Stormarn
Fußball

Oststeinbek erkämpft den nächsten Pokalcoup

Oststeinbeks Siegtorschütze Marcel Meyer (2. v. l.) kämpft mit Marcel Hoffmann vom Meiendorfer SV verbissen um den Ball

Oststeinbeks Siegtorschütze Marcel Meyer (2. v. l.) kämpft mit Marcel Hoffmann vom Meiendorfer SV verbissen um den Ball

Foto: Henrik Bagdassarain / HA

Bezirksligafußballer besiegen Meiendorf auch im Wiederholungsspiel. Ohe und Ahrensburg scheiden aus. ATSV und FCA beenden Streit.

Oststeinbek.  Wenn ein großer Coup für nichtig erklärt wird, dann wiederholt man das Kunststück einfach. So nahmen es sich die Bezirksligafußballer des Oststeinbeker SV vor dem erneuten Duell mit Oberligist Meiendorfer SV vor – und setzten den Plan entgegen der Erwartungen einiger Experten mal eben in die Tat um. Durch das 1:0 (0:0) haben die Stormarner den zwei Klassen höher spielenden Gegner zum zweiten Mal binnen drei Wochen aus dem Hamburger Pokalwettbewerb geworfen. Diesmal endgültig.

Der Klassenunterschied war erneut nicht zu erkennen, auch wenn die Gäste sich diesmal mehr klare Torchancen erarbeiteten als in der ersten Partie (2:1), bei der der OSV den nicht spielberechtigten Erdinc Örün eingesetzt hatte. Das Sportgericht des Hamburger Fußball-Verbands setzte daher ein Wiederholungsspiel an. Die Meiendorfer akzeptieren das Urteil, obwohl sie den Einzug in die zweite Runde mit dem Gang vor das Verbandsgericht höchstwahrscheinlich hätten erstreiten können.

Oststeinbeker egalisieren Klassenunterschiede

„Unser Torwart Thorben Joost war der Mann des Tages“, sagte Oststeinbeks Pressesprecher Mathias Reß. „Wir haben trotzdem verdient gewonnen, weil wir das Spiel bestimmt haben. Meiendorf hat nur auf Konter gesetzt.“ Zum zweiten entscheidenden Akteur wurde Offensivmann Marcel Meyer mit seinem Siegtor in der 50. Minute.

Zweimal hat der OSV nun vor großer Kulisse den MSV besiegt, zusätzliche Einnahmen erzielt und eine Menge für sein (sportliches) Ansehen getan. Mehr kann ein unterklassiger Verein in dem Wettbewerb, in dem irgendwann übermächtige Gegner wie Eintracht Norderstedt oder TuS Dassendorf warten, kaum erreichen. Doch der Weg soll nicht zu Ende sein. „Der Pokal hat sich jetzt schon gelohnt. Aber wir wollen weiterkommen“, sagte Reß. In der zweiten Runde geht es zum Kreisligaclub TSV Reinbek. In Runde drei müsste der OSV beim starken Staffelkonkurrenten ASV Hamburg antreten.

Stormarns höchstklassigster Teilnehmer ist in der dritten Runde ausgeschieden. Der FC Voran Ohe verlor trotz eines Doppelpacks von Phillip Lang (13., 88.) mit 2:3 (1:1) beim Landesliga-Konkurrenten SV Altengamme. „Zur Pause hätten wir führen müssen. Am Ende war es aber eine verdiente Niederlage. Altengamme war bissiger und hatte mehr Spielanteile, während uns der letzte Wille fehlte“, sagte Trainer Rainer Seibert. Für die Gasteber waren Matthies Detjens (21.), Sandro Schraub (56.) und Marco Schulz (76.) erfolgreich.

Das gute Spiel der Ahrensburger wurde nicht belohnt

Dass der Oddset-Pokalwettbewerb für Ohe nur eine untergeordnete Rolle spielt, hatte der Coach bereits mehrfach betont, veränderte seine Startelf dementsprechend auf mehreren Positionen. Für Seibert zählt nur das nächste Punktspiel am kommenden Sonnabend. Gegner: wieder der SV Altengamme. „Mit einem Unentschieden wäre ich absolut zufrieden. Wenn uns das gelingt, war es eine erfolgreiche Woche“, sagte er.

Auch der Ahrensburger TSV hat die dritte Runde nicht überstanden. Nach großem Kampf unterlag der Bezirksligist dem klassenhöheren Landesligaclub TuRa Harksheide mit 3:4 (2:2, 1:0) nach Verlängerung. „Es war ein typisches Spiel, wie es der ATSV in der zweiten oder dritten Runde oft erlebt hat: gut gespielt, nicht belohnt“, sagte Trainer Matthias Nagel.

Der Außenseiter lag nach den Treffern von Gerrit Huppenthal (31.) und Mihai Bitez (49.) schon mit 2:0 in Führung, dann gingen den Schlossstädtern die Kräfte aus. „Viele hatten muskuläre Probleme. Es war ein sehr kraftraubendes Spiel bei hohen Temperaturen“, sagte Nagel. Leon Schulz (52.) und Daniel Meier (58.) sorgten für die Verlängerung, in der die Gäste durch Jonah Petersen (97.) und Schulz (112.) auf 4:2 davonzogen. Der eingewechselte Benedikt Neumann-Schirmbeck verkürzte bei seinem Debüt für die Stormarner per Foulelfmeter nur noch auf 3:4 (115.).

Vereine einigen sich bei Spieler-Transfer

Doch es gibt auch positive Nachrichten vom Stormarnplatz: Der ATSV und der FC Ahrensburg haben ihren Streit, der an dem Transfer von Bennet Gollin entflammt war, beigelegt. Nach einem Gespräch einigten sich beide Clubs über die Wechsel-Formalitäten. Der Innenverteidiger ist somit ab sofort für den ATSV einsatzberechtigt. Das erste Punktspiel hatte er wegen der fehlenden Freigabe des FCA verpasst, der ATSV hatte daraufhin öffentliche Kritik am Nachbarverein geübt.

„Wir haben einige Sachen ausgeräumt. Das war für den Spieler und für das Verhältnis der beiden Vereine wichtig“, sagte ATSV-Pressesprecher Jens Gohlke. Udo Stroinski, Vorsitzender des FC Ahrensburg, sagte dem Abendblatt: „Einige Sachen, sowohl von uns als auch vom ATSV, waren nicht ganz korrekt. Wir waren in dem Gespräch alle offen und ehrlich und werden künftig wieder zusammenhalten.“

Neben Oststeinbek und Reinbek ist mit dem Barsbütteler SV ein dritter Club aus Stormarn noch im Pokalwettbewerb vertreten. Der BSV steht dank eines Freiloses bereits in der vierten Runde, die voraussichtlich am 10. September ausgelost wird.