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„Bargteheide Bees“ sind nicht zu stoppen

95:33 gegen den BBC Rendsburg II – Oberliga-Basketballer gewinnen auch ihre elftes Saisonspiel. Ziel ist der Aufstieg in die 2. Regionalliga

Bargteheide.  Die Basketballherren des TSV Bargteheide bleiben weiter auf Aufstiegskurs. Gegen die zweite Mannschaft des BBC Rendsburg feierte der Tabellenführer der Oberliga Schleswig-Holstein in eigener Halle einen deutlichen 95:33 (49:9)-Erfolg. „Wie schon im Hinspiel hatte Rendsburg sich für eine offene Mann-gegen-Mann-Verteidigung entschieden. Darauf waren wir vorbereitet und haben taktisch entsprechend reagiert“, sagte Spielertrainer Boris Heimann.

Dass die Gäste mit nur sechs Akteuren angereist waren, lässt der 40-Jährige als alleinigen Grund für den Kantersieg nicht gelten. „Individuell waren wir den Rendsburgern in allen Belangen überlegen, deshalb geht der Sieg auch in der Höhe in Ordnung.“

Heimann erwartet, dass sein Team auch gegen einen vermeidlich leichten Gegner hochkonzentriert zur Sache geht. „Selten ist es der Mannschaft in dieser Spielzeit gelungen, ihr volles Leistungspotential über die gesamte Spielzeit abzurufen“, sagte Heimann. „Genau das aber muss unser Anspruch sein. Die Spieler sollen den Gegner möglichst durchgehend unter Druck setzten, die nötige Motivation dafür haben sie.“

Der Begriff „Niederlage“ ist für die Bargteheider fast schon ein Fremdwort. „Verlieren ist für keinen von uns eine Option, selbst im Training will jeder gewinnen“, so Heimann. Er lobt die Rollenverteilung innerhalb der Mannschaft. „Jeder Spieler kann seine Stärken genau einordnen und stellt sich in den Dienst der Mannschaft. Dem Team geht es um den besten Wurf – der beste freistehende Schütze soll den Abschluss suchen“.

Als Liganeuling haben die „Bargteheide Bees“ sich im Laufe der Saison spielerisch erheblich verbessern können. Heimann hält den 100:61-Heimerfolg Anfang des Jahres gegen den Meisterschaftskonkurrenten TuS Lübeck für einen entscheidenden Wendepunkt. „Von da an war jedem bewusst, dass wir uns als Aufsteiger in der Oberliga nicht nur etabliert haben, sondern auch Ansprüche bei der Titelvergabe stellen können“, sagte er.

Die Mischung aus älteren, erfahrenen Spielern auf der einen und jungen, hungrigen Akteuren auf der anderen Seite ist Teil des Erfolgsrezepts. „Gregor Krönke, Sebastian Wichmann, Urs Eberlein, Patrick Filter oder ich, alles Spieler jenseits der 30 Jahre, wissen, dass sie früher oder später mit dem Basketballsport auf diesem Niveau aufhören werden“, gab Heimann zu. „Noch aber haben wir diesen Zeitpunkt nicht erreicht.“

Die junge Garde mit Jonathan Schwardt, Tobias Schümann, Steffen Hönicke und Gerrit Reimers setzt die älteren Haudegen zusätzlich unter Druck. „Die ganzen Frotzeleien rund um das Thema Jung gegen Alt scheinen das Team nur noch mehr zusammenzuschweißen.“

Bargteheides Spielertrainer ist klar, dass gerade Erfolge den Teamspirit positiv beeinflussen. „Siege machen bekanntermaßen sexy und zufrieden“, sagte Heimann. Er war Teil der Mannschaft, die in den zurückliegenden Jahren von der untersten Bezirksklasse über die Bezirks- und Landesliga in die Oberliga durchmarschierte. „Der wahre Charakter einer Mannschaft zeigt sich in der Niederlage, da mache ich mir bei meinen Spielern allerdings keinerlei Gedanken.“

Elf Spiele, elf Siege – die Bilanz der „Bargteheide Bees“ in der Oberliga ist fünf Spieltage vor dem Saisonende makellos. Die Statistik wäre sogar um zwei Erfolge höher ausgefallen, wenn der TS Einfeld II nicht während des Saison vom Spielbetrieb ausgeschlossen und alle Ergebnisse der Neumünsteraner gestrichen worden wären.

Das erklärte Ziel der Bargteheider ist der Aufstieg in die 2. Regionalliga Nord. Am Sonnabend, 17. März, könnte ihnen mit einem Erfolg beim Tabellenzweiten TuS Lübeck ein großer Schritt in Richtung Viertklassigkeit gelingen. Die Hansestädter belegen zurzeit mit zwei Punkten Rückstand den zweiten Tabellenrang, haben aber bereits eine Partie mehr absolviert.

Im Spitzenspiel des vergangenen Oberliga-Spieltags zogen die Basketballer der TSV Reinbek (Tabellendritte) gegen die Lübecker mit 63:84 (32:53) den Kürzeren. Die Reinbeker traten in der Landeshauptstadt mit neun Spielern an, von denen Tom Hoops und Marco Esrom angeschlagen auf der Bank saßen. „Lübeck hat uns von Beginn an gehörig unter Druck gesetzt“, sagte TSV-Coach Reiner Jaekel.

Seiner Mannschaft bescheinigte er Pech im Abschluss. „Die Lübecker trafen von der Drei-Punkte-Linie aus wie sie wollten, wir nicht. Nun müssen wir aufpassen, nach einer hervorragenden Hinrunde in der Tabelle nicht weiter nach unter durchgereicht zu werden.“