Stormarn
Grabau/Grönwohld

Hamberge holt den Klingberg-Pokal

Enttäuschende Zuschauerzahlen beim Fußball-Traditionsturnier in Grabau. FSG Südstormarn feiert Heimsieg

Grabau/Grönwohld. Nein, das Wetter meint es wirklich nicht gut mit den Organisatoren des Klingberg-Pokalturniers. „Im vergangenen Jahr hat es nur geregnet. Diesmal war das Wetter dann zu gut“, sagte Manuel Baldermann, Dritter Vorsitzender beim TSV Grabau. Die extreme Hitze machte während der gesamten Woche den Spielern zu schaffen und hielt offenbar viele Fans davon ab, an die Ringstraße zu kommen. Erst am allerletzten Tag sorgte ein Gewitter für Abkühlung. Unangenehmer Nebenaffekt: Das Spiel um Platz drei musste für 20 Minuten unterbrochen werden.

600 Fans an sieben Wettkampftagen, so lautet die Bilanz des TSV Grabau nach der 36. Auflage des traditionsreichen Turniers, das sich einstmals deutlich größerer Beliebtheit erfreute. Allein am Wetter kann der Zuschauerschwund nicht liegen. „Wir müssen darüber sprechen, wie wir es künftig gestalten“, sagte Baldermann.

Doch es gab auch Gewinner, allen voran die Kicker des SV Hamberge. Sieben Wochen nach dem Aufstieg in die Kreisliga gab es für den Verein den nächsten Grund zum Feiern, den etwas überraschenden Sieg beim Klingberg-Pokalturnier. Im Finale gegen den Bargfelder SV setzte sich die Mannschaft von Trainer Andreas Möller mit 3:2 nach Verlängerung durch. Bitter für Bargfeld: Schon beim eigenen Turnier in der Woche zuvor hatte der Kreisligist das Endspiel nach 120 Minuten verloren (1:4 gegen VfL Tremsbüttel).

Mann des Tages war Hamberges Bastian Beth, der alle drei Treffer erzielte. Einen Handelfmeter verwandelte der Offensivspieler zur frühen Führung (9. Minute). Mit Hilfe von Gregor Rath (52./Eigentor) und durch den Treffer von Lukas Iden (70.) drehte Bargfeld die Partie, ehe Beth (75.) die Verlängerung erzwang. Als alle schon das Elfmeterschießen erwarteten, schoss Beth den SVH zum Titel (117.). Trainer Möller sagte: „Es ging für uns im Turnier darum, die Neuzugänge zu integrieren. Aber natürlich wollten wir auch gewinnen.“

Auszeichnungen für Bargfeld, Delingsdorf und Rethwisch

Das von Hitze und Gewitter geprägte „kleine Finale“ gewann der Delingsdorfer SV (Kreisklasse B) mit 4:2 (1:1) gegen den VfL Rethwisch (A-Klasse). Den Führungstreffer von Jan Luca Schulz (12.) glich Christopher Willuhn (35.) noch aus. Nach der Unterbrechung im ersten Durchgang machte Delingsdorf binnen 20 Minuten alles klar: Jannik Albrecht (42.) und Jonas Cornehl per Doppelpack (49., 61.) sorgten für das 4:1. In der 66. Minute verkürzte Willuhn und sicherte sich die Torjägerkanone. Insgesamt traf der Rethwischer zehnmal. Zum besten Keeper des Turniers wurde Delingsdorfs Oliver Petrou gewählt. Die fairste Mannschaft waren die Bargfelder mit nur zwei Gelben Karten.

Stormarns traditionsreichste Turniere wurden in diesem Jahr parallel ausgetragen. Anders als der Nachbar aus Grabau zeigte sich die FSG Südstormarn „ganz zufrieden“ mit den Zuschauerzahlen, wie der Vorsitzende Volker Lewerenz sagte. „An den drei Spieltagen in der Woche kamen jeweils 130 bis 140 Zuschauer. Am Finaltag waren es dann wegen des Wetters leider nur etwa 80.“

Noch besser lief es für die Gastgeber aus sportlicher Sicht. Bereits zum dritten Mal in Folge sicherte sich der Kreisliga-Aufsteiger den Südstormarn-Pokal, der zum 41. Mal ausgespielt wurde. Im umkämpften Finale gegen den stark besetzten TSV Trittau (Kreisklasse A) gewannen die Gastgeber mit 3:2 (1:1). „Das war mehr als ein normales Testspiel. Wir wollten den Pokal gewinnen, zumal es ein Derby war. So ist auch Trittau in das Spiel gegangen“, sagte Trainer Martin Krüger.

Trittau verspielt im Finale Führung, Siek holt Platz drei

Zunächst schoss Christoph Geertz (16.) den TSV in Front. Patrick Rösler mit einem Doppelpack gegen seinen ehemaligen Verein (30., 63.) und Patrick-Uwe Tornack (61.) brachten die FSG mit 3:1 nach vorn. Torwart Fabian Böttger parierte einen Strafstoß gegen Max Johnsen. Der Anschlusstreffer von Robin Waidikat (82.) kam für Trittau zu spät. „Das war eine sehr, sehr gute Leistung“, lobte Krüger sein Team.

Den dritten Rang sicherte sich die Überraschungsmannschaft SV Siek (Kreisklasse A) durch ein 4:2 (1:1) über den Staffelkonkurrenten Witzhaver SV. Benjamin Mentz (13., 58./Elfmeter) brachte die Sieker zweimal in Führung. Zwischendurch hatte Jendrik Fey (38.) ausgeglichen. Nach einer Gelb-Roten Karte in der 70. Minute erhöhte der SVS in Unterzahl durch Justin Koop (73.) auf 3:1. Patrick Baumann (75.) sorgte mit seinem Anschlusstreffer für Spannung, dann machte Nico Rose (80.) alles klar.