Stormarn
Schwimmen

Barsbüttelerin startet bei Deutscher Meisterschaft

Mit gleichmäßigen Kraulzügen gleitet Katja Martens durch das Wasser. Die 18-Jährige hat bereits DM-Erfahrung

Mit gleichmäßigen Kraulzügen gleitet Katja Martens durch das Wasser. Die 18-Jährige hat bereits DM-Erfahrung

Foto: Henrik Bagdassarian / HA

Katja Martens von der SG Stoba hofft bei Kurzbahn-Titelkämpfen auf neue Bestleistungen. Die 18-Jährige geht in Ahrensburg zur Schule.

Barsbüttel.  Für gewöhnlich lässt Katja Martens die Dinge auf sich zukommen. Langfristige Planungen sind einfach nicht ihre Sache. So möchte sie zunächst das Abitur bestehen, erst dann sich für einen Studiengang entscheiden. „Ich mache lieber einen Schritt nach dem anderen – damit bin ich bisher immer recht gut gefahren“, sagt die 18 Jahre alte Schwimmerin der SG Stormarn Barsbüttel.

Die Rechnung der dunkelblonden Athletin geht jedoch nicht immer auf. „Wie heißt es so schön: ,Ausnahmen bestätigen die Regel’“, sagt Martens und schmunzelt. „Um bei bis zu acht Trainingseinheiten in der Woche auch noch die Familie und Freunde mit unter einen Hut zu bekommen, muss ich ausnahmsweise etwas ausgiebiger planen.“

Die Fangemeinde der aktuellen norddeutschen Juniorenmeisterin über 100 Meter Schmetterling jedenfalls wird ihr ab Mitte kommender Woche aus der Ferne fest die Daumen drücken. Vom 13. bis 16. Dezember geht die 18-Jährige bei den Internationalen Deutschen Kurzbahnmeisterschaften in Berlin an den Start. Qualifiziert hat sie sich in den Einzel-Wettbewerben der Jahrgänge 1999 und 2000 über 50, 100 und 200 Meter Freistil. Zudem tritt sie mit der Damen-Staffel ihres Clubs über 4x50-Meter-Freistil und 4x50-Meter-Lagen an.

Junge Schwimmerin hat Erfahrung in nationalen Wettbewerben

Für Martens ist es nicht die erste Teilnahme an nationalen Titelkämpfen. Mit konkret formulierten Zielen setzt sie sich nicht unter Druck. „Allein die Teilnahme an einer Deutschen Meisterschaft ist doch eine tolle Bestätigung für den geleisteten Trainingsaufwand“, sagt die 18-Jährige, ehe sie dann doch die eigene Messlatte ein Stück höher legt: „Mindestens eine neue Bestleistung sollte für mich herausspringen, das wäre auch ein schöner Abschluss der Kurzbahnsaison.“

Der Schwimmsport hat für Martens, die in Ahrensburg die zwölfte Klasse der Selma-Lagerlöf-Gemeinschaftsschule besucht, auch eine soziale Komponente. „Mit meinen Trainern und Mannschaftskameraden verbringe ich das Jahr über so viel Zeit, dass sie mittlerweile zu einem wichtigen Teil meines Lebens geworden sind“, sagt Martens.

Neben ihrer Körpergröße von 1,80 Metern hält sie auch die mentale Stärke für einen Vorteil im Wasser. „Kurz vor einem Wettkampf bin ich relativ ruhig, meine Gedanken drehen sich höchstens darum, wie ich mir das Rennen einteile“, sagt sie. „Sobald ich aber ins Becken gesprungen bin, ist das letzte bisschen Anspannung verflogen und ich konzentriere mich voll und ganz auf das Rennen.“

Routine gibt Martens Kraft für den Wettkampf

Der Ablauf eines Wettkampftages gleicht meist wie ein Ei dem anderen. „Ich stehe früh auf, mache einen kurzen Spaziergang, bevor ich in die Halle fahre, um mich für die Vorläufe einzuschwimmen“, erzählt die 18-Jährige. Läuft alles nach Plan, stehen für sie am Nachmittag die Finalläufe auf dem Programm. „Dann bin ich soweit im Wettkampfmodus, dass ich keine spezielle Vorbereitung mehr benötige.“

Constantin Depmeyer hält Martens für den klassischen Wettkampftyp schlechthin. „Im Wettkampf kann Katja auf den Punkt ihr ganzes Leistungspotenzial abrufen“, sagt der Trainer der SG Stoba. Mit einem Schmunzeln räumt er ein: „Im Training benötigt Katja dagegen manchmal eine Extraportion Motivation, um den inneren Schweinehund zu überwinden.“

Vor viereinhalb Jahren wechselte Martens vom Ahrensburger TSV an den Soltausredder. „Irgendwann hatte ich den Punkt erreicht, an dem ich Schwimmen als Leistungssport betreiben wollte“, sagt Martens. Mit der Staffel hat sie in diesem Jahr bereits mehrere Landesrekorde aufgestellt.

SG Stoba hat weitere Leistungsträger im Verein

Depmeyer hofft, die 18-Jährige längerfristig an die SG Stoba binden zu können. „Für einen Verein ist es immer erfreulich, wenn eine Trainerin aus den eigenen Reihen kommt und ihr Wissen an den Nachwuchs weitergibt“, sagt der 37 Jahre alte Schwimmcoach.

Für die Schwimmgemeinschaft aus Barsbüttel starten in der Hauptstadt noch weitere fünf Athleten. Als Landesrekordhalter haben die Zwillingsschwestern Lisa und Laura Selle (Jahrgang 2000) dabei die besten Medaillenchancen: Lisa über 50 und 100 Meter Freistil, Laura über 50 und 100 Meter Schmetterling. Über die Mitteldistanzen 200 und 400 Meter gehen zudem Lotta Steinmann, Elea Linka und Finn Mohlfeld in Berlin an den Start.

Barsbüttels Coach ärgert eine Regel im Schwimm-Verband

Dabei ärgert sich Depmeyer über eine Regel im Deutschen Schwimm-Verband. Die 17-jährige Elea (Jahrgang 2001) muss bei den nationalen Kurzbahnmeisterschaften in der offenen Klasse starten, da die Juniorenklasse nur die Jahrgänge 1999 und 2000 einschließt. „Das kann man vielleicht verstehen, muss man aber nicht“, so der lakonische Kommentar des Trainers.

Nach den Titelkämpfen in Berlin haben die Schwimmer einige Tage zum Ausruhen. Ende des Monats beginnt die Vorbereitung auf die ersten Herausforderungen des neuen Jahres.