Stormarn
Fechten

In Lütjensees Talentschmiede lodert das Feuer

Der Spaß am Fechtsport verbindet (v. l.): Patrick Schwarze, Lina Dawideit, Clara Zoé Waldmann, Clara Henriette Sauerland, Finja Stormanns, Neele Romann, Flynn Beu, Marco Stormanns  vom   FC Lütjensee

Der Spaß am Fechtsport verbindet (v. l.): Patrick Schwarze, Lina Dawideit, Clara Zoé Waldmann, Clara Henriette Sauerland, Finja Stormanns, Neele Romann, Flynn Beu, Marco Stormanns vom FC Lütjensee

Foto: Henrik Bagdassarian / HA

Fechtnachwuchs des FCL holt neun Medaillen bei Landesmeisterschaften. Mitgliederzahl steigt innerhalb eines Jahres um knapp 50 Prozent

Lütjensee.  Nach längerer Durststrecke läuft es beim Fechtclub Lütjensee wieder rund. „Der Verein hat sich stabilisiert, die Mitgliederzahl ist innerhalb eines Jahres von 25 auf 46 angewachsen“, sagt Florian Michel. Dass die Wiederwahl des 28-Jährigen zum FCL-Vorsitzenden vor Kurzem einstimmig ausfiel und somit eher eine Formsache war, erwähnt er nur nebenbei. Understatement ist eine der Tugenden des dunkelblonden Stormarners, der in Reinbek lebt.

Und auch sportlich sind die Fecht-Talente aus Lütjensee wieder in der Spur: Bei den kürzlich in Itzehoe ausgetragenen Landesmeisterschaften der Jugend räumten sie mit dem Säbel gleich neun Medaillen ab. Gold bei den Schülerinnen gewannen Neele Sophia Romann (Jahrgang 2006/07) und Clara Henriette Sauerland (2008/09), bei den Schülern Patrick Schwarze (2006/07) und Marco Stormarnns (2008/09). Levin Villnow stand bei den A-Jugendlichen ganz oben auf dem Siegerpodest.

Silbernes Edelmetall sicherten sich bei den Schülerinnen Finja Stormanns (2006/07) und Clara Zoé Waldmann (2008/09), Flynn Beu (2006/07) belegte Rang zwei bei den Schülern. Lina Dawideit (2006/07) holte bei den Schülerinnen die Bronzemedaille. „Leider war ich selbst nicht vor Ort, wurde aber über WhatsApp ständig auf dem Laufenden gehalten“, erzählt Michel. „Die Medaillenflut hat mich nicht nur unglaublich stolz gemacht, sondern ist auch eine besondere Bestätigung für den ehrenamtlichen Einsatz, den der gesamte Vorstand in den zurückliegenden Monaten geleistet hat.“

Kinder und Jugendliche müssen eine Tunrnierreifenprüfung ablegen

Vergangenes Jahr war es ruhig geworden um den FC Lütjensee – der Talentschmiede im Säbelfechten vergangener Tage. „Einige jugendliche Leistungsträger hatten sich für einen Auslandsaufenthalt entschieden, andere ein Studium begonnen“, sagt Michel, der als Mann der Tat gilt. Die Lütjenseer konzentrierten sich wieder verstärkt auf die Jugendarbeit. Sie boten eine Reihe von Schnupperkursen an, um Kinder und Jugendliche für den Fechtsport zu begeistern. „Mittelfristig wollen wir wieder ein stärkeres Teilnehmerfeld bei Landesmeisterschaften stellen“, sagt der Vereinschef vergangenes Jahr in einem Gespräch dem Abendblatt.

Dieses Zwischenziel hat der Fechtclub an der Hamburger Straße längst erreicht. Zeit also, den nächsten Schritt in Angriff zu nehmen. „Spätestens im kommenden Jahr wollen wir bei den Jugendlichen mindestens 20 aktive Turnierteilnehmer stellen“, sagt Michel. „Vorab müssen die Kinder und Jugendlichen aber eine sogenannte Turnierreifeprüfung ablegen.“

Der Deutsche Fechterbund will sicherstellen, dass Anfänger einen gewissen Standard an fechterischen Fähigkeiten besitzen und die Regeln kennen, bevor sie in ein Turnier gehen. Die Turnierreifeprüfung besteht aus einem theoretischen und einem praktischen Teil. Einmal bestanden, gilt sie auf Lebenszeit. Vize-Landesmeisterin Finja Stormarnns ist eines der Talente, bei dem die Leidenschaft für den Fechtsport durch die Teilnahme an einem Schnupperkursus geweckt wurde. „Schon nach kurzer Zeit war mir klar, dass Fechten die richtige Sportart für mich ist“, sagt die Elfjährige über die Erfahrung mit dem Projekt, das seinerzeit an der Grund- und Gemeinschaftsschule Sandesneben angebotenen wurde.

Um für Gespräche über ihr neues Hobby auch grammatikalisch gewappnet zu sein, schaute Finja extra in einem Wörterbuch nach. „Ich war nicht sicher, ob es ,er fechtet’ oder ,er ficht’ heißt“, sagt sie. „Nun weiß ich, dass ,er/sie/es ficht’ die richtige Variante ist.“

Mit Friederike Janshen hat der FCL eine Weltklassetrainerin

Im Säbelfinale der Jahrgänge 2006 und 2007 traf Finja auf die erfahrenere Vereinskameradin Neele Sophia Romann. Neele, die zwei Jahre vor Finja mit dem Fechtsport begann, entschied das Duell mit 10:2 für sich. „Neele kennt schon so manche Tricks und Kniffe, um daraus einen entscheidenden Vorteil zu ziehen“, sagt Michel. Vater Jörg Stormanns ist stolz, dass seine beiden Kinder den selben Sport betreiben.

„Fechten ist eine sehr dynamische Sportart, die neben der Motorik auch die Koordination und Konzentration der Kinder schult“, sagt der 39 Jahre alte Pressewart des Vereins. „Ich war aber anfangs überrascht, dass es überhaupt einen Fechtverein in unserer Nähe gibt. Aber selbst viele Lütjenseer scheinen uns nicht zu kennen.“

Was erstaunlich ist, denn mit Friederike Janshen leitet eine mehrfache Welt- und Europameisterin bei den Seniorinnen seit Jahren das Training. „Friederike ist für uns einfach ein Riesengewinn“, sagt Michel. „Sie ist nicht nur eine hervorragende Trainerin, Friederike ist durch ihre aktive Teilnahme an internationalen Turnieren weiterhin auf der Höhe der sportlichen Entwicklung im Fechtsport.“

Wer Lust hat, selbst zum Säbel zu greifen, kann jederzeit beim Training vorbeischauen oder Michel telefonisch unter der Nummer 0172/811 78 73 kontaktieren. Das Training findet in der Sporthalle der Grundschule Lütjensee statt, die Übungszeiten hat der Verein auf seiner Internetseite (www.fc-luetjensee.de) veröffentlicht. Die komplette Ausrüstung stellt zunächst der Verein zur Verfügung.