Stormarn
Basketball

Bargteheide startet mit einer Niederlage

 Steffen Hönicke (r., TSV Bargteheide) setzt sich gegen Roman Alifanov (Kieler TB) durch

Steffen Hönicke (r., TSV Bargteheide) setzt sich gegen Roman Alifanov (Kieler TB) durch

Foto: Henrik Bagdassarian / HA

Basketballer verlieren erstes Regionalligaspiel der Vereinsgeschichte gegen den Kieler TB mit 72:80. Jetzt folgen zwei Auswärtsspiele.

Bargteheide.  Sebastian Wichmann vom TSV Bargteheide redete nach dem 72:80 (35:38) gegen die Basketballherren des Kieler TB nicht um den heißen Brei herum: „Wir haben eine verdiente, aber unnötige Niederlage kassiert“, sagte der Bargteheider Mannschaftsführer. „Leider haben wir nur phasenweise gezeigt, dass wir als Aufsteiger in der 2. Regionalliga Nord mithalten können. Unser volles Potenzial haben wir allerdings auch nicht annähernd abgerufen.“

Die Enttäuschung des 42 Jahre alten, kraftvollen Angriffsspielers der „Bees“ ist verständlich: Beim ersten Oberligaauftritt in der Geschichte der Basketballsparte des TSV offenbarten die Stormarner immer wieder erhebliche Schwächen unter dem eigenen und gegnerischen Korb.

„In der Regionalliga wird aggressiver und körperbetonter agiert, daran müssen sich die Spieler noch gewöhnen“, sagte Trainerin Ines Moritz. „Zudem muss die Mannschaft sich auf ein wesentlich höheres Tempo einstellen und lernen, sich gegen eine kompromisslos zur Sache gehende gegnerische Verteidigung durchzusetzen. Neue Spielsituationen muss jeder schneller erfassen und darauf entsprechend prompt reagieren.“

Wichmann will keine schlechte Stimmung aufkommen lassen

Nach der grandiosen vergangenen Saison, in der die Bargteheider mit 32:0 Punkten den Meistertitel in der Oberliga Schleswig-Holstein gewonnen hatten, müssen sie sich nun wieder an den Umgang mit Niederlagen gewöhnen. Wichmann will deshalb Selbstzweifel oder schlechte Stimmung erst gar nicht aufkommen lassen.

„In der Regionalliga gewinnt man keine Spiele im Schnelldurchlauf, das dürfte jedem nach dieser Partie klar geworden sein“, sagte Bargteheides Kapitän. „Die Mannschaft weiß aber auch, dass sie es besser kann, also braucht kein Spieler den Kopf hängen lassen. Anders wäre es, wenn wir gegen Kiel unser ganzes Potenzial abgerufen und dennoch verloren hätten.“

Dass die Bargteheider auch in der vierthöchsten Spielklasse in der Lage sind, allein über den Kampfgeist zurück in eine Partie zu gelangen, zeigten sie eindrucksvoll Mitte des dritten Durchgangs. Die Gäste aus Kiel waren drauf und dran, sich deutlich abzusetzen, als zunächst Drazen Bogicevic mit einem Wurf von jenseits der Drei-Punkte-Linie sowie nach Schnellangriffen Jacob Gäde und zweimal Steffen Hönicke zur erneuten Bargteheider Führung trafen. Neuzugang Gäde, der vom Bramfelder SV kam, war wie auch Hönicke mit jeweils 20 Punkten treffsicherster Werfer der Gastgeber, die ihre erste Regionalligabegegnung in der Sporthalle der Stormarnschule in Ahrensburg austragen mussten. Die Sporthalle des Kopernikus Gymnasiums – die eigentliche Heimspielstätte der Bargteheider – ist wegen Mängeln beim Brandschutz noch für unbestimmt Zeit gesperrt. Wo das nächste Heimspiel am 20. Oktober gegen die BSG Bremerhaven ausgetragen wird, steht noch nicht fest.

Spieler müssten hohe Fehlpassquote abstellen

Zuvor stehen aber ohnehin zwei Auswärtsbegegnungen auf dem Programm. Am kommenden Sonnabend, 29. September, sin die Bargteheider beim TSV Kronshagen (19.30 Uhr, Suchsdorfer Weg) gefordert. Die Trainingseinheiten unter der Woche will Ines Moritz nutzen, um am Abwehrverhalten der Mannschaft zu feilen. „Nach der Partie gegen Kiel war die Stimmung in der Kabine sehr sachlich. Die Spieler haben die Defizite erkannt und produktive Beiträge gebracht“, sagte die Trainerin. „In Eins-gegen-Eins-Situationen müssen wir gegen Kronshagen aggressiver und mutiger zur Sache gehen. Die Spieler dürfen keine Angst haben, überlaufen zu werden und Fehler zu machen. Denn das ist immerhin besser als einfach nur dazustehen und dem Gegner die Initiative zu überlassen.“

Um nicht mit leeren Händen die Heimreise anzutreten, müssen die Spieler unbedingt die hohe Fehlpassquote abstellen und versuchen – anstatt sich für ein Dribbling zu entscheiden - den Gegner mit wenigen exakten Pässen auszuspielen. „Wir werden in den kommenden Tagen ebenso konzentriert an unserem schnellen Angriffsspiel nach vorn wie auch an der Reaktionsschnelligkeit und der Passgenauigkeit arbeiten“, so Moritz.

Auch Wichmann hält kommendes Wochenende einen ersten Erfolg in der vierthöchsten Spielklasse für möglich. „Die Euphorie innerhalb der Mannschaft ist nach wie vor vorhanden“, sagte der Teamkapitän. „An der Einstellung der Spieler gab es in der Partie gegen den Kieler TB nichts auszusetzen. Wir haben es nur nicht geschafft, diese auch auf dem Feld umzusetzen. Genau das werden wir am kommenden Sonnabend versuchen, besser zu machen.“

Die Punkte für den TSV Bargteheide erzielten: Jacob Gäde, Steffen Hönicke (je 20), Drazen Bogicevic (14), Tobias Schümann (9), Torben Gode (6), Sebastian Wichmann (2) und Gregor Krönke (1).