Badminton

TSV Trittau will zum Final Four

Gewann diese Saison in beiden Duellen mit Lüdinghausen sein Doppel mit Ary Trisnanto: Trittaus Nikolaj Persson

Gewann diese Saison in beiden Duellen mit Lüdinghausen sein Doppel mit Ary Trisnanto: Trittaus Nikolaj Persson

Foto: Thomas Jaklitsch / HA

Die wichtigste Partie der Saison: Der Badminton-Bundesligist gastiert im Viertelfinale vor bis zu 400 gegnerischen Fans in Lüdinghausen.

Trittau/Lüdinghausen.  Zur Saisonverlängerung hat die Badminton-Abteilungsleiterin des TSV Trittau noch mal eine Hotelübernachtung springen lassen. „Das sind zusätzliche Kosten. Aber in dieser Phase dürfen wir nicht sparen“, sagte Sabina Persson vor der Abfahrt des Bundesligaclubs am Freitag nach Nordrhein-Westfalen. Das Auswärtsspiel beim SC Union Lüdinghausen (Sonnabend, 16 Uhr, Hinterm Hagen) ist die wichtigste Partie der Saison. Es geht um den Einzug ins Final Four.

Wen man auch fragt, alle sind sich einig: In diesem Viertelfinale kann jede Kleinigkeit über Sieg oder Niederlage entscheiden. Deshalb wünschte sich die Trittauer Mannschaft, bereits am Vortag anzureisen. Zu hoch ist das Risiko, in einen Stau zu geraten, zu groß die Strapazen einer mehrstündigen Autofahrt am Spieltag. Auch der Pole Milosz Bochat reiste schon vorzeitig in die Unterkunft in Hagen an. Lediglich Iris Tabeling stößt erst am Spieltag dazu – aus ihrer Heimat Niederlande hat sie eine kurze Anfahrt.

„Trittau ist ganz leichter Favorit“

Ursprünglich hatte Union Lüdinghausen die Stormarner am Sonntag empfangen wollen, reagierte allerdings später auf den Spielplan der Fußball-Bundesliga: Am Sonntag treffen Schalke 04 und Borussia Dortmund zum Revierderby aufeinander. Ein Gewissenskonflikt nicht nur für viele Fans des SC Union, sondern auch für zahlreiche ehrenamtliche Helfer. Deshalb änderten die Gastgeber den Termin und hoffen auf 400 Zuschauer.

Ob am Ende Hunderte Westfalen oder eine Handvoll mitgereiste Trittau-Fans jubeln, ist nicht abzusehen. Persson sieht die Chancen bei exakt 50 Prozent. Lüdinghausens Abteilungsleiter Michael Schnaase sagte dem Abendblatt: „Es ist schwer zu beurteilen. Ich denke, Trittau ist ganz leichter Favorit.“

Die Historie spricht tatsächlich für die Norddeutschen. In dieser Saison gewann der TSV beide Begegnungen knapp mit 4:3 und triumphierte auch im Vorjahr bei seiner ersten Viertelfinal-Teilnahme, als der Gegner ebenfalls SC Union hieß – damals genoss allerdings Trittau das Heimrecht. Diesmal gaben in der Punktrunde zwei Zähler den Ausschlag zugunsten der Westfalen, die sich Tabellenrang vier und damit das Heimrecht gegen die fünftplatzierten Schleswig-Holsteiner sicherten.

Trittau wird voraussichtlich mit denselben Spielern antreten, die für beide Saisonsiege gegen Lüdinghausen sorgten: Im Doppel tritt das stärkste Gespann der Liga an, Iris Tabeling und Kilasu Ostermeyer, die von 18 Matches nur eines verloren. Im Einzel spielt wieder Priskila Siahaya, die allerdings jeweils der starken Yvonne Li unterlag. Im Mixed dürften die deutschen Vizemeister Ostermeyer/Nikolaj Persson antreten. Nikolaj Persson gewann auch beide Vergleiche mit Lüdinghausen in seinem Doppel mit Ary Trisnanto. Joachim Persson wird im Einzel wohl wieder auf Kai Schäfer treffen, gegen den er zu Hause nach fünf Sätzen siegte und auswärts ebenso knapp unterlag. Das zweite Herrendoppel werden wohl Jonathan Persson und Milosz Bochat bestreiten. Das zweite Herreneinzel ging aus Trittauer Sicht beide Male verloren, einmal spielte Trisnanto, einmal der Portugiese Bernardo Atilano, der diesmal nicht dabei sein wird. Als Ersatzmann steht stattdessen Paul Reynolds aus Irland bereit.

Das Viertelfinale im Vorjahr war schnell entschieden

All das spricht für den nächsten Sieg des TSV. Aber: Anders als in der bisherigen Saison und auch anders als im Viertelfinale vor einem Jahr tritt Lüdinghausen laut Abteilungsleiter Schnaase diesmal aller Voraussicht nach in Bestbesetzung an. „Es wird auf die genaue Aufstellung und auf die Tagesform ankommen“, sagte Schnaase. „Es gibt in keinem der sieben Matches einen klaren Favoriten. Deshalb könnte es am Ende ganz knapp werden, oder aber auch ein deutliches Endergebnis zustandekommen.“

Sabina Persson sieht das ähnlich: „Knackpunkt könnte auch die Reihenfolge der Matches sein.“ Vor einem Jahr führten die Stormarner rasch mit 4:1, woraufhin die Gäste – wie bei K.o.-Spielen üblich – aufgaben. Damals hatten sich die Lüdinghausener allerdings über den Matchplan beklagt, wähnten sich im psychologischen Nachteil, weil zuerst alle Matches gespielt wurden, bei denen die Chancen für den TSV besonders groß waren.

Mit einem Sieg würde sich die Saison des TSV Trittau nochmals um drei Wochen verlängern. Im Final Four würden dann der BC Saarbrücken-Bischmisheim, der BC Beuel sowie der Sieger des zweiten Viertelfinals zwischen Mülheim und Refrath warten. Das Saisonfinale mit Halbfinals, Spiel um Platz drei und Finale steigt Anfang Mai übrigens im fernen Saarbrücken. Sabina Persson würde gern noch eine Hotelübernachtung springen lassen.

Einen Liveticker gibt es auf der Internetseite der Gastgeber: www.scunion08.de/liveticker