbek), der beim Europa-Cup Silber und Bronze gewonnen hat, nominiert.
Bei den Frauen stehen Schwimmerin Elea Linka (SG Stormarn Barsbüttel), dreifache Medaillengewinnerin bei den deutschen Freiwasser-Meisterschaften, Pauline Sattler (TSV Reinbek), Dritte der Karate-Europameisterschaften, und die Special-Olympics-Teilnehmerin Svenja Frobel von den Stormarner Werkstätten zur Auswahl.
Bei den Mannschaften
müssen die Leser zwischen den Fußballern des SV Preußen Reinfeld,
die in der Landesliga auf Aufstiegskurs liegen und auch den Kreispokal gewonnen haben, den beim Landesturnier siegreichen Abteilungsreitern des RFV Zarpen und den erstmals in der 2. Bundesliga startenden Schwimmerinnen der SG Stormarn Barsbüttel entscheiden.