Stormarn
FUSSBALL

Bargteheides Fußballer feiern Wiederaufstieg

Foto: Thomas Jaklitsch / Thomas JAKLITSCH

Fußballer gewinnen auch das Relegations-Rückspiel gegen den Sereetzer SV und kehren in die Verbandsliga zurück.

Bargteheide.  Am Abend vor dem letzten und wichtigsten Spiel seiner Trainerlaufbahn beim TSV Bargteheide ging Essmatulla Omid allein über den Rasenplatz an der Alten Landstraße, er rückte im Besprechungsraum einige Tische zurecht und erledigte im Voraus etwas, wofür er später keine Zeit mehr haben würde: „Ich habe mir alles angeschaut und mich in Ruhe verabschiedet“, verriet der Coach eine Nacht später, nach dem 2:0 (0:0) über den Sereetzer SV. Die Stormarner sind zurück in der Fußball-Verbandsliga.

Rund 300 Zuschauer waren gekommen, um den TSV Bargteheide aufsteigen zu sehen. Wer sich weinrot gekleidet hatte, genoss freien Eintritt. Dass im alles entscheidenden Relegations-Rückspiel trotzdem nicht mehr die ganz große Atmosphäre aufkam, lag einzig am harmlosen Gegner, der sich in der Woche zuvor schon um alle Chancen gebracht hatte. „Nach dem 3:0 im Hinspiel hatte ich überhaupt keine Zweifel mehr“, sagte Omid.

Auch in den zweiten 90 Minuten demonstrierten die Bargteheider fast durchgehend ihre Überlegenheit, und wenn die Gäste mal doch gefährlich vor dem Kasten auftauchten, im ersten Durchgang beim Stand von 0:0 war das zweimal der Fall, rettete Torwart Lucas Lamm oder die Sereetzer Fahrlässigkeit. Zu Beginn der zweiten Halbzeit sorgten Nieck Naward (54. Minute) und Innenverteidiger Alexander Fürstenberg (60.) mit ihren Treffern für den verdienten Sieg. Mit dem Abpfiff startete Abwehrspieler Tobias Schermer, die bis in die Nacht andauernden Feierlichkeiten, indem er seinem Coach mit einem an der Seitenlinie bereitgestellten Eimer eine kalte Dusche verpasste.

Für „Essmet“ Omid, der bereits vor zwei Monaten angekündigt hatte, den Verein nach der Saison hauptsächlich aus beruflichen Gründen zu verlassen, war es der dritte Aufstieg im dritten Jahr. 2016 triumphierte er mit den B-Junioren, im Jahr darauf mit der A-Jugend. Als 23-Jähriger wurde er noch während der Abstiegssaison in aussichtsloser Lage zum Herren-Chefcoach befördert und führte die Mannschaft nun im ersten Anlauf zurück in die Verbandsliga. „Ich bin überwältigt, wie viel Unterstützung wir heute hatten und dankbar dafür, dass mir der Verein das Vertrauen gegeben hat, obwohl ich so jung bin.“ Auf der Trainerposition übernimmt Omids älterer bisheriger Assistent Frank Kentzler. Im Team soll aber weiter auf die Jugend gesetzt werden.

Mehrere Leistungsträger verlassen den Verein

„In der A-, B- und C-Jugend kommt richtig was nach. Das spricht auch im Vergleich zu einigen anderen Vereinen in den nächsten Jahren klar für uns“, sagte Omid. „Wir sind schon jetzt eine Anlaufstelle für Talente und können das noch ausbauen. Man muss die Jungs halten, ihnen eine Perspektive bieten. Wenn das gelingt, ist irgendwann auch der Aufstieg in die Landesliga möglich.“ Auch das kurzfristige Ziel, den Klassenerhalt in der Verbandsliga, traut Omid seinem Team zu.

Ein Selbstläufer wird das allerdings nicht, denn es steht der nächste zumindest mittelschwere Umbruch bevor. Mehrere Leistungsträger wurden von Clubs aus dem Kreis abgeworben: Stammkeeper Lamm schließt sich dem Ahrensburger TSV (Bezirksliga Hamburg) an. Vincent Seifert und Florian Henk wechseln zum SV Eichede. Auch Alexander Fürstenberg und Mike Henkel laufen künftig nicht mehr in weinrot auf. „Die beiden haben viele Jahre hier verbrachte, es war sehr emotional für sie. Nach dem blamablen Abstieg im vergangenen Jahr wollten sie sich unbedingt mit dem Aufstieg verabschieden“, sagte Omid. „Dass Fürstenberg auch noch getroffen hat, ist ein Phänomen für sich selbst.“

In der Verbandsliga Süd dürfen sich Bargteheides Fans auf viele Kreisduelle freuen. Neben Mitaufsteiger VfL Tremsbüttel warten dort der SSC Hagen Ahrensburg, SSV Pölitz und VfL Oldesloe. Das Trio hatte am letzten Spieltag den Klassenerhalt gesichert.

Omids sportliche Zukunft ist weiterhin derweil offen. Es habe „ein, zwei überraschende Angebote“ gegeben, das richtige war aber noch nicht dabei. Auf die abschließende Frage, ob er sich später eine Rückkehr zum TSV vorstellen könne, sagte er: „Ja, auf jeden Fall. Man muss sehen, wie es mit dem Verein weitergeht, aber...“ – dann ergoss sich der nächste Wassereimer über Bargteheides Aufstiegstrainer.

TSV Bargteheide: Lamm – Meyer, Schermer (68. Schuldt), Fürstenberg, Henkel –Lemanski, Röbl – Kohn, Henk (46. Naward), Seifert (63. Kappus) – Schlötel