Stormarn
Breitensport

1100 Läufer trotzen der Eiseskälte

Foto: Henrik Bagdassarian / HA

Breitensportspektakel des SSC Hagen Ahrensburg freut sich anhaltender Beliebtheit. Veranstalter nennt familiäre Atmosphäre als Grund.

ahrensburg.  Der Lümmellauf des SSC Hagen Ahrensburg zählt nach 40 Jahren nach wie vor zu den verlässlichen Konstanten im Leben zahlreicher Hobbyläufer. „Einige Teilnehmer waren schon so oft dabei, dass ich sie mittlerweile wie alte Freunde begrüße“, sagt Peter Waterstradt, der das Breitensportspektakel seit 28 Jahren mitorganisiert. „Ihre Begeisterung, aber auch die der eher leistungsorientierten Läufer, ist seit jeher ungebrochen.“

Die Teilnehmerzahlen belegen die Aussage des 75-Jährigen: 1302 Sportler hatten für die 40. Auflage des Laufes durch den Forst Hagen gemeldet. Knapp 1100 von ihnen nahmen bei eisigen Temperaturen um die minus drei Grad Celsius eine der zur Auswahl stehenden sieben Strecken – inklusive zweier Walking-Angebote – vor der Schule Am Hagen in Angriff.

Erst vor zwei Jahren hatten 1136 Teilnehmer dem SSC Hagen ein neues Rekordergebnis beschert, nachdem vier Jahre zuvor erstmals die Schallmauer von 1000 durchbrochen worden war.

Jürgen Krüger, der seit 15 Jahren dem Hagener Organisationsteam angehört, nennt den Volkslauf-Charakter der Veranstaltung als einen wichtigen Grund für den anhaltenden Erfolg. „Für die meisten Teilnehmer geht es nicht um Zeiten oder Platzierungen“, sagt Krüger. „Der Lümmellauf hat über die Jahre seinen Familienfest-Charakter beibehalten, das soll auch auf jeden Fall so bleiben.“

Grundschule Am Aalfang schickt 40 Kinder

Den ebenfalls 75-Jährigen begeistert, dass der Lümmellauf auch bei den Jüngsten Anklang findet. „Mehr als 200 Kinder – davon allein 40 von der Grundschule Am Aalfang – haben trotz der Eiseskälte ihren Spaß auf der Strecke gehabt, das macht mich schon ein bisschen stolz“, sagt Krüger. Unter den rund 50 Helfern an der Strecke waren nicht nur Mitglieder des SSC, sondern auch hilfsbereite Nachbarn. Krüger: „Das belegt wieder einmal, wie tief der Lümmellauf im Ortsteil Hagen verwurzelt ist.“ Die teilweise morsche Moorwanderbrücke ist und bleibt ein Thema. Wie in den vergangenen Jahren erteilte die Stadtverwaltung den Organisatoren des Lümmellaufs die Auflage, dass die Läufer den 300 Meter langen Abschnitt nur im Schritttempo überqueren.

Im Ziel erhielt jeder „Finisher“ eine Urkunde und eine Bockwurst – den sogenannten „Hagener Lümmel“. Diesem verdankt der Lauf seinen Namen. Ein ortsansässiger Schlachter produzierte speziell für diese Veranstaltung erstmals vor 40 Jahren eine extra lange Wurst. Einer der Läufer fragte damals verwundert: „Was ist das denn für ein Lümmel“ - und schon war der Lümmellauf geboren. Übrigens: Den Erlös aus dem Kaffee- und Kuchenverkauf spendet der SSC der Schule Am Hagen.

Einen besonderen Reiz übt der Lümmellauf auch auf einige Leistungssportler der Region aus. Udo van Stevendaal ist amtierender Weltmeister, Vize-Europa- und mehrfacher deutscher Meister im Triathlon der Senioren sowie Silbermedaillengewinner bei den Deutschen Meisterschaften im Halbmarathon (21,1 Kilometer) – den Lümmellauf hatte van Stevendaal trotz 15-maliger Teilnahme bisher aber noch nicht gewonnen.

Triathlon-Weltmeister siegt erstmals beim Lümmellauf

„Endlich kann ich auch hinter dieses Thema einen Haken setzen“, sagt der 49 Jahre alte Ausdauersportler vom SV Großhansdorf, der diesmal in 35:04,40 Minuten über 9700 Meter der Schnellste war. Die 5300-Meter-Distanz machten zwei Triathleten aus Bargteheide unter sich aus: Florian Plambeck gewann in 19:00,70 Minuten, Vereinskamerad Luca Negel belegte in 19:18,60 Minuten den zweiten Rang. „Nach einer harten Trainingswoche bin ich mit der Leistung zufrieden“, sagt der Jurastudent Plambeck. Seit 2016 startet der 22-Jährige für das Triathlon-Team Hagen in der Zweiten Bundesliga. „Während der Saisonvorbereitung ist der Lümmellauf eine gute Standortbestimmung, zudem ist der Lauf auch eine Herzenssache, da ich schon als Kind und Jugendlicher hier gestartet bin.“

Negel, der mit dem TSV Bargteheide in der Landesliga antritt, fühlt sich regionalen Wettkämpfen ebenfalls verbunden. Er sagt: „Von Kindesbeinen an war ich dabei, ein Start ist für mich also selbstverständlich.“

Alle Ergebnisse sind im Internet unter der Adresse www.luemmellauf.de einsehbar.