Stormarn
Handball

SV Preußen Reinfeld beendet Niederlagenserie

Reinfelds Lina Tonding (r.) spielt den Pass vorbei an Inra Kruck (HG Owschlag-Kropp-Tetenhusen II) zu Kerstin Albrecht

Reinfelds Lina Tonding (r.) spielt den Pass vorbei an Inra Kruck (HG Owschlag-Kropp-Tetenhusen II) zu Kerstin Albrecht

Foto: Henrik Bagdassarian / HA

Oberligahandballerinnen bezwingen Owschlag-Kropp-Tetenhusen mit 39:29. SV Preußen nun Tabellensiebter.

Reinfeld.  Sportlich läuft es für Lina Tonding zurzeit außerordentlich gut. Mit den Handballfrauen des SV Preußen Reinfeld gelang der blonden Rückraumspielerin beim deutlichen 39:29 (18:13)-Erfolg gegen die zweite Mannschaft der HG Owschlag-Kropp-Tetenhusen der erste Sieg im neuen Jahr. Tags zuvor war die 26-Jährige in Bad Oldesloe gemeinsam mit ihren Teamkolleginnen als Stormarns Mannschaft des Jahres 2017 ausgezeichnet worden. Und – vielleicht für Tonding die wichtigste Erkenntnis – gegen die HG Owschlag zeigte sie nach längerer Babypause die bisher beste Leistung auf dem Spielfeld.

Die Niederlagenserie in der Oberliga Hamburg/Schleswig-Holstein mit fünf Pleiten in Folge hat die Reinfelderin jedenfalls abgehakt. „Wir haben den Zuschauern wieder bewiesen, dass wir guten Handball spielen können“, sagte Tonding. „Es war nicht nur ein eminent wichtiger Sieg für den Klassenerhalt, sondern auch für die Psyche jeder Spielerin.“

Dass die junge Mutter auf dem besten Weg ist, an altes Leistungsniveau anzuknüpfen, führt sie auf den guten Teamgeist zurück. „Schon während der ersten Trainingseinheit nach der Pause hatte ich das Gefühl, nie weg gewesen zu sein“, erzählte Tonding. „Die Mannschaft hat mir vom ersten Tag an in allen Belangen geholfen, im Training die nötige Disziplin und den entsprechenden Biss zu entwickeln.“

Auch abseits des Spielfelds ist sich Tonding der vollen Unterstützung sicher: Lebensgefährte Maik und Mutter Barbara kümmern sich abwechselnd um den Nachwuchs. Tonding: „Eine regelmäßige Teilnahme am Training oder am Spielbetrieb wäre für mich ohne die beiden nicht möglich.“

Reinfeld verpflichtet Kreisspielerin

Detfred Dörling plant wieder mit seiner Leistungsträgerin. „Lina in Bestform ist nicht zu ersetzen. Durch geschickte Ballverteilung sorgt sie im Rückraum für den nötigen Spielfluss“, sagte Reinfelds Coach, äußerte sich aber auch kritisch: „Ab und zu spielt sie noch zu früh den Pass und müsste sich allgemein wieder mehr zutrauen.“

Mit 18 Punkten belegen die Stormarnerinnen in der Tabelle Rang sieben. „Ich rechne fest damit, dass uns 20 Zähler für den Klassenerhalt reichen“, sagte Dörling. „Nun haben wir es selbst in der Hand, das Thema Abstiegskampf schnellstmöglich abzuhaken, da wir in den kommenden Wochen nur auf Mannschaften aus der unteren Tabellenregion treffen.“

Mit einer Lara Zube in Höchstform wird dies den Reinfelderinnen voraussichtlich auch gelingen. Denn Zube, mit 1,55 Meter Körpergröße die Kleinste im Team, scheint nach dem Aufstieg in die Oberliga förmlich aufzublühen. „Mit ihrer Schnelligkeit setzt Lara auf der Außenbahn die gegnerische Abwehr regelmäßig unter Druck, im Abschluss hat sie zudem sehr an Sicherheit gewonnen“, sagte Reinfelds Trainer.

Obwohl der Klassenerhalt noch nicht in trockenen Tüchern ist, hat Dörling mit den Planungen für die kommende Spielzeit begonnen. Mit Pia Uhlenbrook (21) vom Landesligisten GHG Hahnheide hat der 63-Jährige bereits eine wurfgewaltige und dynamische Rückraumspielerin verpflichtet. Nun wurde sich der Coach auch mit Isabell Neumann einig. Die oberligaerfahrene Kreisspielerin wechselt vom Ligakonkurrenten ATSV Stockelsdorf nach Reinfeld.

Sportlerwahl sorgt für Extra-Portion Motivation

„Isabell kann sich im Angriff hervorragend durchsetzen, geht aber auch in der Abwehr beherzt zur Sache“, sagte Dörling. „Neben Kerstin Albrecht haben wir mit Isabell endlich eine weitere Alternative auf der wichtigen Position am Kreis.“

Dass die Reinfelderinnen – nach 2012 – zum zweiten Mal zur Mannschaft des Jahres in Stormarn gewählt wurden, scheint bei den Spielerinnen für eine Extra-Portion Motivation gesorgt zu haben.

„Vor der Partie gegen Owschlag herrschte in der Kabine eine ganz besondere Euphorie“, erzählte Dörling. „Jede Spielerin war aber voll und ganz auf die bevorstehende Aufgabe fokussiert. Die Mannschaft wollte den Zuschauern unbedingt zeigen, dass sie diese Auszeichnung auch verdient hat.“

Die Tore für den SV Preußen Reinfeld erzielten: Kerstin Albrecht (7), Laura Beth (7/3), Jacqueline Heins, Lara Zube, Rika Tonding (je 5), Meike Braun (4), Jil Enke (3), Sophie Frank (2), Lina Tonding (1).