Stormarn
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TSV Bargteheide ist nach 0:10 am Tiefpunkt

Bargteheiders neuer Co-Trainer Karsten Drube (l.) und Chefcoach Frank Witte

Bargteheiders neuer Co-Trainer Karsten Drube (l.) und Chefcoach Frank Witte

Foto: Henrik Bagdassarian / HA

Karsten Drube soll den Verbandsligisten als Co-Trainer helfen. Pölitz gewinnt Kreisduell, Tremsbüttel und Oldesloe spielen 1:1.

Bargteheide.  Als der Abpfiff das Debakel besiegelt hatte, ging Karsten Drube zu jedem einzelnen Spieler, sprach ein paar aufmunternde Worte und half denen wieder auf die Beine, die enttäuscht auf den Boden gesunken waren. Eine Mannschaft wieder aufzurichten, eigentlich sogar die gesamte Fußball-Abteilung des TSV Bargteheide: an dieser Mammutaufgabe soll Drube künftig als Co-Trainer seines langjährigen Freunds Frank Witte mitarbeiten. Wie schwierig das wird, ist allerspätestens seit dem 0:10 (0:4) gegen den Sereetzer SV klar.

„Eigentlich wollte ich ja nicht mehr“, sagte Drube, der seine Trainerlaufbahn vor gut einem Jahr bei der SG Union/Grabau hatte ausklingen lassen. Jetzt folgte er dem Ruf Wittes, der aktuell sowohl die Bargteheider Verbandsliga-Mannschaft als auch die Zweitvertretung (Kreisklasse A) betreut – wobei viele Gesichter dieselben sind. Mehrere Akteure waren wieder doppelt im Einsatz, nachdem der TSV die meisten seiner Leistungsträger verloren hat.

Drube soll auch den Transfermarkt sondieren

Weil ein auch nur halbwegs erfolgreiches Abschneiden in der Verbandsliga unter den derzeitigen Voraussetzungen eine Utopie ist, soll Drube nicht nur im Training und während der Partien helfen, sondern auch den Transfermarkt sondieren. „Mitten in der Saison ist das natürlich sehr schwierig. Ich werde versuchen, meine Beziehungen zu nutzen“, sagte er. „Ich habe ein paar Leute im Hinterkopf, die die Truppe verstärken würden.“

Die Abmeldung einer der beiden Herrenmannschaften will der TSV weiterhin um jeden Preis vermeiden und das erklärte Ziel bleibt, den Klassenerhalt in der Verbandsliga zu schaffen – allein deshalb, um den 14 Talenten, die aktuell mit den A-Junioren des Vereins in der Oberliga spielen und kommende Saison in den Herrenbereich wechseln, eine interne Perspektive zu bieten.

SSC Hagen kassiert im Derby gegen Pölitz drei Rote Karten

Was Drube bei seinem ersten Einsatz an der Alten Landstraße vorfand, umschrieb er schonungslos mit dem Begriff „Scherbenhaufen“, wobei er das Team in Schutz nahm. „Viele Spieler aus der Zweiten haben die Bereitschaft, in der Not auszuhelfen. Das ist sehr ehrenhaft. Diese Jungs kriegen jetzt die Häme ab, obwohl sie nicht mal ansatzweise etwas dafür können.“ Für die wenigen Anhänger, die sich zur Neuauflage der Aufstiegsrunde – noch vor wenigen Monaten hatten die Stormarner Sereetz zweimal locker besiegt – auf den Bargteheider Sportplatz getraut hatten, war die Partie nur mit viel Galgenhumor zu ertragen. Mit dem 0:4-Halbzeitrückstand durch Tore von Ommeed Sindi (11. Minute), Kamel Ejleh (19.), Rosario Confalone (33./Foulelfmeter) und Alex Kutaschow (38.) waren die hoffnungslos überforderten Gastgeber noch sehr gut bedient. Nach dem Seitenwechsel kannte Sereetz keine Gnade mehr. Sindi (46., 50.), Steven Tag (67.), Ejleh (75., 82.) und Sören-Alexander Kuznik (85.) sorgten für den zweistelligen und auch in dieser Höhe verdienten Auswärtssieg.

In einem turbulenten Derby setzte sich der SSV Pölitz mit 3:0 (1:0) beim SSC Hagen durch. Die Ahrensburger beendeten die Partie nach Roten Karten gegen Benjamin Klamt (60./Handspiel im Strafraum), Brian Techen (65./grobes Foulspiel) und Christopher Herklotz (65./Tätlichkeit) nur zu acht, kassierten die entscheidenden Gegentreffer durch Patrick Bünger (30.), den Ex-Ahrensburger Sohrab Safi (52.) und Marcel Noeske (61./Handelfmeter) aber schon vorher. „Pölitz war besser und hat verdient gewonnen. Wir haben jetzt zweimal gegen Teams verloren, die bereit waren, mehr zu investieren. Darauf werden wir reagieren“, sagte Ahrensburgs Trainer Carsten Holst. „Aber natürlich haben auch die Schiedsrichter-Entscheidungen Einfluss genommen.“ Holst sah lediglich den Platzverweis gegen Techen als gerechtfertigt an. Pölitz rückte durch den vierten Sieg im fünften Spiel bis auf einen Punkt an Platz eins heran.

Tremsbüttel: Unentschieden nach drei Nierderlagen in Folge

Ein Gegentor in letzter Minute hat dem VfL Oldesloe den zweiten Saisonsieg gekostet. Marcel Stellbrinck traf für Rapid Lübeck zum 1:1 (1:1)-Endstand, nachdem Yannick Teichmann (67.) die Blau-Weißen in Führung gebracht hatte. „Drei Punkte hätten uns gut getan, aber die Leistung und auch das Ergebnis sind positiv“, sagte Trainer Hartmut Wulff. Seine Mannschaft benötige noch Zeit, betonte er erneut. „Vergangene Saison muss es ja drunter und drüber gegangen sein, auch innerhalb des Teams. Das muss ich erst mal alles herausfinden. Personell sind wir jetzt wieder gut aufgestellt, der Konkurrenzkampf beginnt. Wer gut trainiert und die Situation begreift, ist dabei. Die anderen kommen auf die Warteliste.“ Am heutigen Dienstag (19.30 Uhr, Hagener Allee) gastieren die Oldesloer im Nachholspiel beim SSC Hagen.

Der VfL Tremsbüttel erreichte nach drei Niederlagen in Folge ein Unentschieden gegen den SSV Güster. Kay Dietl besorgte mit seinem Treffer in der 85. Minute den 1:1 (0:1)-Endstand. Güster hatte durch ein Tor von Lucas Molter ab der 21. Minute geführt.