Stormarn
Volleyball

Oststeinbeker SV punktet im Abstiegskampf

Trainer Timo Timpe (v. l.) und Hallensprecher Norman Diercks freuten sich über namhaften Besuch: Olympiateilnehmer Markus Böckermann war in der Walter-Ruckert-Halle

Trainer Timo Timpe (v. l.) und Hallensprecher Norman Diercks freuten sich über namhaften Besuch: Olympiateilnehmer Markus Böckermann war in der Walter-Ruckert-Halle

Foto: Henrik Bagdassarian / HA

Drittliga-Volleyballer besiegen den Tabellenletzten TSV Spandau 1860 mit 3:0. Nächster Gegner ist Spitzenreiter KMTV Eagles aus Kiel.

Oststeinbek.  Timo Timpe ballte am Spielfeldrand kurz die Fäuste. Anschließend umarmte der Coach der Drittliga-Volleyballmänner des Oststeinbeker SV Spieler seiner Mannschaft, klatschte andere gut gelaunt ab. Der 39-Jährige besaß auch allen Grund zur Freude: In eigener Halle hatten die „Pirates“ dem TSV Spandau 1860 kurz zuvor mit einem deutlichen 3:0 (25:15, 25:15, 25:17)-Erfolg in Sachen Kampfgeist und Spielwitz eine Lehrstunde erteilt.

„Für ein Team, das sich mitten im Abstiegskampf befindet, ist ein Sieg gegen den Tabellenletzten Pflicht“, sagt Timpe. „Aber gerade die Art und Weise, wie die Spieler durch die drei Sätze marschiert sind, ist für mich eine Art Standortbestimmung.“

Noch in der Walter-Ruckert-Hallte erreichten Timpe die nächsten guten Nachrichten: Der SSV 80 Gardelegen (0:3 beim VfL Pinneberg) und der Eimsbütteler TV (1:3 gegen die TSGL Schöneiche) – zwei direkte Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt – blieben zeitgleich ohne Punktegewinn. Damit haben die Oststeinbeker ihren Abstand auf die Abstiegszone auf drei Zähler ausgebaut und nach Punkten zum Tabellensiebten Gardelegen aufgeschlossen.

Am kommenden Sonnabend, 10. Februar (19 Uhr, Meessen), haben die Stormarner erneut Heimrecht. Die Aufgabe gegen den verlustpunktfreien Tabellenführer KMTV Eagles dürfte allerdings deutlich schwieriger werden. Jannis Lange traut seinem Team dennoch eine Überraschung zu: „Der Erfolg gegen Spandau hat uns nicht nur zu drei Punkten, sondern auch zu eine gehörigen Portion Selbstbewusstsein verholfen“, sagt der Oststeinbeker Mannschaftskapitän.

Lange: „Wenn alle ihr spielerisches Potenzial abrufen und erneut derart engagiert auftreten, können wir die Partie gegen den großen Favoriten aus Kiel vielleicht knapp gestalten und sogar einen Punkt holen.“

Gegen den Gast aus Berlin lieferten die Oststeinbeker eine konstant gute Leitung ab. „Die Mannschaft war in jedem Durchgang voll bei der Sache“, sagt Lange: „Als Spandau im dritten Satz stärker wurde, haben wir kurzfristig das Tempo etwas erhöht und den letzten Abschnitt ebenfalls deutlich für uns entschieden. In dieser Form können wir gegen fast jeden Gegner in der Liga bestehen. Voraussetzung ist immer, dass die Einstellung stimmt.“

Das Duell gegen die Eagles ordnet Timpe als willkommene Pause im Abstiegskampf ein. „Als krasser Außenseiter können wir befreit aufspielen. Punkte haben wir nicht eingeplant, die müssen wir gegen andere Gegner holen“, sagt der Trainer. In den Heimbegegnungen gegen den SSV 80 Gardelegen (24. Februar) und zum Saisonfinale (17. März) gegen den Eimsbütteler TV habe sein Team aber alles in der eigenen Hand.

Ob Timpe weiterhin an einer - wie gegen Spandau - erfolgreichen Rotation festhält, bleibt abzuwarten. „Ob Martin Stromecki, Leonard Lindhoff, Michael Thiel oder Marc Liebhold – sie alle waren nach ihrer Einwechslung von der ersten Sekunde an hellwach“, sagt der Trainer. Am meisten sorgte dabei Thiel für Aufsehen: Der Diagonalangreifer setzte im dritten Durchgang den Gegner sofort mit gut getimten Angaben unter Druck und erzielte aus dem Halbfeld heraus den wichtigen Punkt zur entscheidenden 16:14-Führung.

Olympiateilnehmer Markus Böckermann unter Zuschauern

Der Abstiegskampf belastet Oststeinbeks Spieler auf verschiedene Art und Weise. „Jeder von uns geht mit dem Thema unterschiedlich um“, verrät Lange. „Wir alle sind uns aber bewusst, was ein möglicher Abstieg für die Mannschaft und den Verein in der Konsequenz bedeuten würde“, so Lange.

Oststeinbeks Teamkapitän hofft in den verbleibenden drei Heimbegegnungen wieder auf die Unterstützung von Norman Diercks. Der erfahrene Discjockey sorgte am Meessen bisher als Hallensprecher mit coolen Sprüchen und Ansagen für Stimmung auf den Zuschauerrängen. Lange: „Die gute Laune auf der Tribüne überträgt sich nahtlos zu uns aufs Spielfeld.“

Übrigens: Gegen Spandau begrüßten die Oststeinbeker prominenten Besuch. Beachvolleyballer Markus Böckermann, Teilnehmer an den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro, verfolgte die Drittligapartie gemeinsam mit Beachvolleyball-Nationalspieler Nils Ehlers. Die Anreise verlief bei einem von beiden nicht ganz ohne Komplikationen. „Nils ist zunächst versehentlich in die Halle des Eimsbütteler TV gefahren“, erzählt Böckermann, der sich mit seinem Freund und ehemaligen Spieler des TSV Spandau in Oststeinbek verabredet hatte.