Stormarn
In der Erfolgsspur

Trittauer Leichtathletik-Geschwister wollen durchstarten

Hanna und Tim Rummelhagen (beide LG Reinbek-Ohe)

Hanna und Tim Rummelhagen (beide LG Reinbek-Ohe)

Foto: Henrik Bagdassarian / HA

Hanna und Tim Rummelhagen von der LG Reinbek-Ohe gelten als erfolgreichstes Geschwisterpaar der Stormarner Leichtathletik.

Trittau.  Probleme mit der Motivation kennt Hanna Rummelhagen zum Glück nicht. „Daran habe ich noch nie einen Gedanken verschwendet“, sagt die 13 Jahre alte Leichtathletin der LG Reinbek-Ohe und lacht. „Sollte es doch aber einmal der Fall sein, ist das Problem spätestens zu Hause schnell wieder Geschichte.“

Hanna spielt auf ihre sportbegeisterte Familie an. Der Teenager lebt gemeinsam mit Bruder Tim, Mutter Christina und Vater Ralf in Trittau – was an sich nichts Außergewöhnliches ist. Doch Christina war in der Jugend selbst begeisterte Leichtathletin – mit dem Schwerpunkt Hürdenlauf. Ralf ist Coach in der Karate-Abteilung des TSV. Und Tim teilt uneingeschränkt die Leidenschaft seiner Schwester für die Leichtathletik. Im Kreis Stormarn haben beide in ihrer Sportart mittlerweile den Ruf als das erfolgreichste Geschwisterpaar erlangt.

Der Trainer ist von ihrem Engagement begeistert

„Ich bin stolz auf meine kleine Schwester“, sagt der 15-jährige Tim und schmunzelt. „Durch unser gemeinsames Hobby verbringen wir viel Zeit miteinander, wobei uns der Gesprächsstoff nur selten ausgeht.“ Im vergangenen Jahr wechselten Tim und Hanna vom TSV Trittau zur LG Reinbek-Ohe. Dort werden sie von Gunnar Weitschaft, Veronika Riedel und Sebastian Meißner betreut. Mit Erfolg: Hanna feierte in diesem Jahr ein erfolgreiches Debüt bei den Deutschen Jugendmeisterschaften. Beim Blockwettkampf Lauf belegte sie in Lage (Nordrhein-Westfalen) den sechsten Platz. Auch Tim qualifizierte sich für die nationalen Titelkämpfe. In Bremen bei den M15-Einzelmeisterschaften verfehlte er er über 100 Meter den Einzug in den Endlauf um acht Hundertstel-, über 80 Meter Hürden um lediglich sieben Hundertstelsekunden. Im anschließenden B-Finale über die Sprintstrecke belegte Tim in 11,60 Sekunden den zweiten Platz, über die Hürdenstrecke wurde er im „kleinen Finale“ in 11,05 Sekunden Dritter.

Weitschat hat wenig Bedenken, dass seinen Schützlingen der Erfolg irgendwann zu Kopf steigt. „Ich habe selten zwei Athleten erlebt, die so engagiert bei der Sache sind“, sagt der 40 Jahre alte Coach. „Es ist klasse, was Hanna und Tim in jungen Jahren schon erreicht haben.“ Als Trainer freue er sich über die großen Fortschritte, halte sie jedoch nicht zwingend für notwendig. „Die entscheidenden Jahre liegen noch vor ihnen.“

Begeistert haben die beiden die WM in London verfolgt

Ein wichtiger Aspekt für die rasche Entwicklung der Geschwister sei die Rückendeckung durch die Eltern. „Wenn sich die Familie voll und ganz auf den Leistungssport der Kinder einlässt, durchleben die Jugendlichen auch wertvolle Jahre der Persönlichkeitsentwicklung“, sagt Weitschat. „Ein derartiger Rückhalt ist heutzutage aber leider nicht mehr gang und gäbe.“

Die Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Englands Hauptstadt London verfolgten sowohl Tim als auch Hanna aufmerksam vor dem Fernseher. „Da ich einige Disziplinen ja selbst betreibe, betrachte ich einige Dinge aus einem ganz anderen Blickwinkel“, sagt Hanna. Tim ergänzt: „Vor allem die Sprint- und Hürdendisziplinen haben mich fasziniert“, sagt der 15-Jährige. „Interessiert hat mich auch, wie die Sportler es schaffen, bei dem ganzen Medienrummel mit der enormen mentalen Belastung umzugehen.“

Hanna wechselt nach den Sommerferien in die achte, Tim in die zehnte Klasse des Gymnasiums Trittau. Im Gegensatz zu seiner Schwester hat Tim konkrete Vorstellungen einer späteren beruflichen Laufbahn. Er sagt: „Eine Ausbildung bei der Polizei ist reizvoll, der Job sehr abwechslungsreich.“

Gesund bleiben ist Hannas und Tims oberstes Ziel

Nach ihren sportlichen Zielen gefragt antworten die Geschwister unisono: „Fit und gesund zu bleiben steht an erster, den Spaß an der Leichtathletik nicht zu verlieren dicht gefolgt an zweiter Stelle.“

Dem stimmt Gunnar Weitschat uneingeschränkt zu. „Hanna und Tim sollen sich so lange wie möglich ihre Lockerheit bewahren. Das könnte später im Wettkampf eine entscheidender Vorteil sein“, sagt der Trainer. „Beide sollen zudem jetzt schon die Erfahrung machen, dass die anderen bei Wettkämpfen auch nur mit Wasser kochen.“