Stormarn
Tennis

Glinder Tennis-Ass siegt in Lütjensee

Noma Noha Akugue sorgte aus Stormarner Sicht für den sportlichen Höhepunkt. Die junge Glinderin gewann das U-18-Turnier

Noma Noha Akugue sorgte aus Stormarner Sicht für den sportlichen Höhepunkt. Die junge Glinderin gewann das U-18-Turnier

Foto: Henrik Bagdassarian / HA

Noma Noha Akugue setzt sich beim 3. Junior-Cup im U18-Wettbewerb durch. Teilnehmerzahl geht zurück.

Lütjensee.  Fünf Tage hat sich auf der Tennisanlage an der Großenseer Straße alles um die kleine gelbe Filzkugel gedreht. Der TC Lütjensee war Gastgeber des 3. Junior-Cups für Jugendliche der Altersklassen U12 bis U18. Knapp 70 jugendliche Tennistalente – und damit rund 20 Prozent weniger als im vergangenen Jahr – gingen bei dem Nachwuchsturnier an den Start. Als beste Teilnehmerin aus Stormarn gewann die an Nummer eins gesetzte Noma Noha Akugue (Marienthaler THC) das U-18-Finale.

Die junge Glinderin setzte sich im Endspiel gegen Anna-Marie Weißheim vom SV Henstedt-Ulzburg mit 6:3, 6:1 durch. Für zwei Spieler aus dem Kreis war in der Vorschlussrunde Endstation. Der Ahrensburger Jannik Oelschlägel (Der Club an der Alster) scheiterte im Halbfinale der Junioren U16 nur knapp mit 3:6, 1:6, 8:10 an dem an Nummer eins gesetzten Noel Bartz (DTV Hannover). Lokalmatador Lual Ring Lual vom TC Lütjensee stand beim 0:6, 1:6 in der U-14-Halbfinalbegegnung gegen Luis Herbst (TSV Havelse) auf verlorenem Posten.

Zuvor hatten die Lütjenseer erstmals einen U21-Cup angeboten. Im Turnier der unter 21-Jährigen, bei dem lediglich ein männlicher Wettbewerb mit 15 Teilnehmern ausgetragen wurde, setzte sich Maximilian Todorov (Harvestehuder THC) durch. Henry Sierke (THC Ahrensburg), der einzige Stormarner, schied bereits in der ersten Runde aus.

Das weibliche U21-Turnier musste abgesagt werden

„Aufgrund zu geringer Meldezahlen waren wir gezwungen, die geplante weibliche U-21-Konkurrenz kurzfristig abzusagen. Bei den Herren haben wir aber auch mit einem größeren Teilnehmerfeld gerechnet“, sagt Elke Ring Lual. Die Organisatorin der beiden Turnierformate zieht entsprechende Konsequenzen: „Viele der leistungsstarken jüngeren weiblichen Talente starten bereits bei den Erwachsenen“, sagt Ring Lual. „Deshalb denken wir darüber nach, im kommenden Jahr anstatt des U21-Cups einen Wettbewerb für Damen und Herren anzubieten.“

Von abnehmenden Meldezahlen scheinen nicht nur die Lütjenseer betroffen zu sein. „Das gleiche Problem beklagen auch andere Ausrichter in Deutschland. Es gibt einfach ein Überangebot an höherklassigen Nachwuchsturnieren“, sagt der Turnierleiter und ehemalige Tennisprofi Julian Reister. Seit 15 Monaten ist der 32-Jährige auch Trainer von Lual. Die Halbfinalniederlage seines Schützlings nimmt er gelassen. „Lual hat ein gutes Turnier gespielt, war aber am Ende einfach platt“, sagt Reister.

Anfang des Jahres pausierte Lual aufgrund einer Schulterverletzung mehrere Monate. „Seit er wieder fit ist, zeigt seine Leistungskurve im Training steil nach oben“, sagt der ehemalige Tennisprofi. „Es war klar, dass dann auch der Erfolg zurückkehrt.“ Die Einschätzung seines Trainers unterstrich Lual kürzlich bei den Tennis-Landesmeisterschaften in Kiel, als er sich als ungesetzter Spieler den Titel bei den Junioren U14 sicherte.

TC Lütjensee will Instagram verstärkt nutzen

Um den rückläufigen Meldezahlen entgegenzuwirken, geht der TC Lütjensee neue Wege. „Wir müssen die Jugendlichen dort erreichen, wo sie sich häufig bewegen und das sind nun einmal die sozialen Netzwerke“, sagt Elke Ring Lual. Deshalb hat sie Oskar Kaufmann als Assistent der Turnierleitung verpflichtet. „Instagram ist zurzeit das Medium, mit dem man auch im Tennissport die meisten Jugendlichen erreicht“, sagt der 17-Jährige. „Mehr als die Hälfte aller Teilnehmer beim U-21-Turnier haben sich über diese Plattform angemeldet.“

An allen Tagen ein viel beschäftigter Mann war Helge Burandt. Der Physiotherapeut knetete jugendliche Waden- und Schultermuskeln, behandelte kleine Blessuren und gab Tipps, wie man Verletzungen vorbeugt. „Ich bin immer wieder überrascht, wie unbedarft mit dem Thema Gesundheit der Kinder und Jugendlichen umgegangen wird“, sagt Burandt. „Eltern, Trainer und Spieler müssen einfach dafür sensibilisiert werden, mehr Arbeit und Zeit in den physiotherapeutischen Bereich zu investieren. Die oft einseitige Belastung durch eine hohe Anzahl an Matches führt in vielen Fällen zu muskulären Dysbalancen im Schulter- und Beckenbereich.“

Turniere des TC Lütjensee sind für ihre kulinarischen Besonderheiten bekannt. Die Speisekarte der Vereinskantine bot eine Vielfalt an biologisch erzeugten Produkten der Region wie frisches Obst und Gemüse. Zwei Köche aus den Niederlanden versorgten die Gäste mit Dinkelpasta, Flammkuchen, Biowurst, frisch zubereiteten Smoothies und – ganz speziell – dem hawaiianischen Gericht Poke Bowl.