Stormarn
TISCHTENNIS

Sieks Drittliga-Team setzt seine Heim-Misere fort

Wang Yansheng gewann mit Ptarick Khazaeli im Doppel den Sieker Ehrenpunkt

Wang Yansheng gewann mit Ptarick Khazaeli im Doppel den Sieker Ehrenpunkt

Foto: Thomas Jaklitsch / HA

Tischtennisherren unterliegen gegen TTC 1957 Lampertheim mit 1:6. Zur kommenden Saison soll ein neuer Spitzenspieler kommen.

Siek.  Valentin Nad Nemedi fluchte wie ein Rohrspatz, Wang Yansheng schüttelte frustriert den Kopf – wieder haben die Tischtennisherren des SV Siek in eigener Halle nichts Zählbares zustande gebracht. „Es ist zum Verzweifeln“, sagte Abteilungsleiter Stefan Zilz nach der 1:6-Niederlage gegen den TTC 1957 Lampertheim. „Wir sind eine der wenigen Mannschaften, die auswärts mehr Punkte geholt hat als in den Heimspielen.“

Weshalb die Sieker in dieser Saison auf fremdem Terrain befreiter aufspielen, kann sich keiner so recht erklären – immerhin sind die Stormarner mit regelmäßig gut 120 Besuchern der Zuschauerkrösus in der 3. Bundesliga Nord. An mangelender Unterstützung kann es also nicht liegen. „Am Druck aber auch nicht. Nach unseren beiden Auswärtssiegen in Brackwede und Herne ist der Klassenerhalt so gut wie sicher, deshalb hätte die Mannschaft eigentlich unbelastet aufspielen können“, sagte Hallensprecher Thomas Hansen-Siedler.

Doch lediglich Wang Yansheng und Patrick Khazaeli punkteten für die Stormarner. Beide besiegten die im oberen Paarkreuz des Gegners spielenden Alfredas Udra und Andrei Putuntica mit 12:10 im fünften Satz. Die in dieser Saison eigentlich gut harmonierenden Valentin Nad Nemedi und Daniel Cords unterlagen indes nach schwacher Leistung gegen den Ungarn Andras Turczy und den Iraner Soroosh Amiri Nia glatt mit 0:3.

Sieks Spielertrainer Wang war anschließend am dichtesten dran, einen weiteren Zähler zu holen: Das Match gegen den Moldawier Putuntica stand bis zum 9:9 im fünften Satz auf des Messers Schneide – dann gelangen dem Gegner zwei leichte Punkte zum Matchgewinn. „Er war in den letzten beiden Ballwechseln zu halbherzig und nicht mutig genug“, sagte Betreuer Izet Beganovic. Nad Nemedi erging es am Nebentisch nicht besser: Obwohl er dem Litauer Udra zweieinhalb Sätze lang überlegen war, unterlag er mit 1:3 – und wusste am Ende nicht warum. Beganovic: „Valentin hat die Ballwechsel diktiert, und der Gegner die Punkte gemacht.“ Statt 3:1 stand es somit 1:3. In den übrigen Matches war für die Sieker dann nichts mehr drin. Das zweite Ziel der Stormarner neben dem Klassenerhalt, am Saisonende in der Tabelle vor dem Landesrivalen TSV Schwarzenbek zu stehen, ist somit kaum noch realisierbar. Hansen-Siedler: „Dazu hätten wir gegen Lampertheim schon einen Sieg benötigt.“ Die Sieker haben derzeit zwar nur einen Punkt weniger als die Lauenburger. Diesen in den verbleibenden beiden Begegnungen noch aufzuholen, dürfte allerdings schwierig werden. Spielertrainer Wang und seine Mitspieler treffen am 7. April im letzten Saison-Heimspiel auf Hertha BSC Berlin, eine Woche später folgt noch die Partie beim neuen Meister TuS Celle – beides kaum lösbare Aufgaben für die Stormarner.

Wang Yansheng soll ins untere Paarkreuz wechseln

Für kommende Saison wünschen sich die Verantwortlichen mit dem Fördervereins-Vorsitzenden Klaus Bergmann an der Spitze eine Spielzeit ohne Abstiegskampf. Wie sich das bewerkstelligen lässt, dazu gibt es bereits konkrete Gedankenspiele. Die beinhalten einen Wechsel von Wang auf Position drei. Der 57 Jahre alte ehemalige Weltklassespieler soll künftig mit Daniel Cords das unter Paarkreuz bilden. Nad Nemedi bleibt Nummer zwei, zudem soll ein neuer Spitzenspieler verpflichtet werden. „Unser Ziel ist es, jemanden zu finden, der eine positive Bilanz spielen kann – so wie es uns vor zwei Jahren mit Laurens Tromer gelungen ist“, sagte Hansen-Siedler.

An Angeboten mangelt es nicht. „Wir bekommen jede Woche mehrere Anfragen von Spielern aus allen Teilen der Welt, die zu uns wollen“, so Hansen-Siedler. „Aber wir wollen natürlich eine seriöse Lösung und vor allem eine, die finanzierbar ist.“ Vor Mitte April rechne er nicht mit einer Entscheidung.

Ergebnisse, Doppel: Wang Yansheng/Patrick Khazaeli (SV Siek) – Alfredas Udra (TTC 1957 Lampertheim) 11:9, 5:11, 13:15, 11:7, 12.10; Valentin Nad Nemedi/Daniel Cords – Andras Turoczy, Soroosh Amiri Nia 9:11, 3:11, 6:11; Einzel: Wang – Putuntica 7:11, 13:11, 4:11, 13:11, 9:11; Nad Nemedi – Udra 10:12, 11:9, 6:11, 9:11; Cords – Amiri Nia 9:11, 9:11, 9:11; Khazaeli – Turoczy 11:9, 6:11, 10:12, 1:11; Wang – Udra 5:11, 11:7, 7:11, 7:11