Stormarn
FUSSBALL

Meiendorfer SV gewinnt Ahrensburg-Cup

Lawrence Schön (M., Meiendorfer SV) setzt sich im Finale gegen die Saseler Adem Aydin (l.) und Tolga Celikten durch

Lawrence Schön (M., Meiendorfer SV) setzt sich im Finale gegen die Saseler Adem Aydin (l.) und Tolga Celikten durch

Foto: Thomas Jaklitsch / HA

Der Ahrensburger TSV bleibt bei eigenem Fußballturnier ohne Sieg – und ist trotzdem bester Teilnehmer aus Stormarn.

Ahrensburg.  Nach dem letzten Auftritt seiner Mannschaft beim eigenen Turnier um den Fisch-Schloh-Ahrensburg-Cup musste Matthias Nagel ein wenig Frust ablassen. „Zu wenig Zuschauer“, sagte der Trainer des ATSV, als er nach seinem Turnierfazit gefragt wurde. „Ich verstehe das nicht. So einen hochklassigen Fußball sieht man in Ahrensburg nicht jede Woche. Vielleicht haben die Leute wegen der WM keine Zeit für Amateurfußball. Dabei gibt es hier noch Spieler zu sehen, die sich richtig anstrengen – im Gegensatz zu unserer Nationalmannschaft.“

Drei Clubs aus Stormarn nahmen an der dritten Auflage des Turniers teil, darunter zwei aus der Schlossstadt. Als Hochkaräter hatte der Bezirksligaclub die Hamburger Oberligisten HSV Barmbek-Uhlenhorst, Niendorfer TSV, TSV Sasel und Meiendorfer SV gebucht. Trotzdem blieb schon der erste Turniertag mit rund 150 Zuschauern unter den Erwartungen. Am zweiten Tag kamen noch weniger Besucher auf den Stormarnplatz.

Ähnliche Erfahrungen machte übrigens vor Jahren auch der TSV Trittau. Der damalige Verbandsligist stellte ebenfalls hochkarätige Teilnehmerfelder mit Oberligaclubs aus der Hansestadt zusammen und wunderte sich über das geringe Interesse. Das Turnier an der Großenseer Straße gibt es mitlerweile nicht mehr.

Immerhin aus sportlicher Sicht konnte Nagel seinen Frieden mit dem Turnier schließen, obwohl die Ahrensburger ohne einen Sieg blieben. In der Vorrunde zeigte der Gastgeber gegen die höherklassigen Clubs aus Barmbek (0:1) und Meiendorf (0:2) gute Defensivleistungen. Nur gegen Kreisligist Hoisbütteler SV (0:0) ließ der Bezirksligist viele Wünsche offen. Im Spiel um Platz fünf gegen Niendorf hielt der ATSV beim 2:5 (2:2) 45 Minuten lang gut mit, ging durch zwei Treffer von Mihai Bitez sogar 2:1 in Führung. Nagel: „Wir haben uns gegen drei Oberligisten gut präsentiert.“

Bis zum Saisonstart Ende des Monats gibt es dennoch viel zu tun. „Wir sind noch nicht da, wo wir hinwollen, haben Probleme in der Findungsphase“, sagte Nagel. Genauer wollte der Coach nicht werden, ein Defizit wurde beim Fisch-Schloh-Cup aber offensichtlich: Dem Top-Fünf-Aspiranten fehlt ein fitter und konstanter Torwart. Der bisherige Bargteheider Lucas Lamm zog seine Zusage zurück, wechselt stattdessen zum Niendorfer TSV II (Landesliga). Peter Grischke ist (mal wieder) verletzt, ebenso wie Sascha Blankertz. Und Neuzugang Nicolas Rodriguez (kam aus Stapelfeld) benötigt noch Eingewöhnungszeit.

Trio wechselt von Hoisbüttel zum Kreiskonkurrenten

Auf allen anderen Positionen sieht sich der ATSV gut aufgestellt. Abgesehen von Andreas Bechthold (28), der nach seinem dritten Kreuzbandriss in den Trainerstab gewechselt ist, blieben alle Leistungsträger, darunter Serkan Dede (allerdings noch verletzt) und Bitez. Neu dabei sind neben zwei A-Junioren Joel Witte aus Hoisdorf (nach dem Turnier ebenfalls verletzt), der starke Innenverteidiger Bennet Gollin (zuvor SSC Hagen und FC Ahrensburg) sowie Lukas Heitmann, Jonas Vogler und Nico Zerrath vom Hoisbütteler SV.

Der Abgang des Trios kam für die Ammersbeker überraschend. „Damit war nicht zu rechnen. Aber die Spieler haben eine Entscheidung getroffen, das müssen wir akzeptieren“, sagte Hoisbüttels Trainer Alexander Windt. Der klassentiefste Teilnehmer belegte in Ahrensburg den letzten Platz, erzielte mit dem 2:2 gegen Hagen aber einen Achtungserfolg. Erst im Elfmeterschießen musste sich der Außenseiter geschlagen geben. Windt: „Wir waren sehr wenig Leute, mussten deswegen Spieler aus der zweiten Mannschaft einbinden. Defensiv war die Leistung sehr gut, gegen Hagen auch offensiv.“

Verbandsligist SSC Hagen verlor alle drei Vorrundenspiele gegen die klassenhöheren Gegner Sasel (2:5), Niendorf (2:3) und Bramfelder SV (2:3). „Wir sind häufig in Führung gegangen, haben aber viel zu viel Gegentore bekommen. Das zeigt eindeutig, was noch zu tun ist“, sagte Trainer Carsten Holst, dem 22 von 23 Akteuren zur Verfügung standen. Kommenden Sonnabend wird die Mannschaft auf der Anlage des SSV Großensee schuften, in der Woche darauf geht es für drei Tage ins Trainingslager nach Dänemark.

Sieger des Fisch-Schloh-Ahrensburg-Cups wurde der Meiendorfer SV durch ein 6:1 über den TSV Sasel. Rang drei sicherten sich die Barmbeker mit einem 5:3 gegen Bramfeld.