Basketball

Zwei Stormarner in der Jugend-Bundesliga

| Lesedauer: 5 Minuten
Henrik Bagdassarian
Marc Knüpel (l.) aus Ahrensburg und der Delingsdorfer Simonas Paukste spielen für den Bramfelder SV und die Piraten der Hamburger Towers

Marc Knüpel (l.) aus Ahrensburg und der Delingsdorfer Simonas Paukste spielen für den Bramfelder SV und die Piraten der Hamburger Towers

Foto: Henrik Bagdassarian / HA

Die Talente Marc Knüpel und Simonas Paukste gehen für Hamburger Teams auf Korbjagd. Viel Freizeit bleibt bei dem hohen Niveau nicht.

Ahrensburg.  Ein Kurzportrait des 14 Jahre alten Basketballtalents Marc Knüpel könnte folgenden Inhalt haben: ein technisch versierter Spieler mit exzellentem Ballgefühl und hervorragendem Verständnis für die jeweilige Spielsituation.

Eine Zusammenfassung der Stärken seines ebenso alten Freundes Simonas Paukste würde dagegen lauten: ein mit einer Körpergröße von 1,98 Meter hochgewachsener, beweglicher und äußerst effektiver Centerspieler mit ausgezeichnetem Auge für den besser positionierten Mitspieler.

Sie wollen solange wie möglich auf hohem Niveau spielen

Für den in Delingsdorf lebenden Simonas hat sich der Basketballsport in den vergangenen Jahren ebenso zur großen Leidenschaft entwickelt wie für den Ahrensburger Marc. Mit viel Herzblut ordnen die beiden Teenager ihrer großen Passion fast die gesamte Freizeit unter. Marc, der bei bis zu sechs Trainingseinheiten pro Woche und ein bis zwei Pflichtspielen am Wochenende zeitlich stark eingespannt ist, sagt: „Die hohe Trainingsintensität empfinde ich nicht als Belastung. Ich möchte einfach solange wie möglich auf hohem Niveau Basketball spielen.“

Diesem Ziel kommt der junge Ahrensburger in diesem Jahr einen großen Schritt näher. In der am 7. Oktober beginnenden Spielzeit tritt Marc für das U16-Nachwuchsteam des Bramfelder SV erstmals in der Jugend-Basketball-Bundesliga (JBBL) an. Gegner zum Saisonauftakt ist der SC Rist Wedel.

Hamburger entdecken Marc beim Ahrensburger TSV

2013 begann Marc beim Ahrensburger TSV mit dem Basketballsport. Als die Hamburger vor eineinhalb Jahren auf der Suche nach einem hochgewachsenen Centerspieler für ihre männliche Jugendmannschaft in der Leistungsrunde waren, wurden sie auf den jungen Schlossstädter aufmerksam. Marc wechselte zum BSV. Dort traf er auf Simonas, der ebenfalls für die Centerposition vorgesehen war.

Simonas verdankt die Begeisterung für den Basketballsport seinem Cousin Rejas Petrauskas. „Als Siebenjähriger habe ich mit Rejas auf einem Hinterhof jede freie Minute Körbe geworfen. Er hat mir praktisch die ersten Schritte beigebracht“, sagt der gebürtige Litauer, der in Bargteheide die achte Klasse des Kopernikus Gymnasiums besucht.

Simonas spielte zunächst beim TSV Bargteheide

Simonas verfeinerte seine Technik zunächst in die Basketballsparte des TSV Bargteheide, ehe er zwei Jahre für den ATSV auf Korbjagd ging. 2015 wechselte das 1,95 Meter große Basketballtalent zum Bramfelder SV. In der vergangenen Spielzeit debütierte er für die Hamburger in der JBBL.

Nun steht Simonas vor einer neuen Herausforderung: Die Piraten Hamburg – das U16-Nachwuchsteam der Zweitligamannschaft Hamburg Towers – verpflichteten den 14-Jährigen für ihre JBBL-Mannschaft. „Nach kleinen Anlaufschwierigkeiten in der vergangenen Saison habe ich mich gut auf das deutlich höhere Niveau eingestellt“, sagt er. „In der Jugend-Bundesliga ist vieles schneller, technisch anspruchsvoller und vor allem geht es körperlich richtig zur Sache.“

Noch geben sich die beiden Stormarner gelassen

Schon am zweiten Spieltag kommt es zum direkten Duell der beiden Centerspieler. Noch geben sich die beiden Stormarner gelassen: „Für mich wird es ein Spiel wie jedes andere sein“, sagt Marc. Simonas ergänzt: „So wie Marc und ich kennen die meisten Spieler einander schon aus früheren Zeiten, deshalb ist die Begegnung auch für mich keine große Sache.“

Simonas steht Mitte September vor einem weiteren sportlichen Höhepunkt: Bei einem Sichtungslehrgang des Deutschen Basketball Bundes (DBB) in Heidelberg will der 14-Jährige sich für die U15-Nationalmannschaft empfehlen.

Auch die schulischen Leistungen werden kontrolliert

Zum Schutz der jungen Talente verbinden die meisten Vereine die Teilnahme an der Jugendbundesliga mit Auflagen. Marc erhielt eine Liste mit sämtlichen Medikamenten, die der DBB auf seiner Doping-Liste führt. Eine reine Vorsichtsmaßnahme, um eine versehentliche Einnahme eines vom Arzt verschriebenen Medikaments zu verhindern.

Auch die schulischen Leistungen werden regelmäßig kontrolliert. Zweimal im Jahr muss Marc seinem Trainer sein Zeugnis vorlegen. „Sobald sich die schulischen Leistungen eines Spielers verschlechtern, würde der Verein eingreifen“, sagt Vater Carsten Knüpel. Vom Bramfelder SV erhielt Marc zudem einen ausgewogenen Ernährungsplan und – für die Sommerferien - ein gezieltes Krafttraining-Programm.

Sowohl Marc als auch Simonas haben aufgrund der Größe die körperlichen Voraussetzungen für den Dunking – einen der spektakulärsten Würfe beim Basketball. Dabei springt ein Spieler so hoch, dass er den Ball kraftvoll direkt von oben in den Korb legen kann. „Der erste Dunking hinterlässt schon Eindruck“, sagt Marc, Simonas dagegen relativiert: „Ergreifender fand ich den Moment, als ich das erste Mal mit den Fingerspitzen den Ring des Korbes berührt hatte.“

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Sport