Stormarn
Radsport

14 Jahre altes Talent aus Ahrensburg wird Lizenzfahrer

Jonas Knabe beim Sprung über ein Hindernis: Der junge Stormarner trainiert regelmäßig mit dem Mountainbike.

Jonas Knabe beim Sprung über ein Hindernis: Der junge Stormarner trainiert regelmäßig mit dem Mountainbike.

Foto: Henrik Bagdassarian / HA

Jonas Knabe zählt landesweit zu den Hoffnungsträgern mit Mountainbike und Rennrad. Sein Verein ist auch in der Schlossstadt aktiv.

Ahrensburg.  Jonas Knabe ist bereit für den nächsten Schritt. Kommendes Jahr wechselt der 14 Jahre alte Radsportler des RV Trave zu den Lizenzfahrern. „Dort ist der Anspruch in meiner Altersklasse höher, die Konkurrenz einfach stärker“, sagt Jonas und schmunzelt. „Um mich weiterzuentwickeln, muss ich diesen Schritt gehen.“ Eine Rennlizenz – ausgestellt vom Bund Deutscher Radfahrer – ist Voraussetzung für eine Zulassung bei bestimmten Radrennen. Und: Bei einem Platz auf dem Podest winken bereits in seiner Altersstufe Geld- und Sachpreise.

Sein außergewöhnliches Talent im Sattel untermauerte Jonas in der kürzlich beendeten Saison bei den Hobbyfahrern gleich in zwei Wettbewerben: Beim Specialized-Cup Schleswig-Holstein – eine Serie von sechs Straßenrennen mit dem Rennrad – gelang dem jungen Ahrensburger mit Rang drei sogar der Sprung aufs Treppchen. Den Stevens-Cyclo-Cross-Cup – eine Serie für Norddeutschlands beste Nachwuchs-Mountainbiker – beendete Jonas auf dem elften Platz.

2019 das erste Mal bei Cyclassics starten

Jonas bezeichnet sich selbst als Naturliebhaber. Seit drei Jahren ist er in Großhansdorf bei den Pfadfindern. „Wir unternehmen coole Sachen, diesen Sommer zum Beispiel eine dreiwöchige Wanderung durch die Slowakei“, erzählt der Neuntklässler der Großhansdorfer Friedrich-Junge-Schule. Lächelnd fügt er hinzu: „Selbstverständlich waren wir reine Selbstversorger – kein Hotel, keine Jugendherberge weit und breit.“ Die letzte Ferienwoche nutze der blonde Teenager, um auf dem Hof seines Onkels in der Nähe von Verden an der Aller (Niedersachsen) ein paar Euro extra zu verdienen. „Ich spare auf ein neues Rennrad“, sagt Jonas und verrät ein weiteres großes Ziel. „Kommendes Jahr möchte ich gemeinsam mit meinem Vater erstmals bei den Cyclassics Hamburg starten. „Als 15-Jähriger erfülle ich endlich das für den Wettbewerb vorgeschriebene Mindestalter.“

Vater Karsten Knabe ist Jugendwart des RV Trave. Seit dem Vorstandswechsel zu Beginn des Jahres ist Jugendarbeit wieder zu einem der Schwerpunkte in der Vereinsarbeit des rund 100 Mitglieder starken Clubs geworden. „Ziel ist, langsam aber stetig zu wachsen“, sagt Karsten Knabe. „Das geht nur mit Nachhaltigkeit und Geduld.“ Was vielen nicht bewusst ist: Geografisch beheimatet ist der RV Trave in Bad Oldesloe. Ein Großteil der Mitglieder kommt aber aus Ahrensburg und Umgebung. Dort hat der Verein auch den Schwerpunkt seiner Vereinsaktivitäten. „Deshalb steht das Thema ,öffentliche Wahrnehmung’ auch ganz oben auf unserer Agenda“, sagt Florian Bolls. Der 34 Jahre alte Großhansdorfer lenkt seit Jahresbeginn als Vereinschef gemeinsam mit dem zweiten Vorsitzenden Frank Drews die Geschicke des Radsportvereins. Das in der wärmeren Jahreszeit wöchentliche Training der Radrennfahrer startet in Delingsdorf, der Nachwuchs trifft sich regelmäßig sonnabends auf dem Park-and-Ride-Parkplatz des U-Bahnhofs Ahrensburg West. Einmal im Jahr trägt der Verein in Großhansdorfs Wäldern den RV Trave Jugendcross und MTB aus.

Mountainbiking in Stormarn?

Der vereinsintern ausgeschriebene RV-Trave-Cup mit unterschiedlichen Formaten führt die Teilnehmer durch den ganzen Kreis. Der Giro-Stormarn dagegen mit einer zuletzt konstanten Teilnehmerzahl von rund 700 Startern ist fest in der Kreisstadt verankert. „Diese Zahlen sind heutzutage nicht mehr selbstverständlich“, sagt Bolls. „Wir sind stolz darauf, mit dem Giro Stormarn auch überregional Bekanntheit erreicht zu haben.“

Frank Drews fügt hinzu: „Vielen radsportbegeisterten Stormarnern ist einfach nicht bewusst, was ihnen direkt vor ihrer Haustür geboten wird.“ Dabei sei der RV Trave nicht nur auf Leistung ausgerichtet: „Wir sind und bleiben ein Breitensportverein. Wir bieten aber denjenigen, die mehr wollen, ebenfalls ein entsprechendes Angebot“, sagt der 50-Jährige. „Das Gemeinschaftsgefühl im Sattel und weniger die individuelle Leistung steht bei fast allen Angeboten im Vordergrund.“

Doch wie passen Stormarn und Mountainbiking eigentlich zusammen? „Besser als die meisten denken“, sagt Bolls und lacht. „Zwei-, dreimal den Anstieg zum Hahnheider Turm hoch und jeder spürt abends, was er getan hat.“ Für Rennradsportler sei Ahrensburg und Umgebung zudem ein ideales Pflaster, da man sich – ohne die Hauptverkehrswege häufig zu nutzen – hervorragend auspowern könne.

Für Fragen steht Bolls, der unter der Rufnummer 04102/218 62 19 telefonisch zu erreichen ist, gern zur Verfügung. Weitere Informationen sind im Internet unter www.rv-trave.de erhältlich.