Stormarn
BADMINTON

Trittau bleibt beim Final 4 nur die Statistenrolle

Foto: Thomas Jaklitsch / HA

Der Badminton-Bundesligist beendet die Saison nach zwei Niederlagen in Bad Hersfeld auf Rang vier. TV Refrath ist neuer deutscher Meister.

Bad Hersfeld.  Gehen oder bleiben? Nach dem verlorenen Spiel um Platz drei ging es beim TSV Trittau um die Frage, ob die Mannschaft nun das Endspiel um die Deutsche Badminton-Krone vor Ort in Hessen verfolgen oder direkt wieder gen Norden aufbrechen sollte. Als es vor Hunderten Zuschauern in Bad Hersfeld so richtig ernst wurde, blieb den Stormarnern nur die Statistenrolle. So endete die erfolgreichste Saison der Vereinsgeschichte mit einer kleinen Enttäuschung. "Wir sind nicht völlig niedergeschlagen", sagte Abteilungsleiterin Sabina Persson. "Aber es fing so schön an ..."

Tatsächlich wäre für den klaren Außenseiter mehr möglich gewesen. Im Spiel um Platz drei am Sonntagvormittag gegen den BC Düren ging Trittau mit 2:0 in Führung. Doch der TSV gab die nächsten drei Matches ab und dann verlor auch Priskila Siahaya, so etwas wie die Entdeckung der Saison, ihr Match nach vier umkämpften Durchgängen. "Schade, dass sie es nicht geschafft hat, wo die anderen so stark waren. Das Spiel um Platz drei haben alle sehr ernstgenommen", sagte Persson.

Dass es zum ganz großen Coup nicht reichen würde, stand da bereits seit rund 16 Stunden fest. Am Sonnabend hatten die Stormarner im Halbfinale gegen den späteren Meister TV Refrath ebenfalls mit 2:4 verloren und den Einzug in das Endspiel erwartungsgemäß – aber durchaus knapp – verpasst. Knackpunkt war das Mixed von Nikolaj Persson und Iris Tabeling. Im dritten Satz gaben die Trittauer eine Führung aus der Hand.

Ein Sieg wäre möglich gewesen, parallel hatte Ary Trisnanto im letzten Match gerade um den zweiten Satz gekämpft. "Er war heiß", so Sabina Persson, die dennoch nochmals die positive Entwicklung des TSV hervorhob: "Wir haben jetzt die vierte Saison in der Bundesliga gespielt und Platz vier geschafft, ohne die großen internationalen Namen. Das hätte uns niemand zugetraut."

Die bekannten Nationalspieler sind bei den Clubs aktiv, die sich im von den meisten Experten erwarteten Finale um den Titel stritten. Am Ende triumphierte der TV Refrath gegen den leicht favorisierten Titelverteidiger BC Bischmisheim-Saarbrücken mit 4:3. Damit geht der Hans-Riegel-Pokal erstmals an den Verein aus Bergisch Gladbach, der auch die reguläre Punktspiel-Saison auf Rang eins abgeschlossen hatte.

Gehen oder bleiben? Die Frage stellt sich manchem Spieler des TSV auch noch nach diesem Wochenende. Durch die Qualifikation für das Saison-Highlight hatten sich die Personalplanungen für die kommende Saison verzögert. Noch in Bad Hersfeld kristallisierte sich in einem Gespräch zwischen Sabina Persson und Mikael Westerbäk heraus, dass der Schwede Trittau wohl wieder verlassen wird.

Trittau verpflichtet Talente aus Irland und Portugal

Noch offen ist die Zukunft des Polen Milosz Bochat, der in Hessen verletzt fehlte. "Wir werden ihm ein Angebot machen", so Persson. Unabhängig davon, ob Bochat bleibt, hat der Verein auf dessen Position bereits nachgebessert. Der 18-jährige Ire Paul Reynolds kommt für den Doppel- und Mixed-Bereich. "Er braucht noch etwas Zeit, aber man muss auch mal ins Risiko gehen", sagte Persson. Ein Ersatz für Westerbäk ist ebenfalls bereits gefunden. Auf Empfehlung von Sabina Perssons Sohn Joachim, der als Trainer international unterwegs ist, hat sich der TSV die Dienste von Bernardo Atilano gesichert. Der 20-jährige Portugiese soll kommende Saison das erste Herreneinzel bestreiten.

Mit weiteren Abgängen ist nicht zu rechnen. Welche Ziele sich der TSV künftig setzen kann, ist aber noch nicht einzuschätzen. Die in dieser Saison enttäuschenden Traditionsclubs aus Mühlheim, Lüdinghausen und Beuel haben angekündigt, personell aufzurüsten.

TV Refrath – TSV Trittau, HD 1: S. Magee/Domke – Trisnanto/N. Persson 11:7, 4:11, 11:5, 8:11, 8:11; DD: C. Magee/Nelte – Ostermeyer/Tabeling 11:7, 11:7, 12:10; HD 2: Holzer/Schwenger – Kämnitz/J. Persson 11:6, 11:9, 11:4; HE 1: Roth – Westerbäk 11:7, 11:5, 12:10, DE: C. Magee – Siahaya 7:11, 7:11, 8:11; MXD: S. Magee/Nelte – N. Persson/Tabeling 11:7, 6:11, 11:7, 11:8; HE 2: Schänzler – Trisnanto Abbruch beim Stand von 11:8, 9:9 BC Düren – TSV Trittau, HD 1: Jille/Maas – Trisnanto/N. Persson 11:8, 11:4, 11:6; DD: Ulitina/Seinen – Ostermeyer/Tabeling 2:11, 11:13, 5:11; HD 2: Schäfer/Caljouw – Kämnitz/J. Persson 8:11, 11:7, 8:11, 9:11; HE 1: Schäfer – Westerbäk 12:10, 11:9, 9:11, 11:2; DE: Ulitina – Siahaya 11:6, 11:7, 7:11, 11:6; MXD: Jille/Seinen – N. Persson/Tabeling 11:7, 11:4, 11:4

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