Stormarn
Tischtennis

Siek jubelt über dritten Heimsieg

Erleichtert und glücklich: So feierte Ersatzmann Mateusz Dzikowski aus der zwei Klassen tiefer spielenden zweiten Mannschaft sein erfolgreiches Debüt im Sieker Drittligateam.

Erleichtert und glücklich: So feierte Ersatzmann Mateusz Dzikowski aus der zwei Klassen tiefer spielenden zweiten Mannschaft sein erfolgreiches Debüt im Sieker Drittligateam.

Foto: Thomas Jaklitsch / HA

Tischtennisherren gewinnen in der 3. Bundesliga Nord gegen TTS Borsum mit 6:2. Auch Ersatzmann Mateusz Dzikowski punktet im Einzel.

Siek.  Mateusz Dzikowski ballte die Fäuste, schrie seine Freude heraus und ließ sich anschließend von den begeisterten Zuschauern in der Mehrzweckhalle feiern. Zum ersten Mal war der Pole in der ersten Tischtennismannschaft des SV Siek zum Einsatz gekommen – und gleich auf Anhieb steuerte er einen Punkt zum 6:2-Sieg über den TTS Borsum bei, mit dem die Stormarner ihren sechsten Tabellenrang in der 3. Bundesliga Nord festigten.

Dzikowski trägt erst seit dieser Saison das Trikot der Sieker, normalerweise führt er die in der Oberliga spielende zweite Mannschaft auf Position eins an. Er kam vom SV Fockbek, für den er im vergangenen Jahr sogar nur in der Verbandsoberliga gespielt hatte. „Dass er jetzt gleich bei seinem Drittliga-Debüt punktet, ist klasse“, sagte Hallensprecher Thomas Hansen-Siedler.

Dzikowski musste einspringen, weil Spitzenspieler Juan Lamadrid vom chilenischen Verband in die Heimat beordert wurde. Ende November geht es für die Nationalmannschaft um die Qualifikation für die Panamerikanischen Spiele, die im kommenden Jahr in Lima (Peru) ausgetragen werden. Lamadrid wird den Siekern auch im letzten Punktspiel dieses Jahres am 16. Dezember gegen den SC Buschhausen fehlen.

Dzikowski und Wang Yansheng nicht zusammen trainiert

Dzikowski hat sich mit seinem Sieg für einen erneuten Einsatz empfohlen - auch wenn es zunächst im Doppel an der Seite von Spielertrainer Wang Yan­sheng überhaupt nicht lief. Beide unterlagen gegen Patrick Decker und Marius Hagemann glatt in drei Sätzen. Hansen-Siedler: „Sie haben nicht so gut miteinander harmoniert.“

Das hatte wahrscheinlich mehrere Gründe: Beide haben nicht miteinander trainiert. Wang, der am Vortag aus China zurückgekehrt ist und noch unter den Reisestrapazen litt, war nicht in Bestform, Dzikowski wirkte zudem sehr nervös. „Er hat sich selbst zu sehr unter Druck gesetzt, wollte unbedingt gewinnen“, sagte Izet Beganovic. „Ich habe ihm dann nach dem Doppel noch einmal erklärt, dass er hier ganz locker aufspielen kann, weil er der Ersatzmann ist und keiner von ihm etwas erwartet“, sagte der in Glinde lebende Montenegriner. Das hat offenbar geholfen: Dzikowski besiegte Conny Schmidt mit 3:1.

Beganovic gehört seit vergangener Saison zum Team. „Er ist ein absoluter Tischtennis-Fachmann und ein Riesengewinn für uns“, sagte Teammanager Klaus Bergmann. Der 73 Jahre alte Beganovic hat das Gespür dafür, wenn die Spieler während des Matches Hilfe von außen benötigen.

Keine Abstiegsgefahr mehr, sagt Hansen Diesler

„Außerdem kenne ich niemanden sonst, der so gut motivieren kann“, so Hansen-Siedler. Damit hat er bei den Siekern eine wichtige Rolle inne. „Beim Tischtennis spielt sich vieles im Kopf ab“, sagte Beganovic.

Eine starke Leistung zeigte bei den Siekern der für Lamadrid an Position eins aufgerückte Valentin Nad Nemedi, der zunächst mit Daniel Cords im Doppel gewann, dann Hagemann mit 3:0 besiegte und schließlich unter dem Jubel der Fans auch das Spitzeneinzel gegen Decker in vier Sätzen für sich entschied. Spätestens seit er Ende September beim überraschenden Heimerfolg über den SV Union Velbert nach einem Matchgewinn ausgelassen auf die Tischtennisplatte gesprungen war, ist Nad Nemedi der neue Liebling des Sieker Publikums. Dank der Punkte von ihm, Dzikowski und Cords, der den früheren Schüler-Nationalspieler Marcus Hilker mit 3:1 besiegte, war es verschmerzbar, dass Wang auch im Einzel zunächst patzte und gegen Decker mit 0:3 verlor. Für sein zweites Match gegen Hagemann mobilisierte der müde Spielertrainer dann aber noch einmal sämtliche Kraftreserven und gewann nach einem 1:2-Rückstand noch mit 3:2 und machte damit den dritten Saisonsieg seiner Mannschaft perfekt.

„Nach diesem Erfolg kann ich mir nicht vorstellen, dass wir noch einmal in Abstiegsgefahr geraten“, sagte Hansen Siedler.