Stormarn
Tischtennis

Kein Titel für Stormarn – aber viermal Vizemeister

Christian Witter (TTG 207 Ahrensburg/Großhansdorf) erreichte mit seiner unkonventionellen Spielweise das Endspiel der Hamburger Meisterschaften

Christian Witter (TTG 207 Ahrensburg/Großhansdorf) erreichte mit seiner unkonventionellen Spielweise das Endspiel der Hamburger Meisterschaften

Foto: Thomas Jaklitsch / HA

Die Tischtennisherren von der TTG 207 Ahrensburg/Großhansdorf kam mit seiner unkonventionellen Spielweise bis ins Endspiel der Hamburger Meisterschaften

Hamburg/Niebüll.  Zwei unterschiedlichere Spielertypen hätten im Finale der Hamburger Tischtennis-Meisterschaften kaum aufeinandertreffen können: Auf der einen Seite der 2,08-Meter-Hüne Christian Witter von der TTG 207 Ahrensburg/Großhansdorf, der dank seiner enormen Reichweite und seines ausgeprägten Ballgefühls nur wenig Laufarbeit verrichten muss, und seine Gegner mit unkonventionellem Blockspiel oft an den Rand der Verzweiflung bringt. Und auf der anderen Seite der einen Kopf kleinere, sehr agile und offensivorientierte ehemalige deutsche Jugendmeister Leon Abich vom TSV Sasel, der zudem taktisch gut ist und in wichtigen Spielsituationen meist die richtigen Entscheidungen trifft.

Im Vergleich zum Regionalligapunktspiel zwei Wochen zuvor, als Witter in vier Sätzen gewann, setzte sich diesmal der athletisch starke Abich mit 4:2 durch. „Für Christian war das Erreichen des Endspiels aber schon ein großer Erfolg“, sagte Teamkamerad Daniel Schildhauer. Viele hatten dort eher Kai-Enno Kleffel (ebenfalls TTG 207) als Gegner von Abich erwartet, doch der musste sich nach einem 2:4 im Halbfinale gegen Witter mit Rang drei begnügen. „Abich hat verdient den Titel geholt“, sagte Schildhauer. „Er war diesmal einfach nicht zu schlagen.“ Zwei Runden zuvor im Viertelfinale hatte der TTG-Spielertrainer das beim 0:4 gegen den alten und neuen Hamburger Meister selbst zu spüren bekommen.

Die Ahrensburger waren gleich mit fünf Spielern in der Runde der letzten Acht vertreten, zwei von ihnen schafften es auch ins Halbfinale. „Das ist ganz stark“, sagte Abteilungsleiter Torben Günter. „Leider fehlt das absolute Spitzenergebnis.“ Denn zu einem Titel reichte es für die Tischtennisgemeinschaft aus Ahrensburg und Großhansdorf erstmals seit dem Jahr 2013 nicht.

Von allen TTG-Spielern galt Schildhauer eigentlich als aussichtsreichster Titelkandidat. Doch im Herren-Doppel scheiterte er mit Kleffel als Vorjahressieger überraschend schon in der ersten Runde. „Unsere Gegner haben gut gespielt und sind über sich hinausgewachsen. Dennoch ist das ist eine große Enttäuschung“, sagte Schildhauer nach dem 2:3 gegen Simon Löschenkohl und Jan Jonas (Germania Schnelsen). Auch im Mixed konnte der 35-Jährige seinen Vorjahreserfolg mit Jasmin Kersten vom SC Poppenbüttel nicht wiederholen. Beide unterlagen im Finale gegen die Poppenbütteler Sonja Reissmann und Alexander Kellert mit 1:3.

Schildhauer: „Platz zwei ist aber in Ordnung, damit haben wir zumindest unser Minimalziel erreicht.“ Dritte Plätze belegten neben Kleffel im Einzel auch noch Sven Brockmüller und Adrian Weyhe im Doppel sowie Anna Marie Sawiel vom FC Voran Ohe mit Partner Nasser Quamari (TSG Bergedorf).

Weil Abich wegen einer Skireise nach Norwegen verzichtet,werden Witter und Kleffel den Hamburger Tischtennis-Verband bei den norddeutschen Meisterschaften (am 3./4. Februar in Sparrieshoop) vertreten. Dort könnten die beiden TTG-Spieler auch auf Constantin Velling vom TSV Bargteheide treffen, der bei den Landesmeisterschaften von Schleswig-Holstein in Niebüll Zweiter wurde. Im Endspiel unterlag der 18-Jährige gegen den ehemaligen Sieker Drittligaspieler Hartmut Lohse (jetzt TSV Schwarzenbek) mit 2:4. Mannschaftskamerad Ole Markscheffel wurde Dritter. Das direkte Duell der beiden Bargteheider im Halbfinale endete mit einem 4:2 für Velling.

Im Doppel und Mixed kam Velling, der zu der erfolgreichen Bargteheider Jungen-Mannschaft gehörte, die vergangenen Sommer deutscher Meister wurde, zwei weitere Male aufs Siegespodest: Mit Fynn Albrecht (SV Friedrichsort) wurde er im Doppel und mit der Schwarzenbekerin Luisa Peters im Mixed jeweils Dritter.

Für die größte Überraschung der Meisterschaften sorgten Harun Bozanoglu und Till Rahberger: Die beiden Oberligaspieler aus der zweiten Mannschaft des SV Siek wurden Vizemeister im Doppel. Auf dem Weg ins Endspiel räumten die beiden befreit aufspielenden Außenseiter deutlich höher eingestufte Paarungen wie Markscheffel und dessen Schwarzenbeker Partner Moritz Spreckelsen oder Velling und Albrecht mit jeweils 3:2 aus dem Weg. Der kurze Traum vom Sensations-Titel wurde dann beim 1:3 im Finale von den Schwarzenbeker Topfavoriten Lohse und Sören Wegner aber jäh beendet. Rahberger spielte auch im Einzel stark. „Dass er das Viertelfinale erreicht hat, ist ein ,Knaller’“, sagte Sieks Abteilungsleiter Stefan Zilz.

Die Bargteheider Chris Albrecht und Leo Schultz wurden im Doppel ebenfalls Dritte – ebenso wie Ole Markscheffel im Mixed mit Ann-Kathrin Gericke (Schwarzenbek).