Stormarn
Fechtsport

Lütjenseer Fechter wollen wieder Erfolge feiern

Florian Michel ist seit 2016 Vorsitzender des Fechtclubs Lütjensee. Der 27-Jährige studiert Bauingenieurswesen

Florian Michel ist seit 2016 Vorsitzender des Fechtclubs Lütjensee. Der 27-Jährige studiert Bauingenieurswesen

Foto: Henrik Bagdassarian / HA

FCL-Vorsitzender Florian Michel setzt verstärkt auf die Jugendarbeit. Er lenkt seit eineinhalb Jahren die Geschicke des Vereins.

Lütjensee.  Der Anruf sagt einiges über Florian Michels persönliche Integrität aus. „Sorry, ich werde erst ein paar Minuten später da sein“, teilt der 27 Jahre alte Vorsitzende des Fechtclubs Lütjensee am Telefon mit. Dass Michel nur leicht verspätet zum vereinbarten Gesprächstermin erscheint, muss er nicht unbedingt entschuldigen. Aber für einen Menschen wie ihn sind ein paar Minuten Verspätung eben ein paar Minuten zu viel.

Sobald er ein Ziel vor Augen hat, verfolgt er dieses mit aller Konsequenz – sowohl im Beruf als auch im sportlichen Bereich. „Es war schon lange mein Wunsch, Bauingenieurwesen zu studieren“, sagt der 27-Jährige, der mit seiner Verlobten Kristina Neubert im beschaulichen Reinbek lebt. „Leider habe ich das Abitur nicht geschafft, deshalb benötigte ich zusätzlich zur Fachhochschulreife eine abgeschlossene Lehre, um zu dem von mir bevorzugten Studiengang zugelassen zu werden.“

Stormarner studiert an der HafenCity Universität

Michel lernte den Beruf des Beton- und Stahlbetonbauers. Anschließend sammelte er dreieinhalb Jahre praktische Erfahrung auf dem Bau. „Das wird mir später helfen, die unterschiedlichen Abläufe auf einer Großbaustelle besser zu verstehen“, sagt Michel. Sein Studium hat der dunkelblonde Stormarner mittlerweile an er HafenCity Universität Hamburg aufgenommen.

Michel übernimmt auch spontan Verantwortung, wenn Not am Mann in seinem Sportverein ist. Vergangenes Jahr suchte der FC Lütjensee händeringend einen neuen Vorsitzenden. „Der Fechtsport und auch die tolle Gemeinschaft im Verein bedeuten mir sehr viel“, sagt Michel, der zu den FCL-Mitgliedern der ersten Stunde zählt. „Deshalb bin ich ins kalte Wasser gesprungen. Diese Entscheidung habe ich bis heute nicht bereut.“ Die Zusammenarbeit mit den seinerzeit ebenfalls neu in die Ämter gewählten Kollegen Lars-Peter Beu, Michael Walther, Benjamin Kirchhoff und Jörg Stormanns laufe bisher hervorragend.

Sportlich ist es zuletzt ruhig geworden um den FC Lütjensee, der sich in den vergangenen Jahren im Jugendbereich in Schleswig-Holstein zur Hochburg des Säbelfechtens gemausert hatte. „Einige jugendliche Leistungsträger haben ein Studium oder eine Ausbildung begonnen, andere haben sich für einen Auslandsaufenthalt entschieden“, sagt Michel. Die Lütjenseer konzentrieren sich zurzeit verstärkt auf den Jugendbereich. „Mit diversen Schnupperkursen wollen wir Kinder und Jugendliche an den Fechtsport heranführen. Mittelfristig wollen wir wieder ein stärkeres Teilnehmerfeld bei Landesmeisterschaften stellen“, sagt der Vereinschef.

Michel nahm vor zwei Jahren an Deutschen Meisterschaften teil

Florian Michels eigener größter sportlicher Erfolg war die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften in Koblenz (Rheinland-Pfalz) vor zwei Jahren. Kurze Zeit später unterzog er sich einer Handoperation. „Die hohe Belastung in der Ausbildung mit bis zu 2000 Hammerschlägen am Tag forderte irgendwann ihren Tribut“, sagt der leidenschaftliche Angler und lacht. „Gefochten habe ich dann einfach mit der linken Hand.“

Den Verein mitgeprägt seit der Gründung im Jahr 2002 haben entscheidend die Familie Kirchhoff sowie Trainerin Friederike Janshen. „Carmen Kirchhoff hat den Verein viele Jahre als Vorsitzende entschlossen durch alle Höhen und Tiefen gelenkt, während Sohn Benjamin mit seiner lockeren Art und sportlichen Leistungen eine Vorbildfunktion für die Kinder und Jugendlichen ausübt“, sagt Michel. „Und Friederike schließt als mehrfache Welt- und Europameisterin immer wieder mit viel Fingerspitzengefühl die Lücke zwischen Fechten als Hobby- und als Leistungssport.“

Interessenten können jederzeit beim Training vorbeischauen

Wer Interesse hat, den Fechtsport einmal selbst auszuprobieren, kann jederzeit beim Training vorbeischauen oder Michel telefonisch unter der Nummer 0172/811 78 73 kontaktieren. Geübt wird in der Sporthalle der Grundschule Lütjensee, die Trainingszeiten hat der Verein auf seiner Internetseite (www.fc-luetjensee.de) veröffentlicht. Die komplette Ausrüstung stellt zunächst der Verein zur Verfügung.

Wer Lütjensees Fechter in Aktion erleben will, der kann am Sonntag, 19. November, die Sporthalle in Trittau besuchen. Dort organisiert der FCL sein
5. internationales Säbelturnier.