Stormarn
Judo

Talente vom JC Ahrensburg fahren zu deutschen Titelkämpfen

Celeste Skobel (15) und Anton Maas (17) wurden Dritte bei den Norddeutschen Meisterschaften

Celeste Skobel (15) und Anton Maas (17) wurden Dritte bei den Norddeutschen Meisterschaften

Foto: Henrik Bagdassarian / HA

Vom JC Ahrensburg treten Celeste Skobel in der Altersklasse U18 und der Ammersbeker Anton Maas bei den U21-Meisterschaften an.

Ahrensburg.  Für einen kurzen Moment werden Celeste Skobel und Anton Maas – bis dahin waren beide im Gespräch jederzeit bereit für einen lockeren Spruch – nachdenklich. Die Frage nach den Erwartungen bei den bevorstehenden Deutschen Jugend-Meisterschaften im Judo scheinen die Teenager vom JC Ahrensburg doch sehr ernst zu nehmen. Celeste hat ein klares Ziel vor Augen. „Eine Platzierung unter den fünf besten Kämpferinnen meiner Gewichtsklasse könnte ich auf jeden Fall erreichen“, sagt die 15 Jahre alte Schülerin des Ahrensburger Eric-Kandel-Gymnasiums.

Anton sagt selbstbewusst: „Bei meiner ersten DM-Teilnahme werde ich mich so teuer wie möglich verkaufen.“ Der 17 Jahre alte Judokämpfer lächelt, als er hinzufügt: „Ich habe sicherlich nicht vor, für die anderen Kämpfer in meiner Gewichtsklasse das Kanonenfutter zu sein.“

Für Celeste, die auch das erste Mal bei einer DM dabei ist, wird es an diesem Sonntag ernst: In Herne (Nordrhein-Westfalen) tritt die 15-Jährige bei den nationalen U18-Meisterschaften in der Gewichtsklasse bis 63 Kilogramm an. Anton muss sich eine Woche gedulden. Er geht am 10./11. März bei den U21-Meisterschaften in Frankfurt/Oder (Brandenburg) in der Gewichtsklasse bis 66 Kilogramm an den Start. Das DM-Ticket haben sowohl Celeste als auch Anton nach ihren dritten Plätzen bei den kürzlich in Hannover (Niedersachsen) ausgetragenen Norddeutschen Meisterschaften sicher in der Tasche.

Celeste wartet beim Kampf nicht auf Konter

Dabei sorgte ein Missverständnis bei Celeste und Trainer Gunnar Kripke zunächst für Verwirrung. „Nach dem letzten gewonnenen Kampf sind mein Coach und ich an den sogenannten Listentisch gegangen, wo die Kampfergebnisse festgehalten werden. Wir wollten wissen, wer meine nächste Gegnerin im Kampf um die Bronzemedaille sein wird“, sagt Celeste – und lacht freudestrahlend. „Der Jubel war natürlich riesengroß, als uns klar wurde, dass ich kurz zuvor den Kampf um Rang drei bereits gewonnen hatte.“

Sich selbst beschreibt Celeste als eher angriffslustige Judokämpferin. „Ich bestimme lieber das Kampfgeschehen, indem ich so schnell wie möglich meine Chance suche“, sagt die 15-Jährige. „Abwarten und auf Konter zu lauern ist einfach nicht meine Sache.“

Anton fand zunächst keinen Gefallen am Judo

Ihr Talent im Judosport kann Celeste in Kürze in Australien unter Beweis stellen. Im Sommer reist die junge Ahrensburgerinnen für eine halbes Jahr nach Mackay, eine kleine Stadt im Bundesstaat Queensland. Sie sagt: „Im Internet habe ich mir einen dort ansässigen Judoverein ausgesucht, denn während meines Auslandsaufenthalts will ich nicht zu sehr in Trainingsrückstand geraten.“

Anton, der in seiner Freizeit – „um runterzukommen“, wie er sagt – Klarinette spielt, blickt auf einen eher holprigen Start seiner Judo-Laufbahn zurück. „Es war die Idee meiner Mutter Uta, dass ich mit dem Judo beginne. Zunächst brachte mir die Sportart überhaupt keinen Spaß“, sagt der 17-Jährige und schmunzelt. „Meine Mutter wollte aber, dass ich so lange bei der Stange bleibe, bis ich die Prüfung zum gelb-orangen Gurt abgelegt habe.“

Aus anfänglicher Abneigung entwickelte sich schnell die große Leidenschaft. Anton: „An die sehr einseitige Abmachung habe ich mich erst wieder erinnert, als ich bereits Träger des grünen Gürtels war.“

Ahrensburger Club bietet Breiten- und Wettkampfsport

Der Judosport boomt in der Schlossstadt: Rund 250 Mitglieder hat der im Jahr 1970 gegründete Verein heute. Zwei Drittel davon sind Kinder und Jugendliche. „Wir bieten unseren Mitgliedern eine gesunde Mischung aus Breiten- und Wettkampfsport, das scheint gerade bei der Jugend gut anzukommen“, sagt der stellvertretende Vorsitzender Eckhart Keil. „Dass unser Verein zwei Teilnehmer für die Deutschen Meisterschaften stellt, darauf dürfen wir schon ein bisschen stolz sein.“

Gemeinsame Besuche der Hamburger Trampolinhalle Jumphouse, im Tropenaquarium oder das Ausrichten einer Dojo-Nacht förderten zudem das Gemeinschaftsgefühl enorm. Keil: „Junge Talente wie Celeste binden wir zudem frühzeitig als Co-Trainer in den Übungsbetrieb ein, um auch in der Zukunft gut aufgestellt zu sein.“