Stormarn
Volkslauf

Hoisbütteler Hasenlauf vor ungewisser Zukunft

Foto: Thomas Jaklitsch / HA

Jens Gauger erwägt seinen Rückzug als Organisator des Hoisbütteler Volkslaufs. Ihm fehlt Hilfe bei der Vorbereitung

Ammersbek.  Jens Gauger war nicht zu beneiden: Obwohl das Thermometer schon fast 30 Grad Celsius zeigte, stand der 52-Jährige in einem blau-weißen Hasenkostüm auf der kleinen Tribüne in der prallen Sonne und verteilte an die zahlreichen Kinder und Jugendlichen Preise wie Trinkflaschen oder Sportsocken. „Bei diesen Temperaturen gibt es angenehmere Kleidungsstücke“, sagte Gauger lachend. „Aber ohne Kostüm geht es nicht.“

Nicht umsonst heißt der Volkslauf, den er nun schon zum neunten Mal in Kooperation mit dem Hoisbütteler SV organisierte, Hasenlauf. Benannt ist er nach dem Wappentier des Hamburger Laufladens, den Gauger seit Jahren vis-a-vis der Jahnkampfbahn in Winterhude betreibt.

Dem Hoisbütteler SV ist er seit Jahrzehnten eng verbunden. „Ich bin unweit der Grundschule aufgewachsen, in Hoisbüttel hat meine Leichtathletik-Sozialisierung stattgefunden“, sagte Jens Gauger. Später wechselte er zum Ahrensburger TSV. In seinen mehr als 15 Jahren für die Schlossstädter gewann er zahlreiche Titel auf Kreis- und Landesebene. Noch heute hält der 52-Jährige auf fast allen Distanzen zwischen 1500 Meter und dem Marathon den Kreisrekord.

Gauger: „Früher gab es in Hoisbüttel den Himmelfahrtslauf, der dann leider gestorben ist, weil es nicht mehr genügend Teilnehmer gab. Irgendwann kam mir die Idee, die Veranstaltung wiederzubeleben, unter neuem Namen und zu einem anderen Termin.“

Seitdem lockt der Hasenlauf Jahr für Jahr gut 600 Teilnehmer an. Diesmal waren es etwas weniger. „Dafür hat im Vergleich zu den Vorjahren alles reibungslos geklappt“, sagte Gauger. Wir hatten im Zielbereich erstmals einen Eisstand, der natürlich bei allen gut angekommen ist. Außerdem standen genügend motivierte Helfer zur Verfügung, und niemand hat sich verlaufen.“

Das war nicht immer so. Gauger: „Wir haben da schon so einiges erlebt: Im vergangenen Jahr war der Führende des Fünf-Kilometer-Rennens einmal falsch abgebogen, und mehrere Läufer sind ihm gefolgt, weil der Mensch nun mal ein Herdentier ist“, erinnert sich der Organisator schmunzelnd. „Diesmal wurden alle kritischen Punkte mit Streckenposten besetzt, außerdem fuhr dem Teilnehmerfeld ein Führungsfahrrad voraus.“

Die somit insgesamt benötigten 60 Helfer zu finden, war nicht schwer, sagte Gauger. „Leider gibt es aber kaum jemanden, der bei der Vorbereitung mithilft“, so der 52-Jährige, der sich deshalb mit dem Gedanken trägt, den Lauf künftig nicht mehr auszurichten. „Obwohl wir ein relativ kleiner, familienorientierter Lauf sind, bedarf es einer guten Planung. Für mich allein bedeutet das mehrere Monate lang Stress ohne Ende, da ich nebenbei ja auch noch Familie und mein Geschäft habe und auch selbst regelmäßig zum Laufen oder Mountainbiken kommen will. Gut wäre, wenn man kontinuierlich ein Team von acht Leuten zur Verfügung hätte und die Arbeit verteilen könnte.“ Noch sei aber keine Entscheidung gefallen, sagte Gauger.

Das Ende des Hasenlaufs wäre besonders für die Kinder schade, für die ohnehin immer weniger Wettkämpfe angeboten werden. Für die Jüngsten gibt es in Hoisbüttel zwei Rennen, den Minihasenlauf (400 Meter) ohne Zeitmessung sowie den Schülerlauf über 1600 Meter. Beide Male läuft Gauger übrigens kostümiert vornweg.

In den Kinderläufen jagen die Teilnehmer den Hasen

„Die Kids sind begeistert, den Hasen zu jagen. Bislang hat mich noch keines der Kinder eingeholt“, sagte Gauger. „Vergangenes Jahr war ein Elfjähriger allerdings nah dran.“

Den Lauf über 1600 Meter gewann diesmal Felix Goldstein von der Grundschule am Aalfang in Ahrensburg, der 5:52,0 Minuten benötigte. Schnellstes Mädchen war Franka Hohmann (6:05,0 Minuten). Über zehn Kilometer belegten der Hamburger Jannik Mitja Sielmann (36:24,0) und die Ammersbekerin Regine Fladung (43:17,0) die ersten Plätze bei Männern und Frauen. Über fünf Kilometer siegten Jost Casper Hausendorf (TSV Sasel, 18:32,0) und Franziska Schütze (Ninja Sportclub Hamburg, 21:50,0).

Alle Ergebnisse: www.hasenlauf.com