Stormarn
FUSSBALL

Reinfelds Fußballern gelingt der nächste Pokalcoup

Foto: Thomas Jaklitsch / HA

Landesligafußballer besiegen den klassenhöheren PSV Neumünster mit 3:0. Jetzt wartet der TuS Jevenstedt.

Reinfeld.  „Schieß doch mal direkt drauf. Der Torwart guckt in die Sonne und sieht nichts.“ Alexander Grimm beherzigte den Zuruf eines Zuschauers. Als die Landesligafußballer des SV Preußen Reinfeld im Erstrundenspiel des Landespokalwettbewerbs gegen den PSV Neumünster in der 38. Minute einen Freistoß hatten, tickte Dennis Lie den Ball einmal kurz an, und Grimm schoss aus 20 Metern aufs Tor. Schlussmann Joe Gabriel flog etwas orientiertungslos durch die Luft, und der Ball landete zur Reinfelder 1:0-Führung im Netz.

Am Ende setzte sich Stormarns Kreispokalsieger gegen den klassenhöheren Oberligisten auf dem Kunstrasenplatz des Reinfelder Kooperationspartners Kronsforder SV sogar mit 3:0 (1:0) durch, erreichte damit als erste Mannschaft das Viertelfinale. Dennis Lie traf in der 61. und 75. Minute doppelt. Zunächst vollstreckte er nach einem Pass von Kristof Rönnau aus spitzem Winkel, und dann hatte er das Glück, dass sein Schuss von einem Neumünsteraner unhaltbar abgefälscht wurde.

„Der Sieg ist aber hochverdient“, sagte Trainer Michael Clausen. „Wir waren die gierigere und leidenschaftlichere Mannschaft. Jeder hat jedem geholfen, das war ein echtes Team, das da auf dem Platz stand und sich den Sieg gemeinschaftlich erarbeitet und erspielt hat. Das war hervorragend.“

Das Ergebnis gegen die schwachen Neumünsteraner, die es in dieser Verfassung gewiss schwer haben werden, in Schleswig-Holsteins höchster Klasse zu bestehen, hätte sogar noch deutlicher ausfallen können. Insbesondere Torjäger Rönnau ließ noch einige Großchancen aus. In der 44. Minute konnte sich der Stürmer die Ecke praktisch aussuchen, als er allein auf das gegnerische Tor zustürmte. Doch er schob den Ball rechts am Tor vorbei. Stark war, wie er in der 56. Minute den Ball am Fünfmeterraum mit dem Rücken zum Tor annahm und aus der Drehung abzog – den Ball Torwart Gabriel aber genau in die Arme schoss. Clausen: „Ihm fehlt noch diese Selbstverständlichkeit. Aber das kommt wieder, er kann jetzt erstmals seit Monaten wieder beschwerdefrei trainieren.“

Nach dem Halbfinaleinzug in der vergangenen Saison wollen die Reinfeld diesmal sogar ins Endspiel. Ihr nächster Gegner steht schon fest: Landesliga-Aufsteiger TuS Jevenstedt, der sich beim TSV Schlutup mit 4:0 durchsetzte. Gespielt wird voraussichtlich am 21. oder 22. Juli. Clausen: „Das wird schwerer als gegen Neumünster. Denn dort sind wir nicht der vermeintliche Underdog. Wir müssen davon ausgehen, dass der Gegner in dieser Partie genauso entschlossen auftritt wie wir es diesmal gemacht haben.“

Ein Hauptaugenmerk legt der Coach in der Saisonvorbereitung auf die Stabilisierung der Abwehr – in der vergangenen Saison war das Defensivverhalten eine der größten Baustellen. Von allen Mannschaft im oberen Tabellendrittel haben die Stormarner die meisten Gegentreffer zugelassen. Diesmal hat das Zusammenwirken von Viererkette und Mittelfeld schon gut funktioniert, obwohl die Trainingsbedingungen alles andere als ideal sind. Weil die Hauptplätze in Reinfeld noch bis zum 19. August gesperrt sind, muss Clausen improvisieren.

„Wir trainieren im Moment auf drei unterschiedlichen Plätzen, in Kronsforde, in Wakendorf und auf einem Nebenplatz in Reinfeld, der allerdings in so schlechtem Zustand ist, dass wir genauso gut auf dem Parkplatz üben könnten“, so der Coach.

Großen Anteil daran, in einem Pflichtspiel endlich wieder einmal „zu Null“ gespielt zu haben, hatte auch Jonas Marschner. „Er hat gezeigt, weshalb der VfB Lübeck ihn verpflichten wollte. Der Junge hat großes Potenzial“, lobte Clausen den erst 19 Jahre alten Torwart, der zwar wenig geprüft wurde, dann aber zur Stelle war – wie beim verunglückten Rettungsversuch von Mitspieler Benjamin Pirch, der seinen eigenen Schlussmann unmittelbar vor dem Konter zum 2:0 zu einer Glanzparade zwang.

SV Preußen Reinfeld: Marschner – Pirch, Grimm, Böckelmann, Dankert – P. Schröder, Schecke (84. Kunert) – Decker (75. Heinze), Treichel (80. B. Schröder), Lie – Rönnau