Stormarn
Volleyball

Oststeinbek hat sein Team extrem verjüngt

Die Volleyballer des Oststeinbeker SV vor dem Start in die neue Drittligasaison

Die Volleyballer des Oststeinbeker SV vor dem Start in die neue Drittligasaison

Foto: Thomas Jaklitsch / Thomas JAKLITSCH

Drittliga-Volleyballer müssen zum Saisonstart am Sonnabend bei Aufsteiger Kieler TV II wegen Ausfalls einiger Spieler improvisieren.

Oststeinbek.  Noch zwei Tage, dann wird es für die Volleyballer des Oststeinbeker SV wieder ernst: Die Mannschaft von Trainer Timo Timpe startet am Sonnabend bei Aufsteiger Kieler TV II (16 Uhr, Hein-Dahlinger Halle, Geschwister-Scholl-Straße 9) in die neue Saison der 3. Liga Nord, ehe es eine Woche später beim Heimdebüt in der Walter-Ruckert-Halle zum Derby gegen den Eimsbütteler TV kommt. Was hat sich bei den „Ostbek Pirates“ personell verändert, wie stehen die Chancen auf den Klassenerhalt, wer sind die Favoriten – das Abendblatt gibt einen Überblick.

Ab- und Zugänge: Nach dem Weggang zahlreicher Leistungsträger (Enrico Fetz, Marian Heldt, Johannes Begemann, Carlo Wiese, Alexander Geft, Levin Wolf, Börge Wittmüss, Martin Stromecki) waren Trainer Timo Timpe und Teammanager Steffen Trommeshauser gezwungen, die ohnehin schon lange angestrebte Verjüngung der Mannschaft konsequent zu vollziehen. Neu im Team sind Justin Jezerski und Alexander Radtke, die wie ihre bereits in der vergangenen Saison mit einem Zweitspielrecht für die Oststeinbeker ausgestatteten Mannschaftskameraden Leonard Lindloff und Henrik Buße vom VC Olympia Hamburg kommen. Radtke ist mit 16 Jahren der Jüngste im Team. Außerdem sind Nils Gregor vom Hamburger TV, Amir Omerbasic vom Walddörfer SV sowie Eric Jahn und Vincent Lemke vom Sportinternat Schwerin neu dabei. Letzterer ist der Neffe von Sebastian Lemke, der nach einjähriger Pause wieder als Co-Trainer fungiert.

Kaderstärke: Die Verjüngung der Mannschaft hat Vor- und Nachteile. „Im Training weht ein ganz anderer Wind als in den Vorjahren“, sagt Timpe. „Alle haben großes Potenzial, sind extrem motiviert und erfolgshungrig. Das macht viel Spaß.“ Die Kehrseite der Medaille: Den jungen Spielern mangelt es noch an Erfahrung. Deshalb ist es schwer abzuschätzen, wohin die Reise sportlich geht. Aber mehr als der Klassenerhalt dürfte kaum möglich sein.

Saisonziel: Nach Rang acht in der Vorsaison wollen sich die Oststeinbeker auf keine Platzierung festlegen. „Unser Ziel ist es, die jungen Spieler, die überwiegend aus unteren Spielklassen kommen, weiter zu entwickeln und sie auf Drittliganiveau zu bringen“, sagt Timpe. Wenn sich das damit verbinden ließe, in der 3. Liga zu bleiben, wäre bei den „Pirates“ niemand unglücklich. Timpe: „Aber so ein großer Umbruch braucht Zeit, deshalb wäre ein Abstieg auch kein Drama.“ Aufgrund der vielen jungen Spieler sieht der 39-Jährige seine Mannschaft zunächst einmal als Underdog. „Es gibt keinerlei Druck: Wir wollen natürlich alle Spiele gewinnen“, sagt Timpe, „aber wir müssen nicht.“

Generalprobe: Die Oststeinbeker haben beim gut besetzten Ulrich-Lampe-Gedächtnis-Turnier des VC Norderstedt unter sechs Mannschaften Rang fünf belegt. Im Platzierungsspiel besiegten sie den Regionalligisten SG Lübecker TS/TG Rangenberg mit 3:1. Zuvor gab es ein 0:3 gegen den späteren Turniersieger Kieler TV (2. Bundesliga) sowie ein 1:2 gegen den Drittliga-Konkurrenten VfL Pinneberg, bei dem die Stormarner deutlich besser spielten als eine Woche zuvor beim 0:3 im Endspiel des Hamburger Pokalwettbewerbs. Timpe: „Allerdings haben beide Seiten noch nicht alle Karten aufgedeckt und viel ausprobiert.“ Seine wichtigste Erkenntnis: „Es hat schon viel geklappt, aber es gibt auch noch viel zu tun.“

Die Konkurrenten: Nach dem Aufstieg der KMTV Eagles (jetzt Kieler TV), die vergangene Saison die Staffel dominiert und alle 18 Spiele gewonnen haben, dürfte der Meisterschaftskampf diesmal deutlich spannender werden. Der SV Preußen Berlin gilt als ein Titelkandidat, zumal sich der Vorjahres-Vizemeister noch einmal verstärkt hat. Timpe: „Aber auch der VfL Pinneberg wird eine große Rolle spielen. Außerdem sehe ich auch die TSGL Schöneiche weit vorn.“

Erster Gegner: Aufsteiger Kieler TV II ist für die Oststeinbeker ein weitgehend unbeschriebenes Blatt. Die Reservemannschaft des Vorjahresmeisters hat ebenso wie die Oststeinbeker viele junge Talente in ihren Reihen. „Dem Gegner wird es wahrscheinlich ebenso wie uns noch an der notwendigen Konstanz fehlen“, glaubt Timpe. Handicap für die Oststeinbeker: Sie können personell noch nicht aus dem Vollen schöpfen. Aus dem 14-köpfigen Kader werden neben dem verletzten Amir Omerbasic (Knie-OP) noch weitere Spieler aus beruflichen oder privaten Gründen fehlen. Timpe: „Auf zwei Positionen wird es eng, da müssen wir improvisieren. Aber wir haben einen Plan B und C – und, wenn notwendig, auch einen Plan D...“

Elektronischer Spielbericht: In der Bundesliga wird der elektronische Spielberichtsbogen „SAMS-Score“ schon seit einem Jahr genutzt. In dieser Saison wird das System auch in sämtlichen 3. Ligen verpflichtend eingesetzt. Für die Heimmannschaften bedeutet das zusätzlichen technischen und personellen Aufwand. Timpe: „Wir müssen einen Computer oder ein Tablet sowie Internetzugang bereitstellen.“ Zudem wird zusätzliche Manpower benötigt: Der ausrichtende Verein muss zwei Personen stellen, die die Technik bedienen. Einer von vielen Vorteilen: Von allen Spielen soll es einen Live-Ticker geben.

Soziale Medien: Die Ostbek Pirates haben nicht nur eine eigene Homepage (osv-volleyball.de) und Facebook-Seite (@OstbekPirates), seit dieser Saison präsentieren sie sich auf Instagram (@osv_pirates). Dort werden auch kurze Videos aus dem Training und von den Spielen zu sehen sein.