Stormarn
Basketball

Mit 22 Jahren schon die Team-Leaderin

Jennifer Struve (l., Ahrensburger TSV) versucht die Rendsburgerin Lea Schleth zu umspielen.

Jennifer Struve (l., Ahrensburger TSV) versucht die Rendsburgerin Lea Schleth zu umspielen.

Foto: Henrik Bagdassarian / HA -Ausriss

Basketballerin Jennifer Struve glaubt an Klassenerhalt der Ahrensburger Damen-Mannschaft. Die Spielerin stellt sich Herausforderungen.

Ahrensburg.  Jennifer Struve zählt nicht nur zu den ältesten Spielerinnen im Team der Basketballdamen des Ahrensburger TSV, die 22-Jährige verfügt auch über die meiste Erfahrung: U16-Leistungsrunde, U17-Jugendbundesliga, 1. oder 2. Regionalliga – das Basketball-Geschäft kennt die blonde Flügelspielerin aus dem Eff-Eff. Jennifer Struve ist mit alle Höhen und Tiefen vertraut, die der Leistungs-Basketball mit sich bringt. Sie kennt den Druck, vor Saisonbeginn als Abstiegskandidat gehandelt zu werden. Ebenso gut bekannt ist ihr die Euphorie, als Meisterschaftsaspirant in eine neue Spielzeit zu starten. Fest steht jedenfalls: Keine der acht Spielzeiten für den Ahrensburger TSV glich bisher einer anderen.

Die Mannschaftsführerin der „Twisters“ schmunzelt, als sie zugibt: „Zu Beginn meiner Laufbahn war ich schon froh, wenn ich zwei, drei Minuten Einsatzzeit bekam. Mittlerweile freue ich mich, wenn ich mich ein paar Minuten auf der Auswechselbank ausruhen kann.“

Jennifer Struve übernimmt gern Verantwortung

Die stark verjüngte Mannschaft – unter ihnen einige 14 und 15 Jahre alte Hoffnungsträgerinnen – sieht Struve als Herausforderung: „Ich übernehme gern Verantwortung und habe kein Problem, diese auch mit wesentlich jüngeren Teamkameradinnen zu teilen“, sagt die Ahrensburgerin. „Ich kann mich noch genau an das aufregende Gefühl erinnern, die ersten Pflichtspiele bei den Damen zu absolvieren. Fehler auf dem Spielfeld gehören zur Entwicklung einfach dazu, daraus können junge Spielerinnen nur lernen.“

Als unnötigen Fauxpas beurteilt Struve den Hallenverweis von Trainer Sebastian Eickhoff zuletzt bei der 46:64 (25:32)-Heimniederlage gegen den BBC Rendsburg. Ein lautstarkes Wortgefecht mit Eickhoff ahndete das Schiedsrichtergespann mit dem zweiten taktischen Foul und – wie es die Regel vorschreibt – mit anschließendem Verweis aus der Halle. „Nach der ersten Verwarnung sollte auch ein Trainer Diskussionen mit den Schiedsrichtern möglichst vermeiden“, sagt Struve.

Trainer Eickhoff lobt seine Mannschaftsführerin

„Ich hätte mich besser im Griff haben müssen“, sagt Eickhoff. „Nach der Partie habe ich mich bei den Schiedsrichtern und der Mannschaft entschuldigt und möchte dies auch noch einmal ausdrücklich gegenüber dem Gegner und den Zuschauern nachholen.“ Eine weitere Konsequenz hat Eickhoff nicht zu befürchten.

Seine Mannschaftsführerin lobt der Trainer in höchsten Tönen: „Jennifer ist ein durch und durch teamorientierter Mensch, der den Basketballsport zu einem der Lebensmittelpunkte gemacht hat“, sagt Eickhoff. „Sie ist nicht nur eine große Stütze für uns Trainer und die Mannschaft, sondern in den Jahren auch zu dem Gesicht der Basketballabteilung gereift.“

Dass die „Twisters“ mit zwei Niederlagen in die Saison gestartet sind, bereitet der 22 Jahre alten angehenden Sport- und Fitnesskauffrau keine Sorgen. „Die junge Mannschaft hat Potenzial. Sie braucht Zeit, um weiter zusammenzuwachsen“, sagt Struve. „Eine Steigerung gegenüber der deutlichen Auftaktniederlage beim SC Alstertal-Langenhorn war gegen Rendsburg jedenfalls deutlich zu erkennen.“

Ahrensburger Mannschaft ist „heiß auf Erfolge“

Dass die Mission Klassenerhalt machbar ist, hält auch Stefan Lukas für möglich. Bei seinem Heimdebüt blieb dem neuen Co-Trainer der Sprung ins kalte Wasser nicht erspart, nachdem Eickhoff unfreiwillig seinen Platz an der Seitenlinie räumen musste. „Wenn die Spielerinnen weiter hart arbeiten, werden sie sich in Kürze mit dem ersten Sieg belohnen. Gerade die jungen Talente agieren für ihr Alter phasenweise schon sehr erwachsen.“

Bis zum 3. November haben Ahrensburgerinnen spielfrei, dann treffen sie in der Sporthalle der Grundschule Reesenbüttel (17 Uhr) auf die BG Hamburg-West. „Bis dahin werden wir an unseren Laufwegen und dem taktischen Spielverständnis feilen“, sagt Struve. „Die Mannschaft ist heiß auf Erfolge – das haben die Gespräche unter den Spielerinnen direkt nach der Rendsburg-Niederlage gezeigt.“