Stormarn
Tischtennis

Siek lässt sich für 6:1-Sieg feiern

Patrick Khazaeli aus der zweiten Mannschaft gab sein Comeback im Sieker Drittligateam

Patrick Khazaeli aus der zweiten Mannschaft gab sein Comeback im Sieker Drittligateam

Foto: Thomas Jaklitsch / HA

Tischtennisherren gewinnen wichtige Punkte im Abstiegskampf. Patrick Khazaeli ersetzt den Südkoreaner Kim Doyub.

Siek.  So enthusiastisch wie nach dem 6:1 gegen den TTC Seligenstadt wurden die Tischtennisherren des SV Siek schon lange nicht mehr gefeiert. „Diese Stimmung erinnerte an beste Zweitligazeiten“, sagte Hallensprecher Thomas Hansen-Siedler, der vor der Partie allerdings auch eindringlich an die Zuschauer appelliert hatte, die Mannschaft im Abstiegskampf zu unterstützen.

Grund zum Jubeln hatten die rund 120 Besucher – darunter auch die extra aus Serbien angereisten Eltern von Sieks Valentin Nad Nemedi – aber auch mehr als genug: Die Hausherren lieferten im Kellerduell mit dem Tabellenvorletzten eine starke Leistung ab und verbesserten sich damit in 3. Bundesliga Nord auf den viertletzten Rang.

Südkoreaner Kim muss seinen Militärdienst ableisten

Personell warteten die Sieker dabei mit einer kleinen Änderung auf: Der Südkoreaner Kim Doyub hat die Sieker nach anderthalb Jahren überraschend verlassen, er wurde in seiner Heimat zum Militärdienst eingezogen. „Er wusste schon länger davon. Das war wahrscheinlich auch der Grund dafür, dass seine Leistungskurve in den vergangenen Monaten nach unten gegangen ist“, sagte Abteilungsleiter Stefan Zilz. Für Kim gehört nun Patrick Khazaeli wieder zum Team. Der 26-Jährige spielte bis Ende vergangener Saison an Position vier, ehe er als Spitzenspieler in die zweite Mannschaft wechselte und dort in der Oberliga Nord-Ost bislang eine herausragende Hinrunde (17:1 Siege) ablieferte.

„Ist doch klar, dass ich aushelfe, wenn ich gebraucht werde“, sagte Khazaeli. Seine Freunde in der zweiten Mannschaft werde er aber nicht im Stich lassen, sagte er. Khazaeli: „Eigentlich wollte ich ja etwas kürzer treten, jetzt werde ich einige Monate lang in zwei Mannschaften spielen.“ „Zum Glück lässt es das Reglement seit dieser Saison zu, dass ein Spieler in einer höherklassigen Mannschaft unbegrenzt oft aushelfen darf. Sonst hätten wir jetzt ein Problem“, sagte Hansen-Siedler.

Khazaelis Comeback konnte sich sehen lassen: An der Seite von Spielertrainer Wang Yansheng feierte er im Doppel einen klaren Dreisatzsieg, und im Einzel unterlag er dem Iraner Seyed Pourya Omrani nach überwiegend starker Leistung nur ganz knapp in fünf Sätzen. „Das war für den Anfang schon ganz ordentlich, bei zwei, drei Netzrollern habe ich leider etwas Pech gehabt“, sagte Khazaeli zufrieden. „Ich muss mich jetzt aber wieder schnell an das höhere Niveau gewöhnen.“

In der Mannschaft wurde Khazaeli mit offenen Armen empfangen, und auch die Verantwortlichen um Hansen-Siedler, Zilz, Teammanager Klaus Bergmann und Mannschaftsbetreuer Izet Beganovic sehen seine Rückkehr positiv: „Jetzt haben wir neben Valentin endlich einen weiteren Spieler, der während der Matches Emotionen zeigt und so das Publikum mitreißt und in der Halle für Stimmung“, sagte Hansen-Siedler. „Das ist genau das, was wir in einer so kritischen Phase wie jetzt benötigen.“

Nad Nemedi und Cords gewannen ebenfalls ihr Doppel, anschließend sorgten Wang und Nad Nemedi sogar für eine 4:0-Führung. Letzter drehte gegen den 17 Jahre alten Jugend-Nationalspieler Jannik Xu in einem von zahlreichen spektakulären Ballwechseln geprägten Match einen 0:2-Rückstand noch in einen Sieg. Als Cords und Wang schließlich mit ihren Siegen über Krenz und Xu alles klar machten, wurden sie mit stehen Ovationen belohnt. Zilz: „Hoffentlich haben die Zuschauer nach dem nächsten Heimspiel am 17. Februar gegen den TSV Schwarzenbek ebenfalls Grund zum feiern.“ Zuvor stehen aber noch die Landesmeisterschaften in Niebüll und die norddeutschen Meisterschaften in Pinneberg, bei denen Cords und Khazaeli ihren Titel im Doppel verteidigen wollen, auf dem Programm.

Ergebnisse, Doppel: Valentin Nad Nemedi/Daniel Cords (SV Siek) – Jannik Xu/Seyed Pourya Omrani (TTC Seligenstadt) 12:10, 11:5, 10:12, 4:11, 11:9; Wang Yansheng/Patrick Khazaeli – Sven Müller-Wirth/Alexander Krenz 13:11, 11:6, 11:6; Einzel: Wang – Müller-Wirth 11:9, 11:7, 11:8; Nad Nemedi – Xu 11:13, 5:11, 11:6, 11:9, 11:7; Cords – Krenz 11:4, 11:9, 9:11, 11:8; Khazaeli – Omrani 15:13, 7:11, 4:11, 11:9, 9:11; Wang – Xu 11:9, 11:9, 9:11, 8:11, 12:10