Stormarn
Reiten

Rebecca Gerken hat ein inniges Verhältnis zu ihren Pferden

Rebecca Gerken genießt  mit den Stuten Fame (l.) und Contendra das gute Wetter. Die 21 Jahre alte Reiterin will ihr Hobby zum Beruf machen

Rebecca Gerken genießt mit den Stuten Fame (l.) und Contendra das gute Wetter. Die 21 Jahre alte Reiterin will ihr Hobby zum Beruf machen

Foto: Henrik Bagdassarian / HA

Rebecca Gerken hat mit der Stute Fame und dem Wallach Scipio für die bevorstehende Pferdesport-Saison mehrere heiße Eisen im Feuer.

Bargfeld-Stegen.  Rebecca Gerken hat für die bevorstehende Pferdesport-Saison gleich mehrere heiße Eisen im Feuer. Bei Fame (englisch für Ruhm), einer fünfjährigen Holsteiner Stute, lässt nicht nur der Name auf ein erfolgreiches Abschneiden hoffen.

Es gibt auch noch den erfahrenen Wallach Scipio. Mit ihm gewann die 21 Jahre alte Vielseitigkeitsreiterin der RFG Bargfeld-Stegen vor vier Jahren bei den Junioren-Europameisterschaften im englischen Bishop Burton die Silbermedaille in der Mannschaftswertung. Zwei Jahre später ritten Ross und Reiterin bei der Europameisterschaft der Jungen Reiter in Montelibretti (Italien) auf Rang sechs.

Mit einer weiteren Stute sorgte Gerken erst kürzlich bei den VR Classics in Neumünster für Furore, als sie bei einer Zwei-Phasen-Springprüfung der Klasse M*, die über Naturhindernisse führte, mit Contendra den zweiten Platz erreichte. „Contendra ist ein sehr engagiertes Pferd, zudem eines mit enormer Sprungkraft“, sagt Gerken. „Um diese weiter zu fördern, werden wir und zunächst nur auf das Springen konzentrieren.“

Die 21-Jährige bildet ihre Pferde selbst aus

Die Vielseitigkeitsreiterei mit ihren drei Disziplinen Dressur, Springen und Gelände bleibt aber ihre große Leidenschaft. Gerken: „Junge Pferdesportler, die gleichzeitig in der Dressur, im Springen und im Gelände ausgebildet werden, profitieren später von besseren reiterliche Grundlagen. Sorgfältig geschulte Pferde reagieren oftmals gelassener, da sie gelernt haben, dem Reiter auch in heiklen Situationen zu vertrauen.“

Gerken zählte bei den Junioren und Jungen Reitern bundesweit jahrelang zu den besten Vielseitigkeitsreiterinnen. Mit Day of Glory, einer Stute in Ausbildung, qualifizierte sie sich vergangenes Jahr sogar für die Weltmeisterschaft der jungen Pferde in Lion-d’Angers (Frankreich). Ihre Pferde bildet die 21-Jährige selbst aus. „Mit Geld lässt sich gegenseitiges Vertrauen nicht kaufen. Das muss sich ein Reiter schon hart erarbeiten“, sagt die junge Stormarnerin. Fragen, die das Verletzungsrisiko beim Geländeritt betreffen, beantwortet die dunkelblonde Pferdesportlerin souverän.

Vertrauen zwischen Mensch und Tier ist Voraussetzung

„Wenn ein Reiter gewisse Regeln einhält, lässt sich das Risiko erheblich minimieren“, sagt sie. „Bei einem Start sollten Pferd und Reiter mental und physisch zu einhundert Prozent fit sein oder ganz darauf verzichten.“

Ein junges Pferd dürfe auch nicht zu früh mit den hohen Belastungen des Geländeritts konfrontiert werden. „Bei schwierige Passagen, die die ganze Aufmerksamkeit und Konzentration des Pferdes erfordern, ist zwischen Mensch und Tier ein hohes Vertrauensverhältnis die Grundvoraussetzung.“ Das ständige Thema Sicherheit berge für jeden Vielseitigkeitssportler aber auch Vorteile. „Da ein Vielseitigkeitsreiter sich immer wieder die Gefahr vor Augen hält, geht er mit dem Thema einfach bedachter und verantwortungsbewusster um“, sagt Gerken.

Liebe auf den ersten Blick

Seit Jahresbeginn reitet Gerken bei den Reitern – der Erwachsenenklasse. Dem Ziel, Berufsreiterin zu werden, ist Gerken spätestens nach dem Erfolg in Neumünster einen großen Schritt näher gekommen. „Die VR Classics waren praktisch mein offizielles Debüt bei den Erwachsenen“, sagt die 21-Jährige und schmunzelt. „Offenbar kann ich in dieser schwierigen Klasse schon ganz gut mithalten.“

Mit dem 16 Jahre alten Pferd verbindet Gerken von Beginn an ein inniges Verhältnis. „Seit 2011 sind wir ein Team“, sagt Gerken mit einem Lächeln. „Obwohl er zunächst einen traurigen Eindruck auf mich gemacht hatte, habe ich mich sofort in ihn verliebt – und er sich anscheinend auch in mich.“