Stormarn
FUSSBALL

Eichede zittert sich ins Pokal-Achtelfinale

Florian Kornberger (l., TSV Travemüne) schrimt den Ball gegen Eichedes heranspringenden Außenverteidiger Eyke Hendrik Kleine ab. Kleine bereitete den wichtigen Anschlusstreffer vor

Florian Kornberger (l., TSV Travemüne) schrimt den Ball gegen Eichedes heranspringenden Außenverteidiger Eyke Hendrik Kleine ab. Kleine bereitete den wichtigen Anschlusstreffer vor

Foto: Henrik Bagdassarian / HA

Oberligafußballer gewinnen beim TSV Travemünde 5:2 nach Verlängerung. Präsident Gehrken bremst Erwartungen. Petrik Krajinovic geht.

Lübeck.  Ein Kullerball in der 89. Minute hat den SV Eichede vor dem ersten Rückschlag der Saison bewahrt. Im Landespokal-Qualifikationsspiel beim klassentieferen TSV Travemünde retteten sich die Oberligafußballer nach 0:2-Rückstand noch in die Verlängerung, wo sie dann ihre konditionellen Vorteile zu einem 5:2 (2:2, 0:2)-Erfolg nutzten. Im Achtelfinale am kommenden Sonnabend wartet Regionalligist SC Weiche Flensburg.

Alexander Witt (22. Minute) und Ronny Bölke (25.) brachten den Außenseiter per Doppelschlag in Führung. Eine Koproduktion der beiden besten Eicheder Eyke Kleine und Evgenij Bieche brachte in der 70. Minute den Anschlusstreffer und die erste Druckphase des SVE. Sergen Tarim, einer von fünf Neuzugängen in der Startelf, besorgte den glücklichen Ausgleich (89.). In der Verlängerung brach der Landesligist ein. Bieche (96., 98.) und Alper Gürsoy (110.) nutzten das aus.

Anlass zur Euphorie bot der erste Sieg im ersten Pflichtspiel unter Trainer Dennis Jaacks nicht – eher im Gegenteil. Der Vereinsvorsitzende Olaf Gehrken persönlich nahm die Leistung zum Anlass, die Erwartungen in Bezug auf die anstehende Oberliga-Saison zu bremsen. „Es geht in erster Linie darum, eine stabile Saison zu spielen. Das wurde heute untermauert“, betonte er auch mit Blick auf die Startelf, in der zwei Spieler standen, die seit einem Jahr kein Pflichtspiel absolviert hatten, und drei Kräfte, die zuletzt in der Verbandsliga aufliefen. Es war Gehrkens Absage an alle, die auf den direkten Wiederaufstieg in die Regionalliga hoffen. Das Ziel sei ein Platz im oberen Tabellendrittel.

Große Probleme offenbarten die Stormarner im Defensiv-Verhalten. Immer wieder reichten Travemünde lange Bälle, um hinter die Viererkette zu kommen. „In der ersten Halbzeit waren wir noch nicht im Wettkampfmodus“, sagte Jaacks. „Travemünde hat zu 90 Prozent mit langen Bällen angegriffen. Wir wussten um das Mittel und haben uns trotzdem dadurch überrumpeln lassen. Das darf nicht sein. Dafür haben wir es ab der zweiten Halbzeit gut gemacht.“

Aufgrund des frühen Zeitpunkts einen Monat vor dem Oberliga-Start sollte man den wackeligen Auftritt zwar nicht überbewerten, aber vor einem Verteidiger-Problem steht der SVE definitiv – denn mit Petrik Krajinovic verlässt kurzfristig ein weiterer Innenverteidiger den Club. Der 24-Jährige beginnt am 1. August ein sechsmonatiges Praktikum in Süddeutschland. Die Partie gegen Travemünde war vorerst sein letzter oder vorletzter Einsatz im Trikot des Vereins, für den er seit neun Jahren aufläuft. „Das war eine der schwersten Entscheidungen meines Lebens“, sagte Krajinovic nach der Partie. „Es kann aber sein, dass ich nach dem Praktikum in der Winterpause zurückkomme.“

Spiel gegen Weiche Flensburg findet in Fischbek statt

Der SVE dürfte nun versuchen, Ersatz zu verpflichten. „Wir sind nicht dazu gezwungen, haben Alternativen, werden aber natürlich die Augen offen halten“, sagte Gehrken. Trainer Jaacks sagte etwas deutlicher: „Wir werden nichts machen, was keinen Sinn ergibt. Aber wenn es eine Möglichkeit gibt, Qualität zu verpflichten, müssen wir reagieren, zumal Gerrit Schubring noch nicht hundertprozentig fit ist. Es ist eine brisante Position und dort hatten wir heute ja auch Schwierigkeiten.“

Ein letztes Mal kommt Krajinovic möglicherweise am kommenden Sonnabend, 15 Uhr, zum Einsatz, wenn der SVE im Achtelfinale den Favoriten auf den Pokalsieg herausfordert. Gegen Drittliga-Aspirant SC Weiche Flensburg, dessen Trainer Daniel Jurgeleit die Partie in Travemünde beobachtete, muss dann eine deutliche Leistungssteigerung her. „Das wird eine riesige Herausforderung, wir sind krasser Außenseiter“, sagte Jaacks, der im Training wieder die Balance finden muss aus den üblichen Inhalten einer Vorbereitungsphase und der gezielten Aufstellung auf den Regionalligisten. Weil der Rasenplatz im Ernst-Wagener-Stadion wie in jeder Sommerpause noch gesperrt ist, findet die Partie in Fischbek statt.

SV Eichede: Barkmann – Kleine, H. Wurr, Bojarinow, Al-Tamemy (85. Stobbe) – Bieche (106. Gürsoy), Y. Bremser (46. Krajinovic), Maltzahn, Tarim – Grant, Janelt